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KW 50/51 (2018) // Aus dem Krankenhaus delegiert

Als nach den Herbstferien immer häufiger Koliken einsetzten, war klar, dass ich um eine zeitnahe OP – meine allererste OP überhaupt – nicht mehr herum kommen würde. Die Galle musste raus, über die Jahre haben sich dann doch auch bei mir Gallensteine angesammelt – eine familiäre Häufung bei uns ist unbestritten. Die resolute Internistin setzte mich nach einem etwas krasseren Schub Mitte November kurzzeitig außer Gefecht. Zeit genug, um einen Termin im KH zu vereinbaren und vorab schon mal alle Eingangsuntersuchungen zu durchlaufen.

Hmmm… Wann passt eine OP eigentlich in einen vollen Lehrerkalender?! Gut, dass ich dieses Schuljahr kein schriftliches Abitur habe und sich so kein Korrektur-Stau (Vorabi!) ergeben würde. Also eine Woche vor dem regulären Ferienbeginn bei uns hier im Norden? Arbeitsmäßig Gas gegeben und über die Nahrungsaufnahme zu steuern versucht, weitere Koliken zu verhindern. Bisschen arg vollen Schreibtisch bis dahin gehabt, aber ich bin ja Profi im vorausschauenden Arbeiten. Leider musste ich selbst das Wichteln mit meiner Neunten an einen Kollegen übergeben. Die eigenverantwortlichen Arbeiten in der Oberstufe werden mich dafür erst im Januar glücklich machen. Schule! Schule! Schule? Wir Lehrer sind echt bekloppt, was unsere Gesundheit angeht… Ich sowieso.

Alles ging sehr gut in Reinbek und ich hatte einen echt tollen Narkosearzt. Danach der Aufenthalt auf der Station hielt sich recht kurzweilig, da meine Zimmernachbarin mit der selben OP am selben Tag dran war. Party! An Schlaf war trotzdem immer nur ein paar Stunden am Stück zu denken. Was schön war: Wer alles an mich gedacht hat. Kleiner Drei! Ich habe zum Glück viele sehr liebevolle und herzenswarme Menschen um mich herum.

Nebenbei war die Deadline der Projektvorschläge für unsere Projektwoche. Alles dazu sammelt sich bei mir im Account; wer zu früh im Arbeitskreis zuckt, muss halt ran. Aber alle möglichen Projektleiter haben es geschafft, mit meinem „Formularblatt“ zu arbeiten. Dank dem Entwicklermodus in Word gibt es eine ordentliche und kostenneutrale Möglichkeit Absätze im Dokument zu sperren bzw. Einträge abzuverlangen. Make your own PDF-Style. Grundsätzlicher Ansatz für die ProWo im Juni ist, dass SuS selbst Projekte anbieten. Das wurde ziemlich gut angenommen. Und im nächsten Durchgang wird es dann noch besser. Ein wenig werden wir nur für die 5./6. Klassen nachsteuern müssen, aber das war zu erwarten.

Der ehemals gefeierte Journalist vom SPIEGEL drüben, Claas Relotius, wird in ein/zwei Jahren als ein dann neu und anders gefeierter Romanautor von sich lesen bzw. hören lassen. Wir werden ihn in ein paar Talkshows wiedersehen. Alles wird wieder gut. Alles zu seiner Zeit. Alles ein Abbild unserer Zeit.

Durchatmen. Runterkommen. An mich denken. Jetzt heißt es Weihnachten in Familie. Vor allem mein Vater war erstaunlich nervös wegen meiner OP und freut sich auf mich. Ganz sicher werde ich in den nächsten Tagen lieb versorgt/umsorgt. Trotzdem merke ich meinen alljährlichen Widerwillen ob der gedrängten und erwartungsvollen Zeit daheim. Vielleicht würde ich gern woanders sein wollen? Die Tage anders arrangieren? Es ist dann doch kompliziert mit uns. Aber die Familie gibt es halt nur in dieser Konstellation. Meinen Beitrag zur Gemütlichkeit werde ich leisten.

Ich wünsche euch eine erholsame und schöne Zeit mit den richtigen Menschen. Kommt gut ins neue Jahr.

KW 1 (2018) // *kopfgeleert*

Was für tolle Ferien gehabt. Und ja, wirklich Ferien gemacht. So richtig, richtig. Nicht nur unterrichtsfrei genommen, wie es in den letzten Jahren möglich war. Da ich in diesem Schuljahr lediglich mündlich im Abitur gebucht bin, lag kein Vorabi (und keine andere Klausur mehr) auf dem Schreibtisch. Alle sonstigen Arbeiten habe ich bis heute gründlichst ignoriert…

Sonst den schulischen Papierkorb im Kopf richtig gut leeren und Kraft tanken, andere Menschen und Orte genießen sowie Ideen und Eindrücke machen können. Aktivitäten mit Lieblingsmenschen tun einfach sehr gut.

Daheim im Spreewald war es nahezu kuschelig. Wir Vier hatten einen entspannten Weihnachtsabend, der bis zum nächsten Morgen gegen 3 Uhr ging. Dazu keine Inventur im elterlichen Laden mehr. Der mittelnervige „Spaß“ zu Weihnachten war all die Jahre irgendwie an uns Kindern hängen geblieben.

Seit A. hier war, teilen wir uns nun Netflix. Star Trek ist bereits weggeatmet.

Ab morgen dann wieder:

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KW 51 (2017) // Verdient unterrichtsfrei. Sowas von.

Juhu… Schluß. Aus. Vorbei. Frei.

Mit der Kollegiumsrunde am Mittwochabend einen schönen Abschluss in die Weihnachtszeit gefunden. Wichteln mit lecker fränkischem Essen in der Pappenheimer Wirtschaft. Die letzten 1,5 Wochen bin ich sehr auf dem Zahnfleisch rumgewurschtelt. Neben den üblichen Korrekturbergen von den drei Elternvertreterinnen meiner Klasse arg auf Trab gehalten worden. Lehrreiche Erfahrung gemacht, zwischen den Erwartungen der Eltern, den vielleicht tatsächlichen Problemen der SuS und den Möglichkeiten einer Kollegin zu verhandeln. Vor allem, da ich pädagogisch-menschlich den Argumenten der Elternschaft näher stand/stehe, aber auch die Kollegin nicht allein stehen lassen wollte, zumal ich ja von ihrem Fach auch keine Ahnung habe. Also zuhören, zuhören, zuhören und die möglichen Problematiken in eigene Worte wiedergeben. (Meine Kommunikationsfobi im November hat sich mehr als bewährt.)

Mo-Mi war – außerhalb der normalen A-/B-Wochen Regelung – unser Weihnachtsprojekt mit Weihnachtsbasar und -fest angesagt. Mir ist ehrlich jede Unterrichtsstunde lieber als dieses Projektchaos. An Schlaf war kaum zu denken, weil mir zu viel Orgazeugs durch den Kopf ging – obwohl meiner Achter ihre Bastelstationen und den anschließenden Verkauf toll im Griff hatten. Kritik gilt höchstens der Terminierung, etwas früher im Dezember wäre sinnvoller gewesen.

Mittwochmittag daheim dann erst einmal in einer ruhigen Ecke die Anspannung der letzten Wochen weggeheult. Ja, auch das muss mal sein… Aber so sind wir Lehrermädchen halt. Saustark bis die Tür zugeht oder wir uns in starke Arme fallen lassen können.

Nun sitze ich im Spreewald: Weihnachten wie immer bei meinen Eltern. Essen, Schlaf, Fürsorge, Planungen. Silvester dann wieder in HH. Hier folgt demnächst noch mein Jahresrückblick, dann ist schon 2018. Seid gut zueinander und genießt ein Frohes Fest.

KW 17 (2017) // Ich w/39 beichte, …

… dass ich den Beichtstuhl-Account unserer Schule bei Instagram entdeckt habe und dieser mir in den letzten 14 Tagen einiges an Nerven gekostet hat. Zumindest der Account ist nach direktorialer Ansprache im eventuell und vielleicht verursachenden Jahrgang nun still gelegt/gelöscht worden. To-Do für Mitleser und Quergoogler:

  1. Ruhe bewahren.
  2. Lektüre dazu im Netz lesen. Hier. Hier. Hier. Hier. Hier.
  3. Relevante Postings per Screenshot sichern. Auch die Kommentare.
  4. Euren Vorgesetzen informieren. (In einigen Bundesländern müssen z.B. gebeichtete Sachbeschädigungen behördlich angezeigt werden.)
  5. Ruhe bewahren.
  6. Nach Ab-/Rücksprache die betroffenen Kolleg*innen informieren.
  7. Im Kollegium aushandeln, was mögliche Ideen des Vorgehens wären.
  8. Den Verursacher-/Schreiberkreis einengen.
  9. Es nicht als pubertären Mist abtun. Sich dies auch nicht einreden lassen.
  10. Schnell Handeln, direkte Ansprache. Eine strafrechtliche Anzeige nicht ausschließen.
  11. Und: Notwendige Nachgespräche in den einzelnen Klassen bzw. mit einzelnen Betroffenen nicht vergessen.
  12. Atmen.

Ja, die Hydra hat mehrere Köpfe. Wahrscheinlich gibt es bei uns bald einen Account, der „Zur roten Buche“ heißt. Aber genauso, wie ich mich gegenüber SuS im Real Life, meinetwegen an der Bushaltestelle, verantwortlich zeige, sehe ich für mich diesen Auftrag im Digitalen. Zurecht, wenn sie wissen, dass ich dort auch aktiv bin. Denn sie wissen nicht (immer), was sie da tun. Ich vielleicht schon eher.


Etwa die Hälfte der Abiklausuren korrigiert. Puh Schööön Menno Achach Oh An die Zweitkorrektur weitergegeben.

Technisch aufgerüstet. Einen Samsung C480FW erworben. Endlich ein Laserdrucker im Heim-Netzwerk. Der HP von 2006 hätte seinen Job noch hinlänglich erledigt, allein die Patronenwüterei war mir jetzt zu doof.

Vom Lieblingskollegen einen neuen Akku ins iPhone 5S basteln lassen: 30€ und ein Kaffee. So ein Kleinkram macht mich echt froh.

Drei gewinnbringende (Betriebs-)Praktikumsbesuche bei den Neunern.

Vier pädagogische Klassenkonferenzen, ein halbstündiges Elterntelefonat.


Meine Schwester war zu Besuch, was überraschend notwendig war und so gut tat, obwohl wir uns gerade erst zu Ostern daheim im Spreewald gesehen hatten. Für Donnerstag hatte ich sie als Referentin zum Girls’/Boys’Day bei uns an der Schule akquirieren können. Was aber zählt, ist die Qualizeit bis einschließlich heute. Kammerspiele in Hamburg. Kino in Lüneburg. Ikea in Moorfleet. Lecker Essen von Sushi, Italiener bis Steakhouse. Daheim Spargel und Frühkartoffeln. Gleich gibt es noch die Reste als Suppe mit Eierstich verwertet. Passt auf euch auf.

2016 – Ein Rückblick

Mit der neuen (blauen) Kuscheldecke auf der Couch sitzen und über 2016 nachdenken. Das neue Jahr ist bereits 4 Tage alt, wird also Zeit, dass ich das alte Jahr festhalte, bevor zu viele neue Impressionen wesentliche Details überblenden.

Zugenommen oder abgenommen?
Zunächst gut, sogar sehr gut (!), abgenommen. Nach der amtsärztlichen Untersuchung den Ansporn aufgegeben und damit den Überblick auf die zugeführten Kalorien verloren. Der nachweibersommerlich fehlende Schwimmsport gab dem Bauchspeck den Rest. Besonders in den letzten zwei Monaten zu sehr gesündigt… Gute Nachricht: Ich kann mich mäßigen und ich bin wieder motiviert. Schlechte Nachricht: minus dauert länger als plus – obwohl es der gleiche Weg ist.

Haare länger oder kürzer?
Im länger versucht, jedoch zu feines Haar, welches auf den Schultern aufliegend zu schnell splisst. Also wieder kürzer.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Noch so ein Ergebnis vom Amtsarzt-Besuch im April. Das rechte Auge ist definitiv kurzsichtig. Das Bewusstsein, dass ich nun „Ersatzteile“ benötige, hat mich ganz schön getroffen. Ich eitles Huhn. Der Augenarzt bestätigte die Kurzsichtigkeit, attestierte dem linken Auge zugleich eine Weitsichtigkeit. Aha. Okay. Und die SuS mögen mich mit Brille. Ich mich selbst auch.

Mehr Kohle oder weniger?
Da der Corsa Anfang des Jahres abgezahlt war, ich das Fitnessstudio zum Frühjahr gekündigt hatte, eindeutig mehr.

Mehr ausgegeben oder weniger?
Weniger für Basics, mehr für das „gute Leben“.

Mehr bewegt oder weniger?
Im letzten Rückblick hatte ich diese Frage auf mich und meine wortwörtliche Bewegung ausgelegt, aber wahrscheinlich ist eher gemeint, ob ich Dinge bewirkt habe. Dann auf jeden Fall. Allein die festen und freiwilligen Projekte rund um die Schule. Nebenbei kleinere und mittelgroße Bausteine für ein privates Projekt herangebracht und behauen.  

Der hirnrissigste Plan?
Am Grundstück im Spreewald den Zaun neu machen zu wollen. Allein, dass ich nicht vor Ort war und bin, hat mich viel Zeit, Geld und Nerven gekostet. (Steuerlich vernünftig war es, das Geld zu investieren.)

Die gefährlichste Unternehmung?
Das heißt doch, es muss an meine gesundheitliche Konsistenz gegangen sein, oder? Dann war das eindeutig die Verantwortung für 3 Kurse im Doppeljahrgang des SH-Abiturs. 21 SuS schriftlich in Bio, 21 SuS mündlich in Bio und 5 SuS mündlich in Geschichte. Ich bin gefühlt 5 Jahre älter.

Der beste Sex?
Je oller, je doller?

Die teuerste Anschaffung?
Endlich Stiefel gefunden, die gefallen und passen. Und dieses geile Kleid von René Lezard.

Das leckerste Essen?
Eigentlich alles mit R. in Mailand, u.a. das Eis hier. Kalter Hund mit Lexi in L’au. Burger im HiG in DD mit Lexi und L. Die Schweinelenden auf Camembert an Preiselbeersoße mit N. im „Drei Königinnen“ in Augsburg.

Das beeindruckendste Buch?
Eins? Geht bei einem Viel- und Alles-Leser wie mir gar nicht.
*C.P. Snow, Zwei Kulturen
*M. Sommer und G. Krüger (Hg.), Biohistorische Anthropologie. Knochen, Körper und DNA in Erinnerungskulturen
*P. Sarasin, Darwin und Foucault. Genealogie und Geschichte im Zeitalter der Biologie

Der ergreifendste Film?
Toni Erdmann, natürlich.

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Die beste Musik?
Robin Schulz begleitete mich vor allem als Beifahrerin bei zwei Nachtfahrten mit meiner Schwester.

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Wenn es nur um Herzensmusik geht, dann Bosse mit seinem Engtanz-Album.

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Leonard Cohen. https://www.youtube-nocookie.com/embed/YD6fvzGIBfQ

Michael Kiwanuka. https://www.youtube-nocookie.com/embed/aMZ4QL0orw0

Endlich wieder neue Musik bei Groenlanrecords. Nein, nicht von Herbert Grönemeyer. „Nur“ von Philipp Poisel! https://www.youtube-nocookie.com/embed/PFsfBpT-qDw

[Eine passende und schöne Auflistung gibt es von Thomas Stadler.]

Das schönste Konzert?
Ich lasse diese Frage mal drin. Vielleicht ist ja in einem anderen Jahr etwas dabei.

Die tollste Ausstellung?

Naturkundemuseum Berlin

Tristan himself

Mit J*. in Berlin. Als sie mir von ihrer Idee erzählte, für 3 Monate nach Südamerika zu gehen.

Die meiste* Zeit verbracht mit …?
Mit J. und Untis. ;) [*monothematisch]

Die schönste Zeit verbracht mit …?
Mit meiner Schwester.

Vorherrschendes Gefühl 2016?
Wann bitte kann ich mal wieder so richtig ausschlafen?

2016 zum ersten Mal getan?
Segway fahren in Dresden.

2016 nach langer Zeit wieder getan?
An einem Abiball teilgenommen. Diesmal von der „anderen“ Seite.

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?
J.s Sternenkind im März.
Sich des Alterns als biologischen Prozess so sehr auch körperlich bewusst zu werden.
Das Ergebnis einer mündlichen Prüfung und die nachfolgenden „Verlegenheiten“.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Das Loslassen von Menschen, die einen nicht gut tun. Kluge Frauen warten nicht. Sie gehen.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Gemeinsame Zeit. 

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Gemeinsame Zeit.
[Paps, der auf seine Leihgabe aus 2013 verzichtet hat. Das Gutachten vom Direx zur Entfristung.] 

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
„Ich werde ab Oktober Biologie und Geschichte auf Lehramt studieren. Sie haben mir im Unterricht gezeigt, dass diese Fächerkombination echt toll ist.“

2016 war mit einem Wort …?
Arbeit.