Enttäuschung, Trauer, Wehmut

Heute:
Um mit einem reinen Herzen und einem befreiten Kopf hier in Sch-H meinen Weg zu gehen, mag ich noch kurz meine, dann doch etwas nagende, Enttäuschung über mein Heimatbundesland in die Tastatur hauen.

Damals:
Studiert habe ich an der Universität Potsdam, das war nach dem Abitur irgendwie keine große Frage, wo ich wohl fürs Lehramtsstudium hingehen würde. Einige meiner eigenen Lehrer hatten dort zu DDR-Zeiten an der Pädagogischen Hochschule studiert und es schien mir als Brandenburger Mädchen auch ganz logisch (und es gab auch keine andere Möglichkeit in Brb).

Jahre später:
Bereits für mein Referendariat hatte ich mich u.a. in Berlin beworben, da klar war, dass die Chancen für einen Platz in Brb relativ gering wären. Ohne Kind, ohne Ehemann, ohne Pflegefall in der Familie – keine Sozialpunkte. Nach drei Ablehnungen in Brb und zwei in B, habe ich eine Wutbewerbung nach NRW geschickt. Die Zusage kam nach 2 Monaten. Wegzugehen war kein Ding, es war ja zunächst zeitlich begrenzt. Flexibilität ist dann für den inneren Schweinehund überhaupt kein Problem.

Vor 3-5 Monaten:
Nach dem Ref der Bewerbungsmarathon in achteinhalb Bundesländern, vor allem weil ich mir der Situation in NRW bewusst war. Ein Abschied von NRW stand ja bereits mit dem Beginn dort als Möglichkeit im Raum, mit den tatsächlichen Nullchancen für uns Refis am Niederrhein habe ich mich nach kurzem Schluckreflex ganz gut abfinden können. Und angeblich sucht(e) ja Brandenburg nach Lehrern, vor allem der ländliche Raum im Süden Brandenburgs. Gute Hoffnungen, doch zufrieden daheim im Spreewald anzukommen? Die familiär-sozialen Anbindungen sind dort, ich kenne alle Möglichkeiten für außerschulische Lernorte – einfach, weil ich mit ihnen groß geworden bin.

Wahrscheinlich sucht/will Brandenburg aber doch nicht. Ich weiß es nicht. Ich weiß nicht, wie die tatsächlichen Zustände mit den Angaben des Ministeriums oder in der Presse übereinstimmen. Es ist für mich nicht verständlich, warum sich von allen Bundesländern ausgerechnet Brandenburg in keinster Weise zu meiner pünktlich und vollständig eingereichten Bewerbung geäußert hat. Nicht einmal eine Empfangsbestätigung, keine Absage oder sonst was. Angebote und Nachfragen zwecks Vertretungsstelle waren zwecklos. Da bezahlt ein Bundesland meine Ausbildung zu neun Zehntel und angeblich werden qualifizierte + motivierte + U40-Menschen händeringend gesucht… Was solls? Hätte, hätte, Fahrradkette.

Wieder heute:
Nun bin ich hier angekommen, nun werde ich hier meine Ideen einbringen, meine Leistungen erbringen, mein Leben vollbringen. Alles wird so gut, wie man es eben selbst will zulässt.

 
Zwischen den Zeilen:
Es gibt mehr im Leben, als darüber zufrieden zu sein, dass man eine Stelle hat. Und mir zerrinnt ob der ständigen Neuanfänge für private Projekte einfach die Zeit zwischen den Fingern.

Zweite Meinung:

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