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[Rezension] Klassenfahrten – Exkursionen – Wandertage

Bist du ein Viel-, Gelegenheits- oder Nichtfahrer? Das kannst du im neuen Buch von Heiko Reichelt und Gerald Wenge erfahren. Diesmal haben sich die beiden dem Thema Klassenfahrten angenommen [1, 2]. Da sich unterrichtliche Exkursionen und pädagogische Wandertage im ähnlich organisatorischen und rechtlichen Rahmen bewegen, sind diese mit je einem eigenen Kapitel vertreten. Hauptaugenmerk der übersichtlich strukturierten Lektüre liegt jedoch auf den Klassenfahrten.

Vielleicht wart ihr in diesem Schuljahr bereits unterwegs oder es steht demnächst eine externe (mehrtägige) Tour mit eurer Klasse oder mit euch als begleitende Lehrkraft an? Niemand von uns wird in seiner pädagogischen Laufbahn davon „verschont“ bleiben.

Für mich waren diese Fahrten eigentlich immer ein Gewinn. Auch wenn ich mir auf meiner ersten Klassenfahrt als begleitende Lehrerin nach Amsterdam vor Sorge wegen nächtlich abwesender Schüler 1x Streß-Lippenherpes zuzog. Hätte ich mal damals schon Heikos und Geralds Büchlein [Kapitel 5: Aufsichtspflicht S. 96ff.] zur Hand gehabt; mehrere Doppelseiten, die man gern vorab an die Kolleg/innen geben oder selbst noch auf der Hinfahrt mit Gewinn lesen kann.

Bild von Esther Merbt auf Pixabay

Das Büchlein (170 Seiten) ist gut lesbar geschrieben, wenn man möchte, kann man nur bestimmte Kapitel lesen. Die Autoren machen durchgehend bewusst, dass man quasi „Einkäufer, Verkäufer, Buchhalter, Kassenwart, Reiseleiter, Elternersatz und Controller“ zugleich ist, wenn wir Kolleg/innen uns in die Planung und Buchung von Fahrten begeben.

Was noch als Mehrwert bei mir hängen blieb? Bisher scheine ich in der Reihenfolge der Planung zu zielsicher („Passiert schon nichts während der Planung…“) und oberflächlich gearbeitet zu haben, da kann ich etwas genauer werden. Beginnend mit den Textbausteinen für die Elternbriefe, im Buch werden praktikable Formulierungshilfen gegeben. Zudem plant man gern mal die Klassenfahrt und holt sich erst im Nachgang die Legitimation durch die Schulleitung. Kennt ihr, oder? Wo ich großes Potential für mich sehe, ist bei der Partizipation der Schüler/innen im Vorfeld [Kapitel 2: Eine Klassenfahrt mit den Schülern gemeinsam planen] und im Nachlauf einer Fahrt [Kapitel 6: Eine Klassenfahrt dokumentieren und auswerten], vielleicht verschenke ich doch unnötig Chancen für mein – natürlich eh schon erfolgreiches – Classroom Management? In Kapitel 9 wird konkret die schulinterne und steuerliche Abrechnung angesprochen. Ja, Fahrten kosten nicht nur unsere Zeit, sondern z. T. private Vor-/Auslagen, diese sollte man sich unbedingt erstatten lassen.

Nach der Kategorisierung von Gerald und Heiko bin ich übrigens eine Vielfahrerin [Kapitel 1: Die Initiative ergreifen: freiwillig oder angeordnet, S. 21]. Viel Spaß Euch bei der nächsten Fahrt.

[1] Dem #Twitterlehrerzimmer (oder besser #twlz?) sind die beiden Autoren bereits von ihrer gemeinsamen Lektüre Unterrichtsbesuche, Hospitationen und Lehrproben bekannt, die eine oder der andere hat sicher auch das Blog Unterrichtsbesuche im Feedreader.

[2] Das neue Buch kann man hier oder hier käuflich erwerben. Gerald hat mir auf meine Initiative via Twitter im Juli 2019 ein Exemplar kostenfrei zukommen lassen. Vielen Dank dafür. Es steht nun in der Didaktisch-pädagogischen Bibliothek meiner Schule.

Sommerferien 2019

Sechs Wochen Sommerferien – und ich weiß nicht, wo diese nur annähernd geblieben sind. Ich meine, dann kann ich mich wohl auf mein Renterleben freuen, ich werde eher nicht zu denen gehören, die sich langweilen. ;)

Die letzte Schulwoche (KW 26) war noch einmal eine komprimierte Version des Schuljahres. Projektwoche von Montag bis Donnerstag, Montag Treffen und Grillen des alten und neuen Personalrats bei U., Dienstag Frisörbesuch bei R. – die nun ein Jahr auf einem Kreuzfahrtschiff Erfahrung sammeln will und mich in die Hände einer Kollegin übergibt, Mittwoch Einführungstreffen zum Israel-Seminar Ende Oktober, Donnerstag offizieller Kollegiumsabschied im Lehrerzimmer, Freitag Zeugnisse und Kollegiumsabschied in der Bio-FS, Samstag Abiball, Sonntag habe ich die Energie der Woche mitgenommen und die Steuererklärung fertig gestellt.

Zack, zack, zack – erst einmal runterkommen vom Adrenalin…

Erste Ferienwoche
Der Biorhythmus war noch auf Schulzeit getrimmt. Früh wach, früh müde. Gleich am Montag mit einer Zahnreinigung gestartet. Als PRlerin Schuldienst gehabt – eher als Ausrede, warum ich überhaupt in der Schule bin, genutzt. Die Zeit aber gebraucht, mein Fach im Lehrerzimmer und mein Kabinett leerzuräumen (diverse Zettelsammlungen, Plakate, Geschichtskarten, Material für die SuS, Bücher etc.) und in der Bio-Sammlung meinen Kram zu verräumen. In sechs Jahren häuft sich echt Zeugs an – fragt nicht, zumal wir Biologen unseren eigenen Schreibtisch haben. Ein wenig Phantomschmerz verspürt, da J. mit U. am Stundenplan saß. In den letzten vier Sommern war ich da immer. *schnief* Für die Biologen einen Ordner mit den Gefährdungsbeurteilungen erstellt. Mit dem anderen J. unsere FoBis zur Begabtenförderung/Springerbegleitung durchgeplant.

Zweite Ferienwoche
Drei Tage, zwei Nächte in Potsdam bei K. verbracht. Die Kühle im Jüdischen Museum genossen. Mich mit K. intensiv bequatscht: Vollzeitmama von Dreien, Vollzeitjob, Vollzeitehefrau. Dagegen ist mein Leben ein echter Ponyhof auf dem ich eigentlich immer über mich selbst bestimmen kann. Überraschenderweise ist es im Kolloquium bei Prof P. bzw. im Nachgang etwas eskaliert, aber manche Menschen kommen eben nicht klar mit sich und arbeiten sich dann an anderen ab.

Dritte Ferienwoche
Meine Sis ist frisch umgezogen: Besuch in Bielefeld (= Liebefeld, wie Hokey mir auf Twitter beibrachte). Im The Bernstein ihren Geburtstag betrunken, die Sparrenburg mit Flipflop bewandert; sehr darüber gestaunt, wie die Neu- und Altreichen so wohnen; dieses süße Café in Mitte entdeckt „Kleines Glück“, mich an alte Zeiten in Berlin erinnert… Ach, ach. Es hat etwas gedauert, bis ich das Tourismuslogo verstanden habe, aber es ist mir gelungen. Liebe Sis, Liebefeld war eine gute Idee. Ich bin sehr bald wieder da.

Vierte Ferienwoche
Allein in Gee. Zeit für mich. Zeit für Orga im Büro. Zeit für Bücher, die endlich mal an- und durchgelesen werden konnten. Meinen WeekView-Kalender eingerichtet, im ganzen ToDo-Gewussel vergesse ich gern mal private Ziele. Ja, es war megaheiß und ich hatte kaum Lust vor die Tür zu gehen, ins geliebte Freibad habe ich es aber geschafft. Am WE war die allerliebste U. zu Besuch. Fein, fein.

Fünfte Ferienwoche
Endlich wieder Struktur und geistiger Input: Drei Tage Sommerakademie des IQSH in Tannenfelde. Wieder mit mehr Motivation für eine Schulleitungsaufgabe zurückgekommen. Wenn ich alle Fortbildungen in 2019/20 wahrnehmen kann, fehlt mir nächsten Sommer noch das Modul zu den rechtlichen Grundlagen, aber sonst hätte ich alle TvAS vollständig. Für die Personalakte kann es nicht schaden, wie auch immer ich meine beruflichen Prioritäten in den nächsten Jahren lege.

Sechste Ferienwoche
Schulzeugs abgearbeitet. Feedback-Bögen für die ProWo ausgewertet, das schulinterne Fachcurriculum für Biologie fertiggestellt, sonst liegt es in einem Jahr noch unvollständig rum… Die Kurzthemenübersicht für die KuKs und die Erinnerung an das Methodencurriculum an die nun wieder übernehmende eigentliche Fachschaftsleitung geschickt. Mit dem dritten, nun verheirateten J. alle Bücher der Fachschaft gezählt, mit ihm auch die Präventionstermine besprochen. An U. die Kurshefte von E und Q1 geschickt, weil sie den Herzenskurs in Geschichte fortführt. Kollegen zum Kaffee und zum kroatischen Essen getroffen. Mich etwas beneiden lassen. Weil…

Ausblick
Für mich geht es heute erst einmal nicht zurück in die Schule. Keine Dienstversammlung, keine Klassenlehrerstunden, keine neuen Kurse und Klassen kennenlernen, keine jammernden Kolleg*innen aushalten müssen. Ich freue mich auf die viele Qualizeit mit mir. Dinge tun, die mich weiterbringen. Mein Profil stärken. An der Dissertation arbeiten, freiwillig in Bibliotheken rumsitzen. Keinen Unterricht planen, aber Unterrichtsideen sammeln. Das Springerkonzept in Ruhe ausarbeiten. Die Präventionsarbeit für meine Schule vertiefen: im Februar mache ich eine Ausbildung für das Peer-Projekt „Net-Piloten“, der SE-Tag für 2020/21 nimmt Gestalt an, dazu sollte der Kontakt mit der Präventionsstelle der Polizei neu aufgenommen werden. – \o/ Die Akkus sind voll. 

Was zum Schuljahr 2018/19 festgehalten werden sollte

Diesmal ein relativ ausgeglichenes Schuljahr in der Verteilung der Unterrichtswochen im 1. und 2. Halbjahr: jeweils 19 Wochen. Ersichtlich ergaben sich Schwerpunkte in der Elternarbeit (viel mehr an Telefonaten und persönlichen Treffen), in der eigenen digitalen Professionalisierung (Arbeit mit ToDo, TeacherStudio und WeekView) bzw. Organisation von Projekten an der Schule. Immer wieder – wenn ich mit der Sammlung der harten Fakten subjektiven Mitschriften für diesen Eintrag hier beginne – bin ich überrascht, was sich so an Terminvielfalt und -dichte in einem Schuljahr wiederfinden lässt.

Zahlen, Daten, Fakten:

  • 3 Oberstufenkurse: 2 in Biologie, 1 in Geschichte (brachte 102 Klausuren, zum Teil Klausurersatzleistungen)
  • 8 Klassen in der Orientierungs- und Mittelstufe: 4 in Biologie, 3 in Geschichte, 1 in Medien und Öffentlichkeit (WaPf) bzw. im 2. Halbjahr durch Unterrichtsneuverteilung: 6 in Biologie, 1 in Geschichte, 1 in MedÖ (ablesbar wird: Biologie ist ein Mangelfach an unserer Schule…)
  • außer in Klasse 8 in jedem Jahrgang mindestens eine Klasse  bzw. einen Kurs unterrichtet
  • im 1. Halbjahr Notenverantwortung für 196 Schüler*innen, denen ich 257 Zeugnisnoten gab; im 2. Halbjahr dann für 211 Schüler*innen, denen ich 245 Zeugnisnoten gab
  • Klassenleitung (-sbeschäftigungstherapie in) einer 9. Klasse (Hauptthemen: „Erreiche ich die E-Phase?“ „Möchte ich in die E-Phase unserer Schulart?“ „Welches Profil nehme ich nur?“; quasi nebenbei lief das Betriebspraktikum und waren drei Austauschschüler*innen für mehrere Tage bzw. Monate zu integrieren; allein die herzlich-emotionale Sammlung an persönlichen Briefen und Erinnerungen für mich zum Ende des Schuljahres verdeutlichte mir erneut die Bedeutung einer Mittelstufen-Klassenlehrerin in dieser entscheidenden Phase der Schullaufbahn; richtig tolle Elternsprecher gehabt, die mir ein Mega-Feedback gegeben haben)
  • eine Klassenfahrt begleitet (Sylt mit zwei Fünften)
  • fünf Wandertagen beigewohnt (zwei davon selbst organisiert)
  • 15 Präventionsveranstaltungen/-teilnahmen für unsere Schulgemeinschaft organisiert/mitgemacht
  • 2 Schulkonferenzen, 2 Dienstbesprechungen, 2 Lehrerkonferenzen, 4 Fachschaftssitzungen, 20 Notenkonferenzen, 8 pädagogische Teambesprechungen, 1 Klassenkonferenz, (nur) 4 Elternabende, 2 Elternsprechtage, 2 Schulentwicklungstage (SE-Tage), 6 Termine des AK Projektwoche, 1 Einladung zum SEB, seit November 2018 1x wöchentlich SV-Sitzung sowie mindestens zwei Hände voll an weiteren terminierten Gesprächsanlässen mit Kolleg*innen und/oder Eltern und/oder Schüler*innen
  • 12 Prüflinge in Biologie als Vorsitzende oder via Protokoll durchs mündlichen Abitur begleitet
  • zwei Tage für ganztägige Fortbildungen frei bekommen, an sieben Terminen sechs weitere FoBis besucht
  • eine Projektwoche zusammen mit einem Schüler und einem weiteren Kollegen nahezu im Alleingang organisiert (administriert? delegiert?)
  • zehn Tage im 1. Halbjahr (u.a. der OP-Termin), zwei Tage im 2. Halbjahr (totale Erschöpfung) krank gemeldet

Bild von Sasin Tipchai auf Pixabay

Als hätte ich es bereits im Sommer erahnt und die FoBi zur  Gremienarbeit besucht, so sollte dieses Schuljahr ernsthaft umfänglich in der Arbeit im System werden. Bedingt durch eine Elternzeit war ich dieses Jahr Vorsitzende der Bio-Fachschaft, absehbar war, dass ich mich als Vertrauenslehrerin aufstellen lassen – allein der Zuspruch überraschte mich. Dritter Neubau: Personalrat. Im November wurde ich eher nebenbei Wahlvorstand, da ich bereits vor 4 Jahren die letzte Wahl begleitete, mir eh Verordnungen und Auswertungen liegen, da sich jedoch nur 5 mögliche Kandidaten für einen 5er-PR fanden, wollte ich natürlich auch eine ernsthafte Wahl ermöglichen, zack, ergänzten 2 weitere Kandidat*innen – inkl. meiner Person – den Wahlschein. Was soll ich viel schreiben? Seit Mai bin ich nun auch im Personalrat.

Mit Beginn des Schuljahres hatte ich angefangen die Vertretungsstunden akribischer aufzuschreiben, aber was bringt die Aufrechnung, wenn ich nicht weiß, wie viel mir durch schulorganisatorischer und nicht nur krankheitsbedingter Überschneidungen entfallen ist? Ersichtlich ist, dass ich mir wohl selbst in meiner Funktion als Stundenplanerassistenz sinnvollerweise häufig eine meiner drei Lieblingsklassen verpasst habe, damit sie nicht bei klassenfremden Kolleg*innen unnötige Vertretungen haben.

Untis und ich haben nach Ostern Abschied voneinander genommen. Nach vier Jahren Assistenz – und mit Aussicht meiner Abwesenheit im nächsten Schuljahr – war eine Nachfolge unabdingbar. Ja, im 1. Halbjahr gab es noch die ein oder andere Möglichkeit ganztägig den StevDirex zu vertreten, aber nun macht es halt jemand anderes. Vor allem jetzt in den ersten Sommerwochen hat mir die Stundenplanung für das neue Schuljahr aber bereits mächtig gefehlt. Ach, ach…

Hallo, Moin. Moin, Hallo. – Moin, Moin.

Worüber ich hier fast nie schreibe, ist mein Unterricht. Er ist und bleibt mein Dreh- und Angelpunkt. Mit gut geplanten Unterricht und einer ordentlichen Portion Humor möchte ich meine Schülerschaft von meinen Fächern, meiner Lebenseinstellung überzeugen können. Schüler*innen erwarten keine Mrs. Perfect, wenn sie mit mir zusammen neue Themenfelder erforschen, die ich z.T. ausdrücklich aussuche, sie aber dabei merken, dass sie sich einbringen müssen, dann wird es ein bleibendes Ergebnis geben.

Nunmehr also Ferien-Bergfest in SH und damit einhergehend die ewig ähnlichen Frames und Diskurse im Internet: 6 Wochen Ferien für Lehrer – warum; unterschiedliche Ferientermine in den Bundesländern – warum; Kündigung von in Zeitverträgen festhängenden Kolleg*innen – warum etc. pp. Die einen suchen noch nach Alternativen in ihren Feedback-Formaten, die anderen überlegen derweil, wie sie ihre neuen Sextaner begrüßen können. Danke, dass ihr mit mir auf mein Schuljahr zurückgeblickt habt. Für das nächste Schuljahr habe ich mir ein Stück Freizeit und Freiheit erarbeitet, ich werde ein Sabbatjahr einlegen. Vielleicht ergibt sich wieder mehr Zeit, dieses Blog zu befüllen. Schreiben werden ich auf jeden Fall viel, wenn nicht unmittelbar hier.

[2013/14 2014/15 2015/16 2016/17 2017/18 | Dies war mein 6. Schuljahr in Vollzeit nach dem Referendariat, womit ich mir meine 6 Wochen Ferien wohl in doppelter Hinsicht verdient habe.]

KW 14 (2019) // Zwei Halbe

Wenn ich rückblickend hier ins Blog schaue und feststelle, dass ich seit 7 Wochen nicht mehr geschrieben reflektiert habe, dann war wohl viel los. Puh. Selbst Feedly platzte aus allen Nähten.

Ein gutes Schulsystem müsste laut Schubert die Lehrer*innen schützen und fördern, die besonders innovationsfreudig und leistungsfähig sind. Das Gegenteil ist aber auch meiner Erfahrung nach der Fall: Lehrkräfte müssen erleben, dass ihr Engagement ihnen hohe Belastung beschert. Weil neue Ideen oft belächelt werden. Weil denjenigen, die ihren Job gut machen, von der Schulleitung gerne weitere Aufgaben übertragen werden. Weil diejenigen, denen die Kinder besonders am Herzen liegen, die Probleme der Schüler*innen wahrnehmen und sich zu eigen machen. Weil diejenigen, die nur Dienst nach Vorschrift machen, mehr Zeit haben sich um ihre Beförderung zu kümmern. // komplett auf: Bildungslücken.net

Montag

Zur 1. Stunde da, 1x 45 Minuten Medien. Nachlese und schriftliches Feedback zum Medien-Elternabend. Danach 1×45 Minuten ohne Einsatz – also Zeit für Orga (Müllsammelaktion) und Kaffee. Im Anschluss 2x 90 Minuten Unterricht. Einstieg kulturelle Evolution in der Neun und Legebild/Blütendiagramm einer Tulpe in der Fünf. Im Anschluss ein etwas komplexeres und sehr ernstes (Erst-)Gespräch mit einer Schülerin. Ich muss dranbleiben. 30 Minuten Pause und 5 halbstündige pädagogische Klassenkonferenzen in Folge. #offtopic: Arbeitsergebnis in Vorbereitung dieser Termine: 217 mündliche Noten in 11 Klassen/Kursen. Um 18 Uhr daheim.

Dienstag

Wer rastet, der rostet. Zur 1. Stunde in der Schule, nur Orgazeugs: Besprechung PR-Wahl im Mai, Anmeldung meiner Klasse zur IdeenExpo in Hannover im Juni, Nachbesprechung einer internen Veranstaltung zur Berufswahl. 2. Stunde Aufsicht im Profil-Abi der Physiker. 2x 90 Minuten Unterricht: Katalase-Experimente mit der E in der Chemie oben, im selben Raum später mit den Sechsern Wiederholung von Kennzeichen der Wirbeltiergruppen. Ich übernahm die Klasse zum Halbjahr und muss nun stofflich einige Themen bündeln… Ab 13:15 Uhr dann unsere Müllsammelaktion mit 7 teilnehmenden Klassen bei schönstem Frühlingswetter. Die Siebener, die ich dazu animierte, war mit fast 20 Müllsäcken ziemlich erfolgreich. Zum Glück fand sich ein während der Sammelaktion tief im Gebüsch verlorenes „Kulturzugangsgerät“ wieder an. Kurzes Lehrerkoma auf der heimischen Couch, bevor ich auf der SEB-Sitzung zur Projektwoche einen Überblick gab. Wir nutzen Eventbrite, um die SuS die Projekte aus-/anwählen zu lassen. Die Elternschaft favorisiert ängstlich aushängende Listen und Wahlzettel mit Favorit 1, 2 und 3.

Mittwoch

Vorverlegte Doppelstunde in der 1./2. Stunde. Kurz vor Ostern war mit der Sieben nicht mehr viel anzustellen. Bisschen was zur Zelle und ab nach draußen auf den Schulhof: das Toasterspiel und andere Spiele aus der Klassenrat-FoBi ausprobieren. 1x 90 Minuten in der Q1e, viel über die DDR und meine biographischen Erlebnisse ausgefragt worden. Zu guter Letzt noch eine Vertretungsstunde in Geschichte. Hier wieder eine der arg erschöpften Klassen erwischt, die ich zwar zum Teil aus dem Medienunterricht kenne, aber was soll man da schon groß „unterrichten“? Kurze Abfrage, wo sie im Unterricht stehen und zack in den Modus „Der Geschichtslehrer erzählt …“ fallen. Am Ende kam ich auf knapp 40 Minuten zur Nachkriegsgeschichte Deutschlands, grob strukturiert durch meine Unterrichtsfolien der Parallelklasse, was mir mit Beifall honoriert wurde. Viel wichtiger war aber sicher mein Appell, dass sie nun die Ferien so richtig auskosten sollen. Gerade die Neuner machen sich aktuell ziemlich fertig auf ihrem Weg in die Oberstufe. Und ich weiß nicht, wie man ihnen den Leistungs-/Erfolgs-/Notendruck nehmen kann. Vorbild, Vorbild, Vorbild.

Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag, Sonntag (sozusagen die zweite halbe Woche, wenn ihr auf den Titel des Beitrags schaut…)

Der Rest der Woche war dann sehr, sehr erfüllt mit privaten Erlebnissen. Ferien! Frisör! Schlaf! Liebe! Sonne! Zunächst Geburtstag mit/bei U., beginnend mit Billard und Dart, dann Gin-Verkostung bis in die Nacht hinein. Am Donnerstag Geburtstag bei J., am Freitag spontan zur Komödie „Die Nervensäge“ an den Hamburger Kammerspielen losgezogen und die Nacht im Cocktailgewussel ausklingen lassen. Samstag Schlaf nachgeholt, am Sonntag die Elbe bei Ebbe und Flut inspiziert.

Ja, es geht mir sehr gut. Der Körper funktioniert nicht mehr nur bedingtermaßen („in a qualified sense“). Seelisch haben drei/vier Tage ohne Schule einfach nur mega gut getan. Aber: Ich habe eine Menge Respekt vor der Zeit nach Ostern, da kommt noch richtig viel Arbeit auf mich zu.

KW 7 (2019) // You never walk alone

Montag

Von Sonntag zu Montag quasi nicht geschlafen. Morgens – gegen halb vier – heiße Milch mit Honig getrunken. Immerhin ein kleiner Placebo-Effekt. | 42. Hochzeitstag meiner Eltern. Nichts liegt meiner Biografie ferner als solch ein Jubiläum. | Schülergespräche geführt, die dringende Elterntelefonate zur Folge hatten. | Mit J. zum HSV-Heimspiel gegen Dynamo unterwegs, vorab bei Herr He geschmaust. Von der Nordkurve aus eine sehr gefährliche (=Pyro) und zugleich sehr nette (=Dino) Choreografie der Dynamo-Fans bewundert, nebenbei Testosteron eingeatmet und einem eher schlechten Spiel zugeschaut.

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Immerhin: Meine Fitbit zählte beide Halbzeiten als Radfahren im Freien mit. Bewegung war gegeben. Gegen Mitternacht im Bett.

Dienstag

Vertretungsstunde und Arbeit, Arbeit, Arbeit. | Gespräch mit dem Schulsozialarbeiter. | Kurz mit Oma (85. Geburtstag), länger mit A. telefoniert.

Mittwoch

Drama Teil 204 wegen der Raumverteilung von uns Biologen. Ich mag es nicht mehr hören und diskutieren. | Treffen mit S. und G. zur PR-Wahl, den Wahlvorstand gegründet, das Wählerverzeichnis durchgesprochen, Termine gesetzt. | Spontan am Abend zum Fake Science Vortrag der Universitätsgesellschaft gegangen verpflichtet worden. Mit den richtigen Leuten um mich, braucht es keinen Schlaf.

Donnerstag

Zwei Vertretungsstunden in der Neun. | SV-Sitzung. | Das Helmholtz-Zentrum Geesthacht lud zum Wettbewerb Verständliche Wissenschaft ins kTS. Sehr, sehr cool. Acht Jungforscher, acht Mini-Vorträge, je acht Minuten – sozusagen das Neueste aus Wissenschaft und Forschung. Zudem hat eine Frau gewonnen! Als Krönung begeisterte Metin Tolan mit einem Vortrag zu Szenen aus Bond-Klassikern. Thema: „Geschüttelt, nicht gerührt: James Bond und die Physik“. Wer weiß, warum mich das nur zu sehr an den Halbtagsblog erinnert? ;)

Freitag

Untis-Training a.k.a. Assitenzarbeit. | Sextaner-Infotag, also bis 19 Uhr an der Schule gearbeitet und für Zuwachs geworben. | Die eine A15 meint mal wieder, ich als A13 könne doch noch (!!!) das eine kleine (schulübergreifende) Projekt organisieren. Spinnen die langsam alle? | Danach Geburtstagsfeier bei A. in HH. Ich war durch. Dabei hatte ich mich strikt an Sekt und Weißwein gehalten. (Zum Glück gab es Begleitschutz.)

Samstag

Von den Eltern (telefonisch) geweckt – wie früher… Nach ewiger Bearbeitungszeit gab es endlich Unterlagen für Papas (*1948) StaSi-Antrag. Aus den 1972! Aus späterer Zeit nicht mehr. Was mich doch arg in der Vermutung bestätigt, dass richtig viele Akten absichtlich verschollen sind. Es kann nicht sein, dass von Mom und von Papa nichts weiter vorliegt. Beide waren privat und beruflich umgeben von Spitzeln. Ich glaube da einfach nicht an Moms Theorie, dass diese auch einen Ort und Raum brauchten, wo sie frei sprechen konnten. Ausgerechnet bei/mit uns? | Ausgeschlafen. Haushalt. Bundesliga-Live-Konferenz.

Sonntag

Kaffee. Bett. Frühstück. Spaziergang. Eis. Schreibtisch. ZDF. Bett.