KW 6 (2019) // Stillstand ist der Tod

Montag

Mit den Neunern den Medienelternabend angekurbelt. Der WaPf-Kurs heißt ja nicht umsonst „Medien und Öffentlichkeit“, demnach müssen wir uns „präsentieren“. Schöne Ideen haben sie. | Die Chefin hatte ihre Antrittsfeierlichkeit. Die lokale Presse berichtet etwas seltsam vom Ende der „Männerherrschaft“, mich törnt der Begriff der Herrschaft in diesem Kontext stark ab, denn auch die mir bekannten Vorgänger waren keine direktoralen Grundherren. Sollte wohl witzig sein. Vom übrig geblieben Kuchen nährte sich das Kollegium mindestens zwei weitere Tage.

Dienstag

Die Quinta neu übernommen, es wird werden. Immerhin löse ich ihre vertraute Klassenlehrerin ab und ich muss noch ein paar unzusammenhängende Inhaltsfelder fachlich in eine Reihe bekommen. | Eine seltsame hektische Art der Assistenz beim StevDirex. Ich schiebe das mal auf alles andere, was das System der SL gerade belastet. | Elternbrief für den Gedenkstätten-Besuch formuliert. Per Mail mit dem neuen Stundenplan und lieben Worte zur Weiterleitung an die Elternvertreterin geschickt. | Werder gegen Borussia Dortmund geschaut. Ich weiß, wer sich besonders darüber gefreut hat.

Mittwoch

Mal keine Schul-Routine, sondern zur Fortbildung für Wahlvorstände unterwegs gewesen. Im Mai stehen die (H)PR-Wahlen an. In der FoBi einen Kollegen der Nachbargrundschule kennengelernt. Kollege! Grundschule! Was für ein geiles gewinnbringendes Gespräch. Ihn auch noch für unseren GaBD gewinnen können. | Am frühen Nachmittag meine Freundin und (anfängliche) Coach K. getroffen. Viel über Glück und innere Ruhe gesprochen. Unsere Erfahrungen mit dem Zuercher-Ressourcen-Modell ausgetauscht. Ja, ich erlaube mir, glücklich zu sein. Ja, dafür kann ich mich auf meinen festen Stand verlassen. Ja, ich kann sagen, was ich erwarte und wo ich Hilfe benötige. (Es ist ein langer Weg, innen zu fühlen, was außen gesehen wird.) Gegen Elf daheim und komplett gestärkt ins Bett gegangen.

Donnerstag

Über Wahlberechtigte (Wer darf wählen?) und zur Wahl Berechtigte (Wer darf gewählt werden?) diskutiert. | Ein schönes Referat zur Potsdamer Konferenz gehört. | Vier Schülerinnen meiner Neun wollen zur Gemeinschaftsschule wechseln. Vorahnung: Das System Gym ist nicht mehr für immer Teil meiner Schulkarriere. | Spontane Vertretungsstunde in einer mir seit letzter Woche neu bekannten Klasse. Mich nervt es ohne echte Planung in Klassen zu müssen und das Zeugs, womit ich eigentlich weitermachen könnte, liegt bereits daheim. Vielleicht bin ich trotzdem zufrieden. | Unerwartet von J. in die Stadt zum Orchideen-Kauf und wieder nach Hause begleitet worden. Obwohl er damit einen riesen Umweg in Kauf nahm. Nachtigall… | I. zum Geburtstagskaffee die Orchideen überlassen, bei mir wären die Schönheiten nach 3 Monaten übergossen und tod. Ein bisschen „Familie” war anwesend. Nett gequatscht. | Den Bio-Test der Neun zu Ende korrigiert. | Telefonat mit dem anderen J., weil ihn die Kolleginnen mit ihren Raumwünschen in der Bio nerven. Beamer, Laptop, Smartboard, Tafel, Kursgröße etc. – jeder hat andere Bedürfnisse, aber nicht alle können erfüllt werden. Klar, muss halt die Fachschaftsleitung auf den Tisch hauen: Und das sind wir. ;)

Freitag

Nachmittagsunterricht mit der Q1. Eine fantastische Diskussion zu Nation, Nationalismus und zeitgenössischer/nachweltlicher Konstruktion der Begriffe geführt. Genau diese Art des gedanklichen Austauschs beglückt mein Lehrerinnenherz und lässt mich hoffen, dass sie die AfD und allen anderen Mist durchschauen. | Die A14- Bewerbungen mental begleitet. Die Jungs schaffen das schon. In zwei Jahren bin ich dran und sie können mich währenddessen mental pimpen. | Kollegial im Smalltalk die Raumwünsche der Biologinnen entspannt.

hier: Michael Heffernan, The space of science and sciences of space, S. 125-150.

Samstag

Ausgeschlafen. | Ab nach HH. Stabi- und Kunsthallen-Besuch. In Ersterer für vier Stunden komplett in der Lektürewelt versunken, obwohl ich nur den Ausweis verlängern wollte. Ich habe es so vermisst. Meine Güte empowert mich die Idee der Diss. | Die Kunsthalle eigentlich nur wegen der tollen Zeichenkünste (die Skizzen!) von Heinrich Reinhold aufgesucht, aber mich neu an Edvard Munch (er kann mehr als schreien!) und gänzlich neu an Franz Radziwill begeistert. | Auf dem Rückweg von HH einem kleinen Jungen tröstend die Hand gehalten. Ob er wohl ahnte, dass er mich damit viel mehr tröstete?

Sonntag

Ausgeschlafen. | Das erste Wochenende im März überplant. Frei halten lohnte sich nicht mehr, mein Leben geht auch so weiter. Obwohl ich das schweigende Verhalten der beteiligten Person nicht nachvollziehen kann, aber ich respektiere es. Alles wahrscheinlich reiner (Selbst-)Schutz. | Den Sextaner-Test und eine Klassenarbeit vorbereitet. | Mit J. überraschend doch Eis essen gewesen. Natürlich treffen wir SuS… Diese Stadt! Ausgerechnet aber diese Quintanern-Bengels, die wir beide unterrichten. :) Was uns natürlich daran hinderte, mal echt darüber zu sprechen, was gerade passiert. Sich einfach das Glück selbst erlauben.

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