2018 – Ein Rückblick

Der letzte Jahresrückblick kam etwas traurig um die Ecke. Ein „genug und ausreichend“ war gefühlt „zu wenig“. In 2018 habe ich mich diesem inneren Konflikt etwas bewusster gestellt. Ungefüllte und ungeplante (Aus-)Zeiten zu genießen, war ein Lehrstück. Klar, war ab und an wieder Kopf über Herz über Seele dabei, da kann ich nicht aus meiner Haut, die alten Reflexe eben. In allem Empfinden war 2018 irgendwie gedrosselter und langsamer. Um mich herum haben die Leute geheiratet, Häuser gekauft, größere Wohnungen angemietet, Kinder bekommen, Krankheiten kuriert, sind in Pension gegangen oder neu an der Schule aufgetaucht, haben sich für oder gegen Jobs entschieden, nebenbei Abschlüsse eingefahren oder Prüfungen abgelegt, Glück und Unglück gehabt, wild mit ihren Fäusten und Krückstöcken gefuchtelt, rumgejammert, Ansprüche geäußert, unerfüllbare Bedingungen ausgesprochen, Scheidungen vollbracht…

Symbolbild 2018

Mein Thema 2018 war: Mich anerkennen, wie ich bin. Den 40. Geburtstag inhaltlich ignorieren, weil ich bereits so viel gemacht und erarbeitet habe. Einfach den Status Quo und das Leben genießen, für andere bei Bedarf und für mich immer da sein. Privat einige Dinge geregelt und abgeschlossen zu haben, hat einen großen Beitrag geleistet. Stetiges Kämpfen lohnt nur bei echten Perspektiven.

Zugenommen oder abgenommen?
Es ist kompliziert. Wie stark ich als Kohlenhydrat-Junkie gegensteuern muss, ist eh nur ein Indikator dafür, wie es mir innerlich geht.

Mehr bewegt oder weniger?
Mehr erlaufen, weniger geschwommen.

Haare länger oder kürzer?
Die Grundlänge hat sich mittlerweile auf etwas über schulterlang eingependelt, kürzer sollte es „der Weiblichkeit wegen“ nicht mehr werden. An der Farbe haben R. und ich etwas gespielt – weniger blond.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Da ich nicht wie geplant beim Optiker war, keine Ahnung. Die zwei Gläser machen ihren Job.

Mehr Kohle oder weniger?
+/- Null. Das vermietete Häuschen wirft mehr ab, die Stufenerhöhung in der Besoldungsgruppe war okay, 18€ im Lotto gewonnen. Fast genauso gut vom Gefühl, aber effektiver im Ergebnis: die erhöhte Rückzahlung des Finanzamtes.

Mehr ausgegeben oder weniger?
Weniger für Bahnfahrten (!), mehr für Freizeit und Kurztrips. Mehr auch auf dem samstäglichen Wochenmarkt. Durch das geplante Sabbatjahr jedoch insgesamt weniger Geldfluss auf der Haben-Seite. Aber darauf kann man sich ja einstellen. Verhungert bin ich ganz sicher nicht.

Die teuerste Anschaffung?
Gleich im Januar das iPhone 8. Nach 4,5 Jahren Nutzungszeit hatte das iPhone 5 seine Schuldigkeit getan.

Der hirnrissigste Plan?
Den Corsa aus sentimentalen Gründen zu halten. Theoretisch könnte ich dessen laufende Reparaturkosten jedes Jahr erneut eine Antwort höher eintragen. Praktisch steht er nahezu ungenutzt rum (< 8.000km/Jahr). Mein blaues Wunder.

Die gefährlichste Unternehmung?
Zählen Klassenfahrten und Wandertage mit in diese Kategorie?

Das leckerste Essen 2018?
Immer im Xeom in HH.
Das verdiente Sushi mit C. nach der Klassenfahrt.
Paderborn, Wolke 7. Mit A. an einem heißen Sommerabend und Segelflugzeuge beobachtend, dabei ihren neuen Job feiernd.
Mit N.+B., A.+M., P.+R. und A. im Gockelwirt am Vorabend der Hochzeit von N.+B. in Hopferau.
Postoperativ: Hühner-Frikasssee und Kaninchenbraten von Mom zu Weihnachten. Muttiküche ist eh die beste Küche.

Getränk des Jahres?
Mineralwasser aus Glasflaschen

Das beeindruckendste Buch?
Liv Strömquist, Der Ursprung der Welt
Wolfgang Herrndorf, Bilder deiner großen Liebe
Paul Feyerabend, Wider den Methodenzwang – Was M. Demantowsky dazu sagt.
Holger Kuntze, Lieben heißt wollen

Wer kann lieben? Jeder. Aber nicht jeder will lieben. Wir müssen auch akzeptieren, auf Menschen zu treffen, die nicht lieben wollen. Und wir tun gut daran, uns dann von diesen Menschen fernzuhalten, wenn wir selbst in und mit Liebe leben wollen. [1]

Der ergreifendste Film?
lineares Fernsehen: 2x Tatort / 1x Polizeiruf („Borowski und das Land zwischen den Meeren“ mit Axel Milberg, „Der Mann, der lügt“ mit Richy Müller / „Der Fall Sikorski“)
Netflix: „Kein Mann für leichte Stunden“ – Dieses Paralleluniversum mit vertauschten Geschlechterrollen würde mich doch sehr interessieren… :)
Kino: „Ballon“ und „Das schweigende Klassenzimmer“ – Beides Filme mit DDR-Content.

Die beste Musik?
Wieder vermehrt Musik heruntergeladen. Die Single Voyage Libre im März und das dazugehörige Album Treasures from the Temple von Thievery Corporation waren sehr, sehr überzeugend. Promises von Calvin Harris (w/ Sam Smith) den Sommer über in Dauerschleife gehört. Morcheeba! Laura Pergolizzi! Herbert hat endlich ein neues Album veröffentlicht und wird mir nächstes dieses Jahr den Besuch ein schönes Konzert ermöglichen.

Das schönste Konzert?
Das Musical des DSp-Kurses der Q1 im 2. Halbjahr 2017/18.

Die tollste Ausstellung?
„Europa und das Meer“ im Deutsch Historischen Museum.
„Wanderlust“ in der Alten Nationalgalerie.
Vom Paris-Trip im Juli ist das Panthéon in Erinnerung geblieben, dort vor allem das foucaultsche Pendel im und die Plakate um das Panthéon zu Lebensstationen von Simone Veil, die kurz zuvor dort mit ihrem Mann ein Ehrengrab erhalten hat. Tolle, beeindruckende Frau.

Die meiste Zeit verbracht mit …?
… und in der Schule.
Mit diesem wunderbar langen und intensiven Sommer. Ab 20°C schnurrt mein Motor, höhere Temperaturen sind noch besser.

Die schönste Zeit verbracht mit …?
T.

Der beste Sex?
Natürlich! ;)

Vorherrschendes Gefühl 2018?
Vertrauen. Ich bin sehr gut organisiert. Ich bin (hier) richtig.

2018 nach langer Zeit wieder getan?
Eine Gartenparty organisiert.
Paris besucht, weil ich unbedingt nach Versailles wollte. Kack Idee, der Park und alles drumrum ist ein schlechter Witz. Umso mehr schätze ich wieder einmal die Schlösserlandschaft von Potsdam. Sonst war Paris natürlich eine sehr gute Idee. :)
Die Finanzierung des Häuschens im Spreewald erneuert.
Jemanden nach sehr langer Zeit erneut begegnet, um dem Universum einen Sinn zuzusprechen.

2018 zum ersten Mal getan?
Kontenklärung bei der deutschen Rentenversicherung.
Den Blutmond beobachtet.
Mehrfach und mehrere Tage am Stück allein die Vertretungsplanung übernommen.
Die Ärztin bitten, mich krank zu schreiben, weil ich wirklich nicht mehr krauchen konnte.
Eine Operation unter Vollnarkose, einhergehend mit dem Hinterlegen einer Patientenverfügung und von Vollmachten für meine Lieben.

Drei (!?) Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?
Gesundheitlich die Pendelei meines TSH-Wertes im 2./3. Quartal und die Koliken rund um die Gallenblasenentzündung im 4. Quartal.
Familiäre Egomanie und Erwartungshaltung.
Die sich stets verhunzt anfühlenden Elternabendtermine. Ich will mich und meinen Unterricht vorstellen, keinen Rapport abliefern müssen.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Mich selbst. Von der überfälligen Ausformulierung des Dissertations-Themas. Work in progress.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Für G. die Organisation der Bootstour mit der Piep zum Abschied aus dem OHG-Dienst.

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Alle Gäste sind zur verregnetsten Gartenparty ever gekommen.

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
„Du hast mit deiner Art als Lehrerin und als Persönlichkeit erstmals T. genau da abgeholt und ‚befeuert‘, wo und wie er es sich immer bewusst und unbewusst ersehnt hat. […] … und ganz nebenbei liebt P. dich auch ganz heiß und strahlenförmig.“ (K. als Mutter von T. und P. <3)

2018 war in einem Wort / in einem Satz …?
Wachsen und Gedeihen. Sicherheit und Geduld.

[20172016, 2015.]

Ein Gedanke zu „2018 – Ein Rückblick

  1. Pingback: 2019 – Ein Rückblick | perlen und geperle

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