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KW 2 (2018) // Noten. Kurrentschrift. Termine.

Wie in jedem Schuljahr beginnt das neue Kalenderjahr mit dem Notenschluß. Da ich ja „richtig“ Ferien gemacht hatte, stand noch so einiges an Korrekturen bis Donnerstag 18 Uhr auf dem Zettelchen. Schlussendlich waren es einhunderachtundachtzig Schüler|innen, denen ich zweihundertvierundvierzig Noten vergeben habe. Mindestens zwei Fälle taten richtig weh, weil sich damit – also mit/wegen meiner Noten – der Verbleib oder Nichtverbleib in der jetzigen Klasse bzw. an unserer Schule entscheidet. Es ist immer schwer… Aber wenn es pädagogisch-fachlich eindeutig ist, muss ich halt auch solch eine Note den SuS vermitteln (können).

In den Sexten hatte ich zum Einstieg in das Fach Geschichte Stammbäume recherchieren, anlegen und bildlich ergänzen lassen. Wer wollte, konnte seine Arbeit durch ein Interview mit der ältesten noch lebenden Person seiner Familie und/oder dem ältesten Gegenstand der Familie bereichern. Da kamen ganz großartige Ergebnisse der Kleinen zusammen. Zusammen mit den Klassenlehrerinnen haben wir die Familienstrukturen studiert und einige Schlüsse ziehen können, die wiederum zu Nachfragen führten, die die Beziehung Schüler-Lehrer stärkten. Win-win-Situation auf beiden Seiten. Jedenfalls hatte ein Schüler den Hamburger Bürgerbrief und -eid seines Urururgroßvaters von 1900 dabei. Zudem Taufbrief und Geburtsurkunde des Ururgroßvaters von 1898. Dabei kam heraus, dass niemand in der Familie die Kurrentschrift entziffern kann, selbst der beigefügte handschriftliche Brief der Urgroßeltern von 1979 war in Teilen nicht lesbar, was nicht an der Handschrift liegt. Ein paar knifflige Worte waren dabei, aber nachdem ich eine Vorlage zum dänischen Kurrent – der Standesbeamte C. Tietgens hatte seltsame Zusatzbögen – gefunden habe, waren selbst diese richtig super lesbar. Tatsächlich freue ich mich jedes Mal, wenn ich solche „Übersetzungen“ vornehmen kann.

Sonst halt viel Terminorga gehabt. Das neue Team von Pro Familia war da und hat sich mit uns abgesprochen: neue Besen kehren ja bekanntlich besser gut. Bin gespannt, was die SuS sagen werden. Die Präviveranstaltungen rund um Alkohol und Drogen waren ja schon vor Weihnachten via Untis gesichert. Mich um meine eigenen Fortbildungen im 2. Halbjahr gekümmert; vier feste Termine (Bio-Update B, Landesfachtag Geschichte, Zeit- und Selbstmanagement, Uni-Zeugs), eine Abrufveranstaltung (Säule A für Ausbildungskräfte) plant Kollege U. gerade. Nebenbei noch die Klassenfahrt im April im Detail zu Ende organisieren. So viel zu tun, so wenig Zeit.

Was zum Schuljahr 2016/17 festgehalten werden sollte

Bevor ich die 1. Ferienwoche erfolgreich unter „entspannt runterkommen“ verbuche, hier der Versuch eines Resümees zum abgelaufenen Schuljahr. Mein viertes am OHG.

Das 1. Halbjahr war kurz. 17 Wochen, faktisch nur 15 bis zum Notenschluss, das 2. Halbjahr bot 22 Wochen. Jeweils die Ferien rausgerechnet. Obwohl ich auch in denen nahezu immer beschäftigt war. Ich weiß auch nicht, wie man diese ganzen Überstunden (den obligatorischen Sonntag als Vorbereitungszeit rechne ich mal nicht mit) aushält. Ich glaube, wir Lehrer packen das nur, weil wir uns immer wieder unserer Solidargemeinschaft mit anderen Leidensgenossen versichern. (Gern auf Twitter.)

Zahlen, Daten, Fakten:

  • 3 Oberstufenkurse: zwei in Biologie, einen in Geschichte (macht 134 Klausuren, davon je 13x Vorabi und Abitur)
  • 8 Klassen in der Orientierungs- und Mittelstufe: sechs in Biologie, eine in Geschichte, eine in Wapf (Medien und Öffentlichkeit)
  • Notenverantwortung für (im Mittelwert) 249 Schüler*innen
  • Klassenleitung im Bio-Profil (Nein, Oberstufenschüler sind nicht unbedingt pflegeleichter in der Betreuung.)
  • eine Klassenfahrt selbst organisiert (Krk, Kroatien), bei einer als Begleitung mitgefahren mitgenommen worden (wieder Friedrichstadt)
  • fünf ganztägigen Wandertagen beigewohnt: dreieinhalb selbst organisiert, anderthalb begleitet
  • 3 Dienstbesprechungen, 3 Lehrerkonferenzen, 4 Fachschaftssitzungen, 3 Elternabende, 2 Elternsprechtage, 3 Termine des AK Zeitstruktur, 2 Termine zum Thema Wahlpflichtbereich, 2 Schulentwicklungstage (SET) sowie noch etliche terminierte Gesprächsanlässe mit Kollegen und/oder Eltern und/oder Schülern überlebt
  • 1x Profilkurs Biologie in Hauptverantwortung (drei von vier Abivorschlägen neu kreiert)
  • einen Tag musste ich mich krank melden, zwei Tage habe ich für Fortbildungen frei bekommen, wobei ich den jeweiligen Unterricht vor- bzw. nachgearbeitet habe
  • ein freier Tag fiel mir noch am Ende zu, weil ich zu den Bundesjugendspielen keine eigene Klasse zu betreuen hatte
  • 19 mündliche Prüfungen (davon 2 Präsentationsprüfungen) in Biologie als Prüfungsvorsitz (erstmalig! wohoo!) bzw. Protokollant erlebt, noch zwei Prüfungen in Geschichte als Gast besuchen können
  • insgesamt 13 Präventionsveranstaltungen für unsere Schüler*innen organisiert
  • kurz vor Ende mit Kollege J. eine Abirede geschrieben und gehalten (viel Lob von Eltern und aus dem Kollegium geerntet)

Was viel Spaß und Meta-Wissen gebracht hat, war die Vertretungs-/Stundenplanerassistenz – auch wenn ich dafür wieder deutlich Mehrarbeit on top gelegt habe. Untis wird sicher etabliert bleiben, zumindest jede andere Stundenplaner-Software ähnlich funktionieren. Also nur vorteilhaft für meine Langfristplanung.

Bestimmend für das Schuljahr waren die neuen Fachanforderungen. Nach dem Doppeljahrgang unser diesjähriges Gezerre in den Fachschaften. In Geschichte bin ich sehr zufrieden, Biologie stellt alles auf den Kopf. (Niemand puzzelt von Innen nach Außen. Und in anderthalb Jahren kehren wir zurück zu G9.)

Mit den Stolpersteinen bin ich leider so gar nicht vorangekommen. Wurmt mich ein bisschen. Aber als AG kamen wir terminlich auf keinen grünen Zweig. Nebenbei ist halt nicht. G8 lässt grüßen. Inhaltlich und motivatorisch gab es sicher noch andere Gründe… Ich wage einen neuen Versuch im neuen Schuljahr.

Ich merke, wie sich mehr und mehr sowas wie Routine einstellt. Einige Kollegen kamen und gingen. Mittlerweile bin ich kein fresher Newbie mehr, aber noch immer neu/frisch genug. Mein Direx ermöglicht mir ein freies Wusseln im Präventionsbereich. Die Fachschaft Biologie schätzt mich. Mein kollegialer Rat wird auch freundschaftlich genutzt. Meinen Abstand habe ich mir dabei ohne schlechten Gewissens erhalten können. Schauen wir mal weiter.

KW 17 (2017) // Ich w/39 beichte, …

… dass ich den Beichtstuhl-Account unserer Schule bei Instagram entdeckt habe und dieser mir in den letzten 14 Tagen einiges an Nerven gekostet hat. Zumindest der Account ist nach direktorialer Ansprache im eventuell und vielleicht verursachenden Jahrgang nun still gelegt/gelöscht worden. To-Do für Mitleser und Quergoogler:

  1. Ruhe bewahren.
  2. Lektüre dazu im Netz lesen. Hier. Hier. Hier. Hier. Hier.
  3. Relevante Postings per Screenshot sichern. Auch die Kommentare.
  4. Euren Vorgesetzen informieren. (In einigen Bundesländern müssen z.B. gebeichtete Sachbeschädigungen behördlich angezeigt werden.)
  5. Ruhe bewahren.
  6. Nach Ab-/Rücksprache die betroffenen Kolleg*innen informieren.
  7. Im Kollegium aushandeln, was mögliche Ideen des Vorgehens wären.
  8. Den Verursacher-/Schreiberkreis einengen.
  9. Es nicht als pubertären Mist abtun. Sich dies auch nicht einreden lassen.
  10. Schnell Handeln, direkte Ansprache. Eine strafrechtliche Anzeige nicht ausschließen.
  11. Und: Notwendige Nachgespräche in den einzelnen Klassen bzw. mit einzelnen Betroffenen nicht vergessen.
  12. Atmen.

Ja, die Hydra hat mehrere Köpfe. Wahrscheinlich gibt es bei uns bald einen Account, der „Zur roten Buche“ heißt. Aber genauso, wie ich mich gegenüber SuS im Real Life, meinetwegen an der Bushaltestelle, verantwortlich zeige, sehe ich für mich diesen Auftrag im Digitalen. Zurecht, wenn sie wissen, dass ich dort auch aktiv bin. Denn sie wissen nicht (immer), was sie da tun. Ich vielleicht schon eher.


Etwa die Hälfte der Abiklausuren korrigiert. Puh Schööön Menno Achach Oh An die Zweitkorrektur weitergegeben.

Technisch aufgerüstet. Einen Samsung C480FW erworben. Endlich ein Laserdrucker im Heim-Netzwerk. Der HP von 2006 hätte seinen Job noch hinlänglich erledigt, allein die Patronenwüterei war mir jetzt zu doof.

Vom Lieblingskollegen einen neuen Akku ins iPhone 5S basteln lassen: 30€ und ein Kaffee. So ein Kleinkram macht mich echt froh.

Drei gewinnbringende (Betriebs-)Praktikumsbesuche bei den Neunern.

Vier pädagogische Klassenkonferenzen, ein halbstündiges Elterntelefonat.


Meine Schwester war zu Besuch, was überraschend notwendig war und so gut tat, obwohl wir uns gerade erst zu Ostern daheim im Spreewald gesehen hatten. Für Donnerstag hatte ich sie als Referentin zum Girls’/Boys’Day bei uns an der Schule akquirieren können. Was aber zählt, ist die Qualizeit bis einschließlich heute. Kammerspiele in Hamburg. Kino in Lüneburg. Ikea in Moorfleet. Lecker Essen von Sushi, Italiener bis Steakhouse. Daheim Spargel und Frühkartoffeln. Gleich gibt es noch die Reste als Suppe mit Eierstich verwertet. Passt auf euch auf.

Netzperle (V) // Fokus Lehrerbildung

Wir haben in zahlreichen Fächern das Problem einer doppelten Diskontinuität des fachlichen Wissens. Dies bedeutet, dass Studierende erfahren, dass sich das an der Universität vermittelte Wissen qualitativ teils stark von ihren schulischen Vorkenntnissen unterscheidet. Nachdem sie sich das universitäre Wissen erfolgreich angeeignet haben, gehen sie in die Schulpraxis. Dabei erleben sie nochmals einen Bruch, da zahlreiche Wissensinhalte des Universitätsstudiums für den Fachunterricht nur geringe Relevanz haben. Umgekehrt müssen sie diverse Fachinhalte unterrichten, die in der wissenschaftlichen Fachausbildung an der Universität keinen oder nur einen geringen Stellenwert hatten, weil sie für die wissenschaftliche Disziplin nicht mehr zeitgemäß waren. aus: Christian D. Magnus im Interview mit Prof. Dr. Jürgen Mayer in: „Ein Plädoyer für die Neujustierung der Wissensverhältnisse: Das Lehramtsstudium aus Sicht der Fachdidaktik“ (veröffentlicht 28.02.2017)

Was genauso anfänglich ein großes Problem für mich war. Humanbiologie und Botanik in der 5./6. Klassen auf ein solch reduzierten Niveau herunter zu brechen, kam nahezu einem neuen und eigenem Studium gleich. Jetzt im vierten unterrichtlichen Durchlauf gelingt es mir deutlich besser. Aber ein Lehrer lernt stet und ständig selbst… Geschichte fordert in der schulischen Umsetzung noch viel, viel mehr eine hohe intellektuelle Leistung ab. Von beiden Fächern fiel mir Biologie im Studium schwerer als Geschichte, fällt mir nunmehr unterrichtlich Geschichte fast schwerer als Biologie in der Umsetzung. Einfach mal Zack eine Quelle und die Französische Revolution mit den Aufklärern vorneweg? In den 7. Klassen geht das mal gar nicht.

Nicht nur beim schulischen Lernen sondern auch im Studium zeigt sich ja vielfach das Phänomen des ‚trägen Wissens‘. Das bedeutet, dass Lernende zwar über ein Wissen zu einem Thema verfügen und dieses auch im Kontext der Universität abrufen können, es jedoch abgekapselt von der professionsbezogenen Anwendungssituation existiert. Die Studierenden können das in der Universität erworbene Wissen also nicht auf Kontexte des Unterrichts übertragen. aus: ebenda

Hingegen machen diese Disparitäten die Lust und Liebe an diesem Beruf aus. Immer wieder neu, immer wieder anders. Aber immer im Sinne der Schüler, die bei mir im Unterricht sitzen und denen ich etwas „beibringen“ möchte.

KW 3 (2017) // Ruckzuck

Tja, schon wieder 2 Wochen Schule geschafft. Notenschluss in KW 2, diese Woche dann Mo-Do Notenkonferenzen. Als „Nebenfachlehrein“ bin ich bis auf die Achter in diesem Schuljahr in jedem Jahrgang vertreten. Interessant, interessant, wie gleich oder unterschiedlich man mit einigen KuKs tickt.

Mit J. ein wenig an Untis gesessen und das neue Halbjahr geplant. Die (Neu-)Verteilung steht, also kann mit dem alten Stundengerüst weiter gearbeitet werden, ein wenig Tetris ist noch angesagt. Der Stundenplan (Periode!) gilt dann wohl bis zu den Osterferien, danach ist die Q2 raus.

Heringe mit den Sechsern präpariert/seziert. Die Klasse, die sich intellektuell im Unterricht etwas steifer anstellt, war überraschend mit mehr Schwung und deutlich unängstlicher dabei. Es freut mich immer wieder, auch einige Schülerinnen und Schüler ganz anders in diesen praktischen Momenten zu erleben.

Die Abiklausuren fürs Bio-Profil fertig gebastelt und eingereicht. Klare Ansagen aus Kiel: max. 4 Teilfragen, max. 5 Operatoren. AFB I : II : III in einer Gewichtung von 40:50:10 Prozent. Diskutieren, urteilen, ableiten scheint nicht das Ziel der biologischen Ausbildung im Profilfach. Für mich, die ihre Refausbildung in NRW genossen hat, war das im letzten Jahr ein großer Schock. Was meine Klausuren angeht, fragt zum Glück niemand. Hier lege ich meine Gewichtung dann doch etwas anders aus.