KW 4 (2019) // Halbjahresgewusel

Wettermäßig hatte diese Woche alles im Angebot: Schnee, Regen, Kälte, Glätte, Sonne. Weniger Regen im Januar hilft schon mal, den Monat ein bisschen mehr zu mögen. Heute beim Spaziergang zudem die ersten (männlichen) Haselnussblüten gesehen, bessere Vorfrühlingsboten gibt es dann doch nicht.

Was diese Woche bestimmt hat, war der neue Stundenplan für das 2. Halbjahr. Kollegin 1 geht in den Mutterschutz, einer der Refis verlässt uns – nach bestandenem Examen; eine Vertretungskraft geht in die Doppelbesetzung, da Kollegin 2 mit den Osterferien in den Mutterschutz geht. Die neue Direktorin übernimmt mehr Stunden, als ihr Vorgänger abgibt… Ich selbst gebe zwei Klassen in Geschichte ab, übernehme dafür zwei in Biologie: 55 neue Namen, neue Gesichter, neue Erwartungen. StevDirex und ich, wir haben wie immer in Untis erst die Klassenpläne von der Q2 runter, dann die Lehrerpläne geschoben, gemeinsam geflucht, wieder A- und B-Wochen eingeführt, aber am Ende dann ein vollständiges Tetris pünktlich abgeliefert. Langsam kommt etwas Wehmut bei uns auf, weil wir nach fast 4 Jahren ein yottamäßig eingespieltes Team sind. Ich komm ja wieder. Noch 153 Tage bis zu meinem Sabbatical.

Symbolbild Stundenplan

Freitag waren die Zeugnisse angesagt. Meine Neuner sind aktuell keine Überflieger und Hochleistungsbienchen, aber sie halten sich trotz pubertärem Umbau sehr tapfer im Notenbild. Dafür passt es umso besser im zwischenmenschlichen Bereich. Und das ist, was zählt! Wenn ich sie für schulische Termine anfrage, machen sie mit. Vorbild rules. In diesem Fall werden sie an einem der Elternsprechtage in der nächsten Woche, uns aufsuchende Eltern hilfreich durch die Gänge an der Schule geleiten.

Bereits im Oktober hatte ich begonnen Grünkohl für das Kollegium zu organisieren, vor Weihnachten war die Termindichte (meine OP!) zu straff, so dass ich auf den Januar umdisponiert hatte. Nach den Zeugnissen sind tatsächlich die Hälfte der KuKs geblieben, um gemütlich das Halbjahr ausklingen zu lassen. Ich mag norddeutsche Küche. Im Anschluss blieb ich noch ein bisschen im LeZi und schaute den Doppelkopfspielern über die Schultern. Ich raffe das Spiel einfach nicht. Irgendwas mit Augen, Trümpfen, Hochzeiten und Solo-Gängen. Aber einen Sieger gibt es immer.

Privat habe ich es zur Zahnreinigung geschafft, die mich im Nachgang mit ordentlichen Kopfweh bestraft hat. Rumgewurschtel am Kiefer ist eindeutig nicht eine meiner Lieblingsbeschäftigungen. Aber trotzdem immer wieder nett, dort die Mutter eines Ex-Schülers zu treffen. Wie schnell sie alle groß werden. Nein, mir ist das nicht unangenehm, dass dann eventuell mein Gebiss daheim besprochen werden könnte. „Frau L. könnte häufiger Zahnseide verwenden…“ ;)

Über den Kohleausstieg denke ich an anderer Stelle im längeren Gedankengang nach. Denn meine Heimat ist da sicher uneins mit der offiziellen politischen Vorwärts-Meinung. Auch ich habe mich mit Mom am Telefon auseinandersetzen müssen… Wieder Arbeitsplätze, die verloren gehen. Wieder wird vom Strukturwandel gesprochen, der angeblich schon seit 30 Jahren da ist. Wo sind die Perspektiven für eine Region, die 2030 kaum noch eine jugendliche Zielgruppe [1] wird ansprechen können? Man kann der (kulturellen) Evolution wahrlich nicht immer zuschauen.

[1] Bevölkerungsprognose des Landes Brandenburg, besonders S. 19!

Zweite Meinung:

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