2021 – Ein Rückblick

Gerade per Bahn auf dem Heimweg von Heidelberg nach G-Town. Burg an Burg, Kirche an Kirche, Haus um Haus reihen sich hier am Rhein wie eine Perlenkette auf, ist schon ein bisschen anders als bei uns im Norden an der Elbe. Das erste Mal in meinem Leben einen „echten“ Blick auf die Loreley geworfen. Das Historikerinnen-Herz pocht. :)

Und 2021? Viel Corona-Mist erlebt. Im System Schule mehr und mehr das Gefühl der Beschäftigungs- und Verwahranstalt bekommen, aber auch sehr, sehr große Veränderungen in der Kernfamilie erleben und gestalten müssen. Auf einmal bin ich die, die die Dinge für die Eltern regelt. Meine Zeit in der Schule ist ebenso anspruchsvoll geworden: Schulentwicklung, PR, SV, Distanzlernkonzepte, Begabtenförderung, schulinternes Testzentrum und Gesundheitsamt. Da wird das Kerngeschäft Unterricht mal schnell zur Erholung im Alltag. Die Anstrengungen zu beide Themen verteilten sich aber zum Glück ganz gut über das erste bzw. zweite Halbjahr. 2021 hat mich sehr erschöpft. Die Sommerferien waren bitter nötig, dann kam der Zusammenbruch bei meiner Mutter. Gut war, dass ich auch im Schuljahr 2021/22 mit leicht reduziertem Deputat unterwegs war/bin und ich daher stets Montag frei habe.  

Symbolbild 2021

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#Distanzlernen

Zugenommen oder abgenommen?
Es bleibt im unzufriedenen Bereich, in dem mich alle kennen, ich mich auf Fotos unerträglich finde. Es fehlte im ganzen anderen Wahn des Jahres, Zeit für den Körper.

Mehr bewegt oder weniger?
Ganz gut rumgelaufen, zu wenig geschwommen. Vielleicht sollte ich mal den Megamarsch in Hamburg auf die ToDo setzen? Wandern hat sich irgendwie etabliert.

Haare länger oder kürzer?
Wegen Maskenalarm erst länger, kann sie so gut hochbinden. Jetzt zum Jahresabschluss wieder gekürzt.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Es endlich nach 5 Jahren mal wieder zum Augenarzt geschafft. Mit einem Rezept für einen neue Brille spekuliert… Aber nix da, an meinen Werten hat sich nichts geändert.

Mehr Kohle oder weniger?
Durch meine strikte Inventur aller Budgets in 2020 und die ETF-Sparpläne zeigt die Performance-Linie nach oben. Rebalancing ist demnächst angesagt. Eigentlich sollte es bereits zum Sommer A14 geben, da steht jedoch noch die juristische Entscheidung für Platz 2 oder 3 an unserer Schule aus.

Mehr ausgegeben oder weniger?
Zu wenig für schöne Sachen.

Die teuerste Anschaffung(-en)?
Ein Gefrierschrank, ein Kühlschrank.

Der hirnrissigste Plan?
Eine der drei Fachaufsichten in Biologie #eduSH zu übernehmen.

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Jeder Briefumschlag eine Schule mit jeweils vier Vorschlägen für das schriftliche Bio-Abitur.

Die „gefährlichste“ Unternehmung?
3x gegen Corona geimpft worden.
Mit dem alten Corsa zwischen G-Town und dem Spreewald pendeln.

Das leckerste Essen 2021?
Alles Selbstgekochte an unseren Samstagabenden. Raw like Suhi in Hamburg. Der neu entdeckte Italiener beim Golfplatz. Mister Ti. Nomnomnom.

Getränk des Jahres?
Leichte Schorle Apfel-Birne von Bad Liebenwerda.

Das beeindruckendste Buch?
.
[Nur Zeugs für die Schule gelesen.]

Der ergreifendste Film?
Im linearen Fernsehen „Ich bin dein Mensch“ gesehen. Sonst ist nicht viel nichts in Erinnerung geblieben.

Die beste Musik?
Tocotronic mit Soap&Skin Ich tauche auf
Ziemlich genial: The Kiffness Cat Jams
The War on Drugs I don’t live here anymore
Curtis Harding I won’t let you down
Für meine Dance-Seele:
Who made Who Abu Simbel
KNTRL Just Words

Das schönste Konzert? Der schönste (Comedy-)Auftritt?
.
[Pandemie und so.]

Die tollste Ausstellung?
Museumsgang zur Evolution der eukaryotischen Zelle in der Ec. ;)

Die meiste Zeit verbracht mit …?
Familienthemen und -menschen.

Die schönste Zeit verbracht mit …?
Sehr sicher J., sehr sicher unsere Sonntagmorgen.

Der beste Sex?
Ja.

2021 nach langer Zeit wieder getan?
Monatlich 1-2x im Elternhaus zu sein.

2021 zum ersten Mal getan?
Mehrere Klassen an einem Tag online unterrichten.
Pflegegrad beantragen.
Meine Schwiegerfamilie kennengelernt.
In Finnland nackt im See geschwommen.
Auf der Schulkonferenz mit einer unentspannten Äußerung die Elternschaft zum Kochen gebracht.
Papa ein Seniorenhandy eingerichtet und gezeigt, wie die Waschmaschine funktioniert.

Drei (!?) Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?
1. Die Vorsorge-/Generalvollmacht ziehen zu müssen und Mutti aufgrund ihres geistigen Abbaus, ihrer räumlichen und zeitlichen Desorientierung amtsrichterlich über mehrere Monate in der Neurologie zu belassen. Im Januar ist sie noch Auto gefahren.
2. Mama von ihrem Zuhause nach 45 Jahren abzumelden, nachdem ich entschieden habe, was sie alles in einem Pflegeheim brauchen wird.
3. Erstes Weihnachten ohne Mutti, erstes Silvester ohne ein Telefonat und Neujahrsgrüße von Mama und Papa. Aber sie ist körperlich noch da, zum Glück. Manchmal, einen kleinen Mini-Augenblick lang, habe ich das Gefühl, sie versucht sich uns mit aller Kraft noch mitzuteilen. Wahrscheinlich interpretiere ich unbewusst mehr hinein, weil sie mir so krass als Ansprechperson fehlt.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
[… und geschafft habe.] Mama in das etwas weiter entferntere, teurere, aber insgesamt bessere Pflegeheim zu geben. Dort wird sie inklusive Neurologe und Hausarzt versorgt, der personelle Verteilungsschlüssel ist deutlich zugewandter und es gibt einen speziellen Therapieansatz für ihre Lewy-Body-Demenz.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Kümmern. Sicherheit. Alles im Blick behalten. Den Lebensabend organisieren.

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Meine vielen Tränen stets an seiner Schulter trocknen zu können.

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
„Du kümmerst dich gut.“
„Du hast alles richtig gemacht.“

Vorherrschendes Gefühl 2021?
1. Halbjahr: Nicht schon wieder eine Videokonferenz.
2. Halbjahr: Wie geht es (weiter mit) Mama?

Was ich 2021 über mich gelernt habe?
In der aller größten Aufregung finde ich Sicherheit in organisatorischen Abläufen. So lange es „vorangeht“ und ich Prozesse gestalten kann, ist es für mich zudem einfacher, emotional anstrengende Situationen zu verarbeiten.

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Teeweisheiten

2021 war in einem Wort / in einem Satz …?
Pure Kraftanstrengung und work, work, work.

[Hier geht es zu den alten Beiträgen: 2020 nur als Fotorückblick existent, 2019, 2018, 2017, 2016, 2015.]

2 Gedanken zu „2021 – Ein Rückblick

    1. lehrerperle Autor

      Ebenso einen runden Beginn. Bei dir war es ja – selbst gefiltert und aus der Entfernung betrachtet – nicht so ganz ohne. Daher: lass uns auf die Schultern klopfen. 😀

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