Schlagwort-Archive: fundstücke

Bilder aus dem Coronaarchiv

Weil ich, …

… hier nichts Ausuferndes über mein Sexualleben schreibe.

… hier nichts über meine Gesundheit oder meine Krankheiten hinterlasse.

… hier nichts über angedeutete Umzugspläne oder Familienstreitigkeiten steht.

… sowieso ein langweiliges Leben führe, was kaum interessiert.

Muss ich niemanden dazu auffordern, irgendetwas nicht zu kommentieren. Mach ich hier kein Business oder möchte ich es je darauf anlegen, dass mir VG Wort einen Betrag X überweist.

KW 11 (2018) // Social Media, Teilzeiterlass, Sexualerziehung

Da bewegt sich was in meiner Filterblase. Frau Ella ist wieder da, Hokey kehrt Twitter für immer den Rücken. Dabei hatte ich spekuliert, dass ich ihn nach meiner „Fastenzeit“ wieder lesen kann. schnief Wobei ich natürlich auch den Absatz bei Herrn Buddenbohm (und den dort wiederum verlinkten Text von Frau DingDong) wahrgenommen habe… Individuelle Perspektiven auf das ganze Social Media Gedöns. Aber wir müssen alle unseren eigenen Umgang damit finden. Meine persönliche Unlust auf zuviel Social Media beruht zum Teil auf meinen erweiterten bzw. wiedergewonnen Genuss von anderen Informationskanälen. Twitter liefert m.E. nur noch nervige und zeitraubende Diskurse, Vernetzungsgedanke hin oder her. Facebook ist nicht meine Art des Zuganges zu glaubwürdigen und/oder gewinnbringenden Informationen. So bin ich in den letzten zwei/drei Jahren mehr und mehr Podcatcherin geworden.

Als ich 2009 bei Twitter einstieg, gehörte Hokey(s) mit zu den ersten Lehrern in meiner Timeline. Damals war ich selbst noch etwas unsicher auf dem Weg zum Lehrersein. Ja, nein, vielleicht? Rückblickend kaum vorstellbar. Seit 2006 scheinfrei, war ich kurz in die Immobranche abgebogen und nur die Finanzkrise von 2008 brachte mich dann doch noch zum Abschluss des Staatsexamens. Eine extra Runde in Berlin bei der Gewobag folgte, bis es zum Referendariat nach NRW und 2013 nach Sch-H an die heutige Schule ging. Hokey war immer mehr als einen Fav wert. Auch wenn wir uns bis heute nie persönlich gesehen haben: Ich werde dich digital auf jeden Fall vermissen! (Bleibt ja noch die Bloggerei. Ich weiß.)

Unter der Woche hatte ich wieder die Gelegenheit unseren StevDirex als Herr|in über Untis zu vertreten. Gerade werden wir von der Grippewelle auf Schüler- und Lehrerseite eingekürzt, dazu noch Känguru und die letzten Oberstufen-Klausuren müssen vor dem Unterrichtsende korrigiert werden. (Ihr kennt die KuK, die dann mal eben 2 Tage daheim bleiben? Ohne Worte.) Wir sind echt fair in der Stundenplanung und mehr als pedantisch in der Beachtung von maximalen Vertretungsstunden. Anstrengend, wenn dann doch über Vertretungen mit mir diskutiert wird. Wartet doch bitte auf den richtigen Ansprechpartner. Ich sitze da in erster Linie aus Spaß (Assistenz ohne Entlastungsstunden!) und weil es eventuell/vielleicht/perspektivisch ein Gewinn für mich ist, nicht um euch zu ärgern oder weil ich genau das als Auftrag hätte.

In den Quinten und Untertertien steht demnächst Sexualkunde an. Im letzten Sexpodcast der Zeit wurde genau darüber gesprochen: „Sex gehört nicht nur in den Biounterricht“

„Das Kondom über den Holzpenis ziehen, noch ein bisschen Anatomie und fertig: Wie klären Lehrerinnen und Lehrer heute an Schulen Kinder und Jugendliche auf? Offenbar besser als noch vor Jahrzehnten, dennoch müssen sie so einiges einfangen: Eltern, die gegen sexuelle Vielfalt als Unterrichtsthema wettern, Schüler, die Pornos auf dem Smartphone schauen, und Kinder, die Fragen zu Geschlechtskrankheiten und Beziehungen haben. Was gebe ich jungen Menschen beim Thema Sexualität mit?“

Einen neuen Impuls bekommen. Genau die Eckpunkte, die ich selbst als kritisch bzw. bemerkenswert empfinde. Ja, ich habe die Fachanforderungen als Rahmen und kann mich schulintern auf den Besuch von Pro Familia verlassen (weil ich ihn für diese Klassenstufen organisiere). Aber was genau unterrichte ich wie? Ich muss mir selbst über meine Sexualität und meine mitteilungswerten Anliegen im Klaren sein. Spannend. Erst einmal an die Fachschaft weitergeleitet. Da ist bei uns noch viel Luft nach oben.

Alleen und Blumen und Frauen

avenidas
avenidas y flores

flores
flores y mujeres

avenidas
avenidas y mujeres

avenidas y flores y mujeres y
un admirador

~ Eugen Gomringer ~

[Und ein Kulturkampf?]

Netzperle (V) // Fokus Lehrerbildung

Wir haben in zahlreichen Fächern das Problem einer doppelten Diskontinuität des fachlichen Wissens. Dies bedeutet, dass Studierende erfahren, dass sich das an der Universität vermittelte Wissen qualitativ teils stark von ihren schulischen Vorkenntnissen unterscheidet. Nachdem sie sich das universitäre Wissen erfolgreich angeeignet haben, gehen sie in die Schulpraxis. Dabei erleben sie nochmals einen Bruch, da zahlreiche Wissensinhalte des Universitätsstudiums für den Fachunterricht nur geringe Relevanz haben. Umgekehrt müssen sie diverse Fachinhalte unterrichten, die in der wissenschaftlichen Fachausbildung an der Universität keinen oder nur einen geringen Stellenwert hatten, weil sie für die wissenschaftliche Disziplin nicht mehr zeitgemäß waren. aus: Christian D. Magnus im Interview mit Prof. Dr. Jürgen Mayer in: „Ein Plädoyer für die Neujustierung der Wissensverhältnisse: Das Lehramtsstudium aus Sicht der Fachdidaktik“ (veröffentlicht 28.02.2017)

Was genauso anfänglich ein großes Problem für mich war. Humanbiologie und Botanik in der 5./6. Klassen auf ein solch reduzierten Niveau herunter zu brechen, kam nahezu einem neuen und eigenem Studium gleich. Jetzt im vierten unterrichtlichen Durchlauf gelingt es mir deutlich besser. Aber ein Lehrer lernt stet und ständig selbst… Geschichte fordert in der schulischen Umsetzung noch viel, viel mehr eine hohe intellektuelle Leistung ab. Von beiden Fächern fiel mir Biologie im Studium schwerer als Geschichte, fällt mir nunmehr unterrichtlich Geschichte fast schwerer als Biologie in der Umsetzung. Einfach mal Zack eine Quelle und die Französische Revolution mit den Aufklärern vorneweg? In den 7. Klassen geht das mal gar nicht.

Nicht nur beim schulischen Lernen sondern auch im Studium zeigt sich ja vielfach das Phänomen des ‚trägen Wissens‘. Das bedeutet, dass Lernende zwar über ein Wissen zu einem Thema verfügen und dieses auch im Kontext der Universität abrufen können, es jedoch abgekapselt von der professionsbezogenen Anwendungssituation existiert. Die Studierenden können das in der Universität erworbene Wissen also nicht auf Kontexte des Unterrichts übertragen. aus: ebenda

Hingegen machen diese Disparitäten die Lust und Liebe an diesem Beruf aus. Immer wieder neu, immer wieder anders. Aber immer im Sinne der Schüler, die bei mir im Unterricht sitzen und denen ich etwas „beibringen“ möchte.