Lehrerarbeit im Wandel

Korrekturen am Nachmittag… Wann sonst?

Ohne Mitglied im Philologenverband zu sein, bin ich trotzdem dessen Aufforderung gefolgt und habe mich vier Wochen lang an der Erfassung der Arbeitszeit beteiligt. Die Studie wird von der Uni Rostock anonym durchgeführt und ausgewertet. Hier in Sch-H war der Korridor vom 15.01. bis zum 11.02.2018. Andere Bundesländer begannen und beginnen zeitlich versetzt dazu, NRW beginnt z.B. am 19.02. So mag ich der geäußerten Kritik eines Kollegen an meiner Schule nicht ganz folgen, dass „die tatsächliche Korrekturspitze bei arg belasteten Sprachlehrern nicht berücksichtigt wird“. Wenn die Präventivmediziner und Statistiker in Rostock nicht den Fehlschluss ziehen, einzelne Bundesländer vergleichen zu wollen, sollte im Mittel doch eine relevante Stundenzahl für alle Gymnasialkolleg*innen herauskommen. Gerade dann natürlich auch Belastungsspitzen sichtbar werden.

Die Studie besteht aus zwei voneinander getrennten Teilschritten: dem Arbeitsszeitprotokoll und einem Online-Fragebogen. Man kann an beiden oder nur an einem Schritt teilnehmen. Ich habe beides gemacht. Die angesprochene Anonymität ist durch TANs gesichert. Beide Schritte sind aber an der Uni miteinander korrelierbar, da man die Datenbank bei beiden Teilen anfangs mit individuellen Infos füttert. Leider gab es keine Möglichkeit die erfassten Daten auf dem eigenen Rechner per PDF-Druck zu speichern. Schade. Ich habe mir aber die Mühe gemacht und alle täglichen Zeiten am Ende noch einmal in Minuten auf einem Schmierzettel abgeschrieben. (Auch wenn ich jetzt wieder gerügt werde, dass ich zu persönliche Daten veröffentliche. Es ist mein Blog, meine Entscheidung.)

Arbeitszeitprotokoll LaiW-Studie

Was ihr gut erkennen könnt, den Samstag nehme ich mir immer, immer frei. Da kann sonstwas in der Schule los sein oder ich mir selbst mit Blick auf den Schreibtisch unanständigen Druck machen, an dem Tag nichts für die Schule zu tun, ist Gesetz. Ich bin Vollzeitstelleninhaberin mit einem Deputat von 25,5h, davon gehen 0,5h ab als Präventionskoordinatorin. Für meine Assistenz gibt es ein Dankeschön, jedoch keine Entlastung. (Der Lerneffekt und die Einblicke in die Schulorga gleicht den Aufwand intrinsisch aus…) In W2 gab es am Freitag Zeugnisse, in W3 war ich an dem Tag zu einer Fortbildung unterwegs bzw. war am Montag schulinterner SE-Tag. In den vier Wochen habe ich vier Test in der Orientierungs- und Mittelstufe schreiben lassen – einer parallel in der VI – und korrigiert. Eine Quellenanalyse der E in Geschichte lag noch aus W0 herum. Zudem war ich am neuen Stundenplan für das 2. Halbjahr beteiligt. Was in der Studie nicht gezählt wurde, sind tatsächlich genommene Pausen. Daher verfälscht m.E. ein 46,1h-Wochen-Schnitt bereits die Reputation bei der normal (?) arbeitenden Bevölkerung. Nein, in der Zeit ist keine einzige Essenpause inkludiert. Wenn wir Lehrer essen, dann meist nebenbei, wenn wir kopieren, Unterricht vorbereiten oder mit Kollegen einzelne Themen im LeZi besprechen. ich glaube sogar, unser Privatleben läuft nebenbei.

Genug geschwafelt. Nutzt die Gelegenheit und nehmt an der Studie teil. Vergesst aber nicht, dass wir immer mehr sind, als nur Lehrer*innen. Und nur, wenn wir ausgeglichen und ausgeschlafen sind, können wir unser Bestes im Alltag mit den Schülern zeigen.

Zweite Meinung:

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