Ferienzeit, Erholungszeit

Morgen geht es hier wieder los mit dem Brotjob. Also mit dem pro-aktiven Teil, wo ich direkt auf Schüler und Kollegen treffe. Ein bisschen Planung steht schon, aber wie immer muss ich erst durch das Alltagsgeschäft in Fahrt kommen. Unterrichtlich und stundenplanerisch jedenfalls schon einmal eine sehr schöne Verteilung. Aber dazu bei Gelegenheit mehr.

Während der Osterferien für den Sommer 5 Tage Paris gebucht, weil A. am 16. Geburtstag hat und ich endlich, endlich mal nach Versailles wollte. Außerdem haben die Franzosen alle erst im August Ferien. Was wir da noch nicht geahnt haben: Frankreich steht am 15. Juli 2018 im Finalspiel der Fußball-WM. Mit dem uns entgegengebrachten Neid über den Trip konnten wir gut leben. ;) Zur zweiten Halbzeit haben wir uns auf den Weg zu einer dieser Bootstationen für eine Seine-Tour aufgemacht. Die Stimmung in der Stadt, Jubel und Geschrei von und mit den Menschenmengen auf jeder Brücke – das hat sich echt gelohnt. Dass sich die Franzosen die ganzen Abend und die ganze Nacht hindurch mit stundenlangen Autokorso gefeiert haben, wäre in diesem Ausmaße in Deutschland unvorstellbar. (Sicher hätte der Springer-Verlag vorweg endlose Bußgeldszenarien durchgespielt und die Nachbarn hätten eh längst die Polizei gerufen.) Am Montag war dann die Stadt wieder übervoll, da die siegreichen Les Bleus entsprechend empfangen werden mussten. Umso enttäuschter war ich dann vom Park Versailles. Eine Schotterwüste umrahmt von meterhohen Buchenhecken, die durch Holzverschläge in Form gebracht wurden. Kein Vogelpiepen, nur Menschenmassen. Alle Brunnenanlagen entweder aus oder gleich ohne Wasser. WTF?! Ich bin natürlich durch Potsdam verwöhnt. Direkt in der Sanssouci-Parkanlage Biologie und Geschichte studiert zu haben, kann halt keine Schlossanlage/-landschaft mehr toppen. Wenigstens durch das Petit Trianon (der Anlage von Marie-Antoinette) wurde ich ein wenig an diesem Tage versöhnt. Vielleicht muss ich auch einfach noch einmal im Frühjahr dort hinfahren.

Brautstrauß mit Schloss, Hirsch und Wölfen

Höhepunkt im August war die Hochzeit meiner besten Freundin im Allgäu. Schloss „Zu Hopferau“. Nette Location. Tolle Menschen wiedergesehen und neue kennen gelernt. Den Brautstrauß gefangen und vor Schreck an meine Schwester weitergereicht. Nothing for me.
In einer nächtlichen Aktion haben einige von uns Gästen mit Freude die Hörl’schen Wölfe neu arrangiert. Noch vor dem Frühstück standen alle wieder an Ort und Stelle. Hotelpersonal kann echt ein Spielverderber sein.

Zudem Zeit genommen, um ein paar Gesundheitsuntersuchungen – die eh regelmäßig anstehen – vorzunehmen. Großer Schreck, was meinen TSH-Wert angeht. Seit Dezember 2008 ist bei mir Hashimoto diagnostiziert und nun sollten mein Wert (>5) trotz regelkonformer Einnahme des Thyroxins wieder so schlecht sein, wie zu Beginn der Behandlung? Neben dem Gegrummel über den eigenen Gesundheitszustand war ich aber zugleich irgendwie erleichtert: endlich gab es eine Erklärung für all das komische und gequälte Innenleben im letzten halben/dreiviertel Jahr. Ja, ich lebe gesund, weil ich um meinen Gesundheitszustand weiß. Ich koche fast alles selbst, achte eh auf meine Kalorienzufuhr und 2-3 Mal die Woche ist Ausdauertraining angesagt. Zuletzt hatte ich aber den Eindruck, dass ich trotz minimierter Kalorienzufuhr (gleichzeitig aber Riesenappetit – nicht Hunger! – und daher anstrengender Selbstkasteiung) zunahm, ich sozial schlapp und dauerhaft müde war. Zugleich war ich so im Schul-System gefangen, dass ich funktionieren wollte/musste. Eigentlich hätte ich von allein darauf kommen können… Der Herr Doktor hat die Dosis erhöht und im Oktober gucken wir wieder, was der TSH-Wert sagt. Ideal ist <2. Allein jetzt nach 4 Wochen mit der höheren Dosis geht alles gleich so wunderbar von der Hand. Die Conclusio? Ich muss auf den/die Stressfaktor/-en um mich herum achten. Aber da befinde ich mich irgendwie im (selbstgesetzten?) Teufelskreis aus Anspruch und Inanspruchnahme.

Erholsam an so Ferien ist weniger der Verzicht auf schulische Themen, vielmehr, dass ich beständig an neuen Orten war, liebe Menschen getroffen habe und einfach anders gefordert war, als der Alltag mit sich bringt.

Zweite Meinung:

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