Was zum Schuljahr 2018/19 festgehalten werden sollte

Diesmal ein relativ ausgeglichenes Schuljahr in der Verteilung der Unterrichtswochen im 1. und 2. Halbjahr: jeweils 19 Wochen. Ersichtlich ergaben sich Schwerpunkte in der Elternarbeit (viel mehr an Telefonaten und persönlichen Treffen), in der eigenen digitalen Professionalisierung (Arbeit mit ToDo, TeacherStudio und WeekView) bzw. Organisation von Projekten an der Schule. Immer wieder – wenn ich mit der Sammlung der harten Fakten subjektiven Mitschriften für diesen Eintrag hier beginne – bin ich überrascht, was sich so an Terminvielfalt und -dichte in einem Schuljahr wiederfinden lässt.

Zahlen, Daten, Fakten:

  • 3 Oberstufenkurse: 2 in Biologie, 1 in Geschichte (brachte 102 Klausuren, zum Teil Klausurersatzleistungen)
  • 8 Klassen in der Orientierungs- und Mittelstufe: 4 in Biologie, 3 in Geschichte, 1 in Medien und Öffentlichkeit (WaPf) bzw. im 2. Halbjahr durch Unterrichtsneuverteilung: 6 in Biologie, 1 in Geschichte, 1 in MedÖ (ablesbar wird: Biologie ist ein Mangelfach an unserer Schule…)
  • außer in Klasse 8 in jedem Jahrgang mindestens eine Klasse  bzw. einen Kurs unterrichtet
  • im 1. Halbjahr Notenverantwortung für 196 Schüler*innen, denen ich 257 Zeugnisnoten gab; im 2. Halbjahr dann für 211 Schüler*innen, denen ich 245 Zeugnisnoten gab
  • Klassenleitung (-sbeschäftigungstherapie in) einer 9. Klasse (Hauptthemen: „Erreiche ich die E-Phase?“ „Möchte ich in die E-Phase unserer Schulart?“ „Welches Profil nehme ich nur?“; quasi nebenbei lief das Betriebspraktikum und waren drei Austauschschüler*innen für mehrere Tage bzw. Monate zu integrieren; allein die herzlich-emotionale Sammlung an persönlichen Briefen und Erinnerungen für mich zum Ende des Schuljahres verdeutlichte mir erneut die Bedeutung einer Mittelstufen-Klassenlehrerin in dieser entscheidenden Phase der Schullaufbahn; richtig tolle Elternsprecher gehabt, die mir ein Mega-Feedback gegeben haben)
  • eine Klassenfahrt begleitet (Sylt mit zwei Fünften)
  • fünf Wandertagen beigewohnt (zwei davon selbst organisiert)
  • 15 Präventionsveranstaltungen/-teilnahmen für unsere Schulgemeinschaft organisiert/mitgemacht
  • 2 Schulkonferenzen, 2 Dienstbesprechungen, 2 Lehrerkonferenzen, 4 Fachschaftssitzungen, 20 Notenkonferenzen, 8 pädagogische Teambesprechungen, 1 Klassenkonferenz, (nur) 4 Elternabende, 2 Elternsprechtage, 2 Schulentwicklungstage (SE-Tage), 6 Termine des AK Projektwoche, 1 Einladung zum SEB, seit November 2018 1x wöchentlich SV-Sitzung sowie mindestens zwei Hände voll an weiteren terminierten Gesprächsanlässen mit Kolleg*innen und/oder Eltern und/oder Schüler*innen
  • 12 Prüflinge in Biologie als Vorsitzende oder via Protokoll durchs mündlichen Abitur begleitet
  • zwei Tage für ganztägige Fortbildungen frei bekommen, an sieben Terminen sechs weitere FoBis besucht
  • eine Projektwoche zusammen mit einem Schüler und einem weiteren Kollegen nahezu im Alleingang organisiert (administriert? delegiert?)
  • zehn Tage im 1. Halbjahr (u.a. der OP-Termin), zwei Tage im 2. Halbjahr (totale Erschöpfung) krank gemeldet

Bild von Sasin Tipchai auf Pixabay

Als hätte ich es bereits im Sommer erahnt und die FoBi zur  Gremienarbeit besucht, so sollte dieses Schuljahr ernsthaft umfänglich in der Arbeit im System werden. Bedingt durch eine Elternzeit war ich dieses Jahr Vorsitzende der Bio-Fachschaft, absehbar war, dass ich mich als Vertrauenslehrerin aufstellen lassen – allein der Zuspruch überraschte mich. Dritter Neubau: Personalrat. Im November wurde ich eher nebenbei Wahlvorstand, da ich bereits vor 4 Jahren die letzte Wahl begleitete, mir eh Verordnungen und Auswertungen liegen, da sich jedoch nur 5 mögliche Kandidaten für einen 5er-PR fanden, wollte ich natürlich auch eine ernsthafte Wahl ermöglichen, zack, ergänzten 2 weitere Kandidat*innen – inkl. meiner Person – den Wahlschein. Was soll ich viel schreiben? Seit Mai bin ich nun auch im Personalrat.

Mit Beginn des Schuljahres hatte ich angefangen die Vertretungsstunden akribischer aufzuschreiben, aber was bringt die Aufrechnung, wenn ich nicht weiß, wie viel mir durch schulorganisatorischer und nicht nur krankheitsbedingter Überschneidungen entfallen ist? Ersichtlich ist, dass ich mir wohl selbst in meiner Funktion als Stundenplanerassistenz sinnvollerweise häufig eine meiner drei Lieblingsklassen verpasst habe, damit sie nicht bei klassenfremden Kolleg*innen unnötige Vertretungen haben.

Untis und ich haben nach Ostern Abschied voneinander genommen. Nach vier Jahren Assistenz – und mit Aussicht meiner Abwesenheit im nächsten Schuljahr – war eine Nachfolge unabdingbar. Ja, im 1. Halbjahr gab es noch die ein oder andere Möglichkeit ganztägig den StevDirex zu vertreten, aber nun macht es halt jemand anderes. Vor allem jetzt in den ersten Sommerwochen hat mir die Stundenplanung für das neue Schuljahr aber bereits mächtig gefehlt. Ach, ach…

Hallo, Moin. Moin, Hallo. – Moin, Moin.

Worüber ich hier fast nie schreibe, ist mein Unterricht. Er ist und bleibt mein Dreh- und Angelpunkt. Mit gut geplanten Unterricht und einer ordentlichen Portion Humor möchte ich meine Schülerschaft von meinen Fächern, meiner Lebenseinstellung überzeugen können. Schüler*innen erwarten keine Mrs. Perfect, wenn sie mit mir zusammen neue Themenfelder erforschen, die ich z.T. ausdrücklich aussuche, sie aber dabei merken, dass sie sich einbringen müssen, dann wird es ein bleibendes Ergebnis geben.

Nunmehr also Ferien-Bergfest in SH und damit einhergehend die ewig ähnlichen Frames und Diskurse im Internet: 6 Wochen Ferien für Lehrer – warum; unterschiedliche Ferientermine in den Bundesländern – warum; Kündigung von in Zeitverträgen festhängenden Kolleg*innen – warum etc. pp. Die einen suchen noch nach Alternativen in ihren Feedback-Formaten, die anderen überlegen derweil, wie sie ihre neuen Sextaner begrüßen können. Danke, dass ihr mit mir auf mein Schuljahr zurückgeblickt habt. Für das nächste Schuljahr habe ich mir ein Stück Freizeit und Freiheit erarbeitet, ich werde ein Sabbatjahr einlegen. Vielleicht ergibt sich wieder mehr Zeit, dieses Blog zu befüllen. Schreiben werden ich auf jeden Fall viel, wenn nicht unmittelbar hier.

[2013/14 2014/15 2015/16 2016/17 2017/18 | Dies war mein 6. Schuljahr in Vollzeit nach dem Referendariat, womit ich mir meine 6 Wochen Ferien wohl in doppelter Hinsicht verdient habe.]

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