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KW 1-2 (2019) // Wochenmotto: #konmari

Das Arbeitszeitkonto habe ich mit meiner 9-Tage Woche wohl mehr als gut ausgereizt. Die offiziell erste Woche war jeden Tag von kurz nach 7 bis 17 Uhr mit Arbeit an der Schule vollgestopft. Am Mittwoch sogar bis 19 Uhr. Manchmal ist es halt Wahnsinn. Zum Teil selbstgemachter Wahnsinn. Der anstehende Notensch(l)uss und ein minimaler (trotzdem nervender) Korrektur-Rückstau durch zu viel Erholung nach der OP, die vorweihnachtlich organisierten eigenverantwortlichen Arbeiten in drei Klassen rauschten per Mail rein, der ganz normale Orgakram (Projektwoche, schulinterne Girls‘ und Boys‘ Day, Medienelternabend, unterrichtliches Alltagsgeschäft) gab den Rest dazu. Selbst für Untis blieb keine wirkliche Zeit. Am Freitag war ich so platt, dass ich förmlich ins Bett kroch – #IBES war eh keine echte Alternative – um dort nahezu den ganzen Samstag mit Fieber/Schüttelfrost zu verbleiben. Zumindest mein Körper ist ehrlich zu mir. Heute Morgen war alles wieder gut.

Für die Statistik: 256 Halbjahresnoten für 195 SuS in 11 Kursen/Klassen. Zwei Klassen habe ich in Bio und Geschichte. Acht SuS neben Bio und Geschichte zudem im Wahlpflichtbereich. Natürlich kenne ich alle SuS mit Namen, aber kenne ich alle? Unterrichtlich ja, sonst eher etwas mehr als die Hälfte. Aber Begründungen dazu würden gerade meinen zeitlichen Rahmen sprengen.

In KW 1 war nebenbei Zeit für diese Aufräumsendung acht Folgen Hauswirtschaft auf Netflix übrig. Mein Leben ist Konmari!!11! Seit Jahren! Auch wenn ich meine Wäsche nicht so falte, sorry. Offensichtlich habe ich nur „kleinere Schwächen“ im Bereich „Wie sieht dein idealer Lebensstil aus?“ (Hmmm, was will ich? Muss das sein? Ist es nicht eh so ideal, wie ich lebe?) und im Themenfeld Kleinkram/Erinnerungsstücke. Meine Sammelwut im Büro ist grenzenlos. Aber 3x umgezogen ist wie 1x abgebrannt, da bleibt keine Zeit für Zeugs. Was mir gefällt ist diese „Does it spark joy?“-Frage. Sollte man sich wohl grundsätzlich häufiger stellen – nicht nur bei beweglichen Dingen.

Die Rechnung für die Gallen-OP ist eingetrudelt. Ordentliche 3.800€ für zwei Nächte mit Vollpension im Krankenhaus. Ja, die PKV und die Beihilfe werden mich unterstützen, trotzdem rauscht mir nebenbei der Widerspruch aus dem Handgelenk. Mal schön ein Einzelzimmer abgerechnet bekommen, obwohl ich die Zeit im Doppelzimmer verbrachte. *krückstockfuchtel* Vielleicht wurde mir N. einfach als Unterhaltungsprogramm angerechnet? Der Genesung hat es auf jeden Fall nicht geschadet, dass wir unseren Spaß hatten.

2018 – Ein Rückblick

Der letzte Jahresrückblick kam etwas traurig um die Ecke. Ein „genug und ausreichend“ war gefühlt „zu wenig“. In 2018 habe ich mich diesem inneren Konflikt etwas bewusster gestellt. Ungefüllte und ungeplante (Aus-)Zeiten zu genießen, war ein Lehrstück. Klar, war ab und an wieder Kopf über Herz über Seele dabei, da kann ich nicht aus meiner Haut, die alten Reflexe eben. In allem Empfinden war 2018 irgendwie gedrosselter und langsamer. Um mich herum haben die Leute geheiratet, Häuser gekauft, größere Wohnungen angemietet, Kinder bekommen, Krankheiten kuriert, sind in Pension gegangen oder neu an der Schule aufgetaucht, haben sich für oder gegen Jobs entschieden, nebenbei Abschlüsse eingefahren oder Prüfungen abgelegt, Glück und Unglück gehabt, wild mit ihren Fäusten und Krückstöcken gefuchtelt, rumgejammert, Ansprüche geäußert, unerfüllbare Bedingungen ausgesprochen, Scheidungen vollbracht…

Symbolbild 2018

Mein Thema 2018 war: Mich anerkennen, wie ich bin. Den 40. Geburtstag inhaltlich ignorieren, weil ich bereits so viel gemacht und erarbeitet habe. Einfach den Status Quo und das Leben genießen, für andere bei Bedarf und für mich immer da sein. Privat einige Dinge geregelt und abgeschlossen zu haben, hat einen großen Beitrag geleistet. Stetiges Kämpfen lohnt nur bei echten Perspektiven.

Zugenommen oder abgenommen?
Es ist kompliziert. Wie stark ich als Kohlenhydrat-Junkie gegensteuern muss, ist eh nur ein Indikator dafür, wie es mir innerlich geht.

Mehr bewegt oder weniger?
Mehr erlaufen, weniger geschwommen.

Haare länger oder kürzer?
Die Grundlänge hat sich mittlerweile auf etwas über schulterlang eingependelt, kürzer sollte es „der Weiblichkeit wegen“ nicht mehr werden. An der Farbe haben R. und ich etwas gespielt – weniger blond.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Da ich nicht wie geplant beim Optiker war, keine Ahnung. Die zwei Gläser machen ihren Job.

Mehr Kohle oder weniger?
+/- Null. Das vermietete Häuschen wirft mehr ab, die Stufenerhöhung in der Besoldungsgruppe war okay, 18€ im Lotto gewonnen. Fast genauso gut vom Gefühl, aber effektiver im Ergebnis: die erhöhte Rückzahlung des Finanzamtes.

Mehr ausgegeben oder weniger?
Weniger für Bahnfahrten (!), mehr für Freizeit und Kurztrips. Mehr auch auf dem samstäglichen Wochenmarkt. Durch das geplante Sabbatjahr jedoch insgesamt weniger Geldfluss auf der Haben-Seite. Aber darauf kann man sich ja einstellen. Verhungert bin ich ganz sicher nicht.

Die teuerste Anschaffung?
Gleich im Januar das iPhone 8. Nach 4,5 Jahren Nutzungszeit hatte das iPhone 5 seine Schuldigkeit getan.

Der hirnrissigste Plan?
Den Corsa aus sentimentalen Gründen zu halten. Theoretisch könnte ich dessen laufende Reparaturkosten jedes Jahr erneut eine Antwort höher eintragen. Praktisch steht er nahezu ungenutzt rum (< 8.000km/Jahr). Mein blaues Wunder.

Die gefährlichste Unternehmung?
Zählen Klassenfahrten und Wandertage mit in diese Kategorie?

Das leckerste Essen 2018?
Immer im Xeom in HH.
Das verdiente Sushi mit C. nach der Klassenfahrt.
Paderborn, Wolke 7. Mit A. an einem heißen Sommerabend und Segelflugzeuge beobachtend, dabei ihren neuen Job feiernd.
Mit N.+B., A.+M., P.+R. und A. im Gockelwirt am Vorabend der Hochzeit von N.+B. in Hopferau.
Postoperativ: Hühner-Frikasssee und Kaninchenbraten von Mom zu Weihnachten. Muttiküche ist eh die beste Küche.

Getränk des Jahres?
Mineralwasser aus Glasflaschen

Das beeindruckendste Buch?
Liv Strömquist, Der Ursprung der Welt
Wolfgang Herrndorf, Bilder deiner großen Liebe
Paul Feyerabend, Wider den Methodenzwang – Was M. Demantowsky dazu sagt.
Holger Kuntze, Lieben heißt wollen

Wer kann lieben? Jeder. Aber nicht jeder will lieben. Wir müssen auch akzeptieren, auf Menschen zu treffen, die nicht lieben wollen. Und wir tun gut daran, uns dann von diesen Menschen fernzuhalten, wenn wir selbst in und mit Liebe leben wollen. [1]

Der ergreifendste Film?
lineares Fernsehen: 2x Tatort / 1x Polizeiruf („Borowski und das Land zwischen den Meeren“ mit Axel Milberg, „Der Mann, der lügt“ mit Richy Müller / „Der Fall Sikorski“)
Netflix: „Kein Mann für leichte Stunden“ – Dieses Paralleluniversum mit vertauschten Geschlechterrollen würde mich doch sehr interessieren… :)
Kino: „Ballon“ und „Das schweigende Klassenzimmer“ – Beides Filme mit DDR-Content.

Die beste Musik?
Wieder vermehrt Musik heruntergeladen. Die Single Voyage Libre im März und das dazugehörige Album Treasures from the Temple von Thievery Corporation waren sehr, sehr überzeugend. Promises von Calvin Harris (w/ Sam Smith) den Sommer über in Dauerschleife gehört. Morcheeba! Laura Pergolizzi! Herbert hat endlich ein neues Album veröffentlicht und wird mir nächstes dieses Jahr den Besuch ein schönes Konzert ermöglichen.

Das schönste Konzert?
Das Musical des DSp-Kurses der Q1 im 2. Halbjahr 2017/18.

Die tollste Ausstellung?
„Europa und das Meer“ im Deutsch Historischen Museum.
„Wanderlust“ in der Alten Nationalgalerie.
Vom Paris-Trip im Juli ist das Panthéon in Erinnerung geblieben, dort vor allem das foucaultsche Pendel im und die Plakate um das Panthéon zu Lebensstationen von Simone Veil, die kurz zuvor dort mit ihrem Mann ein Ehrengrab erhalten hat. Tolle, beeindruckende Frau.

Die meiste Zeit verbracht mit …?
… und in der Schule.
Mit diesem wunderbar langen und intensiven Sommer. Ab 20°C schnurrt mein Motor, höhere Temperaturen sind noch besser.

Die schönste Zeit verbracht mit …?
T.

Der beste Sex?
Natürlich! ;)

Vorherrschendes Gefühl 2018?
Vertrauen. Ich bin sehr gut organisiert. Ich bin (hier) richtig.

2018 nach langer Zeit wieder getan?
Eine Gartenparty organisiert.
Paris besucht, weil ich unbedingt nach Versailles wollte. Kack Idee, der Park und alles drumrum ist ein schlechter Witz. Umso mehr schätze ich wieder einmal die Schlösserlandschaft von Potsdam. Sonst war Paris natürlich eine sehr gute Idee. :)
Die Finanzierung des Häuschens im Spreewald erneuert.
Jemanden nach sehr langer Zeit erneut begegnet, um dem Universum einen Sinn zuzusprechen.

2018 zum ersten Mal getan?
Kontenklärung bei der deutschen Rentenversicherung.
Den Blutmond beobachtet.
Mehrfach und mehrere Tage am Stück allein die Vertretungsplanung übernommen.
Die Ärztin bitten, mich krank zu schreiben, weil ich wirklich nicht mehr krauchen konnte.
Eine Operation unter Vollnarkose, einhergehend mit dem Hinterlegen einer Patientenverfügung und von Vollmachten für meine Lieben.

Drei (!?) Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?
Gesundheitlich die Pendelei meines TSH-Wertes im 2./3. Quartal und die Koliken rund um die Gallenblasenentzündung im 4. Quartal.
Familiäre Egomanie und Erwartungshaltung.
Die sich stets verhunzt anfühlenden Elternabendtermine. Ich will mich und meinen Unterricht vorstellen, keinen Rapport abliefern müssen.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Mich selbst. Von der überfälligen Ausformulierung des Dissertations-Themas. Work in progress.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Für G. die Organisation der Bootstour mit der Piep zum Abschied aus dem OHG-Dienst.

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Alle Gäste sind zur verregnetsten Gartenparty ever gekommen.

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
„Du hast mit deiner Art als Lehrerin und als Persönlichkeit erstmals T. genau da abgeholt und ‚befeuert‘, wo und wie er es sich immer bewusst und unbewusst ersehnt hat. […] … und ganz nebenbei liebt P. dich auch ganz heiß und strahlenförmig.“ (K. als Mutter von T. und P. <3)

2018 war in einem Wort / in einem Satz …?
Wachsen und Gedeihen. Sicherheit und Geduld.

[20172016, 2015.]

KW 50/51 (2018) // Aus dem Krankenhaus delegiert

Als nach den Herbstferien immer häufiger Koliken einsetzten, war klar, dass ich um eine zeitnahe OP – meine allererste OP überhaupt – nicht mehr herum kommen würde. Die Galle musste raus, über die Jahre haben sich dann doch auch bei mir Gallensteine angesammelt – eine familiäre Häufung bei uns ist unbestritten. Die resolute Internistin setzte mich nach einem etwas krasseren Schub Mitte November kurzzeitig außer Gefecht. Zeit genug, um einen Termin im KH zu vereinbaren und vorab schon mal alle Eingangsuntersuchungen zu durchlaufen.

Hmmm… Wann passt eine OP eigentlich in einen vollen Lehrerkalender?! Gut, dass ich dieses Schuljahr kein schriftliches Abitur habe und sich so kein Korrektur-Stau (Vorabi!) ergeben würde. Also eine Woche vor dem regulären Ferienbeginn bei uns hier im Norden? Arbeitsmäßig Gas gegeben und über die Nahrungsaufnahme zu steuern versucht, weitere Koliken zu verhindern. Bisschen arg vollen Schreibtisch bis dahin gehabt, aber ich bin ja Profi im vorausschauenden Arbeiten. Leider musste ich selbst das Wichteln mit meiner Neunten an einen Kollegen übergeben. Die eigenverantwortlichen Arbeiten in der Oberstufe werden mich dafür erst im Januar glücklich machen. Schule! Schule! Schule? Wir Lehrer sind echt bekloppt, was unsere Gesundheit angeht… Ich sowieso.

Alles ging sehr gut in Reinbek und ich hatte einen echt tollen Narkosearzt. Danach der Aufenthalt auf der Station hielt sich recht kurzweilig, da meine Zimmernachbarin mit der selben OP am selben Tag dran war. Party! An Schlaf war trotzdem immer nur ein paar Stunden am Stück zu denken. Was schön war: Wer alles an mich gedacht hat. Kleiner Drei! Ich habe zum Glück viele sehr liebevolle und herzenswarme Menschen um mich herum.

Nebenbei war die Deadline der Projektvorschläge für unsere Projektwoche. Alles dazu sammelt sich bei mir im Account; wer zu früh im Arbeitskreis zuckt, muss halt ran. Aber alle möglichen Projektleiter haben es geschafft, mit meinem „Formularblatt“ zu arbeiten. Dank dem Entwicklermodus in Word gibt es eine ordentliche und kostenneutrale Möglichkeit Absätze im Dokument zu sperren bzw. Einträge abzuverlangen. Make your own PDF-Style. Grundsätzlicher Ansatz für die ProWo im Juni ist, dass SuS selbst Projekte anbieten. Das wurde ziemlich gut angenommen. Und im nächsten Durchgang wird es dann noch besser. Ein wenig werden wir nur für die 5./6. Klassen nachsteuern müssen, aber das war zu erwarten.

Der ehemals gefeierte Journalist vom SPIEGEL drüben, Claas Relotius, wird in ein/zwei Jahren als ein dann neu und anders gefeierter Romanautor von sich lesen bzw. hören lassen. Wir werden ihn in ein paar Talkshows wiedersehen. Alles wird wieder gut. Alles zu seiner Zeit. Alles ein Abbild unserer Zeit.

Durchatmen. Runterkommen. An mich denken. Jetzt heißt es Weihnachten in Familie. Vor allem mein Vater war erstaunlich nervös wegen meiner OP und freut sich auf mich. Ganz sicher werde ich in den nächsten Tagen lieb versorgt/umsorgt. Trotzdem merke ich meinen alljährlichen Widerwillen ob der gedrängten und erwartungsvollen Zeit daheim. Vielleicht würde ich gern woanders sein wollen? Die Tage anders arrangieren? Es ist dann doch kompliziert mit uns. Aber die Familie gibt es halt nur in dieser Konstellation. Meinen Beitrag zur Gemütlichkeit werde ich leisten.

Ich wünsche euch eine erholsame und schöne Zeit mit den richtigen Menschen. Kommt gut ins neue Jahr.

KW 46 (2018) // Spahn. S-Bahn. Corsa.

Unser aktueller Gesundheitsminister (Anm. d. R.: Jens Spahn) fordert unterschiedlich hohe Beiträge für Pflege und Rente in der Kategorie Kinderlose oder Kinderhabende. Aktuell stehe ich nicht auf seiner Seite, aber das ist natürlich alles eine Frage des Diskurses. In dieser Sache einfach etwas von oben zu bestimmen, trennt die Gesellschaft für mich in „unproduktiv/produktiv“. Nicht wirklich gut. Denn keine Kinder zu haben, macht man ja nicht, weil man den Nachbarn mit Kindern auf der Tasche liegen möchte.

„Kinderlosigkeit kann mit verschiedensten Gründen verknüpft sein, biologisch, altersbedingt oder auch damit, nicht den richtigen Partner zum richtigen Zeitpunkt zu finden. Für die ungewollt Kinderlosen ist die gesellschaftliche Konzeption vom Nutznießer ein Schlag ins Gesicht“, meint Soziologin Julia Hahmann. [1]

Mal wieder aktiv die Zeit genommen und Leute beobachtet. Mein Lieblingsort: S-Bahn, Viererabteil. Mr. Cool, in Fahrtrichtung am Fenster sitzend, bekommt die Beine einfach nicht zusammen, während er hyperaktiv netflixt und sehr, sehr häufig skipt. Tolle Serie/Film. Neben ihm sitzt eine etwa 60-jährige Dame, die vor jeder Haltestelle erneut ihr Smartphone aus der Handtasche zieht, demonstrativ aufklappt, um immer wieder Nachrichten in Whats App zu lesen, jedoch selbst nie etwas tippt, dann das Case mit einem demonstrativen Klick schließt – nur um in 30 Sekunden den Vorgang zu wiederholen. Mr. Cool luschert mittlerweile auch schon interessiert zu ihr hinüber. Neben mir sitzt ein jüngerer Asiat, der auf seinem Samsung Tablet einen wissenschaftlichen (?) Text über Herzkatheteruntersuchungen liest. – Jetzt könnte ich ganze Geschichten rund um diese drei Menschen spinnen. Aber mehr als eine Begegnung in diesem Viererabteil wird es wohl nicht geben.

Den Corsa in die Werkstatt gebracht. Schlussendlich will ich ihn noch 2-3 Jahre fahren, da war das Geld für eine neue Steuerkette doch nur ein kurzer Schmerz. Obwohl ich mehr als ein halbes Jahr über die Ausgabe nachgedacht habe. Und wer hätte es gedacht? Zudem Fehlermeldung der Lambdasonde. Das wäre dann Nr. 4 seit ich den Corsa im Dezember 2011 erworben habe. Vielleicht sollte ich mir einen kleinen Vorrat an den Dingern zulegen? Die gehen hier weg, wie M&Ms. Papa meint: „Ein Auto kann sich auch kaputt stehen“. Jaja. Väterlicher Humor. Aber gerade, weil mein blaues Wunder (mittlerweile…) so wenig Laufleistung im Jahr hat, halte ich an ihm fest.

Ferienzeit, Erholungszeit

Morgen geht es hier wieder los mit dem Brotjob. Also mit dem pro-aktiven Teil, wo ich direkt auf Schüler und Kollegen treffe. Ein bisschen Planung steht schon, aber wie immer muss ich erst durch das Alltagsgeschäft in Fahrt kommen. Unterrichtlich und stundenplanerisch jedenfalls schon einmal eine sehr schöne Verteilung. Aber dazu bei Gelegenheit mehr.

Während der Osterferien für den Sommer 5 Tage Paris gebucht, weil A. am 16. Geburtstag hat und ich endlich, endlich mal nach Versailles wollte. Außerdem haben die Franzosen alle erst im August Ferien. Was wir da noch nicht geahnt haben: Frankreich steht am 15. Juli 2018 im Finalspiel der Fußball-WM. Mit dem uns entgegengebrachten Neid über den Trip konnten wir gut leben. ;) Zur zweiten Halbzeit haben wir uns auf den Weg zu einer dieser Bootstationen für eine Seine-Tour aufgemacht. Die Stimmung in der Stadt, Jubel und Geschrei von und mit den Menschenmengen auf jeder Brücke – das hat sich echt gelohnt. Dass sich die Franzosen die ganzen Abend und die ganze Nacht hindurch mit stundenlangen Autokorso gefeiert haben, wäre in diesem Ausmaße in Deutschland unvorstellbar. (Sicher hätte der Springer-Verlag vorweg endlose Bußgeldszenarien durchgespielt und die Nachbarn hätten eh längst die Polizei gerufen.) Am Montag war dann die Stadt wieder übervoll, da die siegreichen Les Bleus entsprechend empfangen werden mussten. Umso enttäuschter war ich dann vom Park Versailles. Eine Schotterwüste umrahmt von meterhohen Buchenhecken, die durch Holzverschläge in Form gebracht wurden. Kein Vogelpiepen, nur Menschenmassen. Alle Brunnenanlagen entweder aus oder gleich ohne Wasser. WTF?! Ich bin natürlich durch Potsdam verwöhnt. Direkt in der Sanssouci-Parkanlage Biologie und Geschichte studiert zu haben, kann halt keine Schlossanlage/-landschaft mehr toppen. Wenigstens durch das Petit Trianon (der Anlage von Marie-Antoinette) wurde ich ein wenig an diesem Tage versöhnt. Vielleicht muss ich auch einfach noch einmal im Frühjahr dort hinfahren.

Brautstrauß mit Schloss, Hirsch und Wölfen

Höhepunkt im August war die Hochzeit meiner besten Freundin im Allgäu. Schloss „Zu Hopferau“. Nette Location. Tolle Menschen wiedergesehen und neue kennen gelernt. Den Brautstrauß gefangen und vor Schreck an meine Schwester weitergereicht. Nothing for me.
In einer nächtlichen Aktion haben einige von uns Gästen mit Freude die Hörl’schen Wölfe neu arrangiert. Noch vor dem Frühstück standen alle wieder an Ort und Stelle. Hotelpersonal kann echt ein Spielverderber sein.

Zudem Zeit genommen, um ein paar Gesundheitsuntersuchungen – die eh regelmäßig anstehen – vorzunehmen. Großer Schreck, was meinen TSH-Wert angeht. Seit Dezember 2008 ist bei mir Hashimoto diagnostiziert und nun sollten mein Wert (>5) trotz regelkonformer Einnahme des Thyroxins wieder so schlecht sein, wie zu Beginn der Behandlung? Neben dem Gegrummel über den eigenen Gesundheitszustand war ich aber zugleich irgendwie erleichtert: endlich gab es eine Erklärung für all das komische und gequälte Innenleben im letzten halben/dreiviertel Jahr. Ja, ich lebe gesund, weil ich um meinen Gesundheitszustand weiß. Ich koche fast alles selbst, achte eh auf meine Kalorienzufuhr und 2-3 Mal die Woche ist Ausdauertraining angesagt. Zuletzt hatte ich aber den Eindruck, dass ich trotz minimierter Kalorienzufuhr (gleichzeitig aber Riesenappetit – nicht Hunger! – und daher anstrengender Selbstkasteiung) zunahm, ich sozial schlapp und dauerhaft müde war. Zugleich war ich so im Schul-System gefangen, dass ich funktionieren wollte/musste. Eigentlich hätte ich von allein darauf kommen können… Der Herr Doktor hat die Dosis erhöht und im Oktober gucken wir wieder, was der TSH-Wert sagt. Ideal ist <2. Allein jetzt nach 4 Wochen mit der höheren Dosis geht alles gleich so wunderbar von der Hand. Die Conclusio? Ich muss auf den/die Stressfaktor/-en um mich herum achten. Aber da befinde ich mich irgendwie im (selbstgesetzten?) Teufelskreis aus Anspruch und Inanspruchnahme.

Erholsam an so Ferien ist weniger der Verzicht auf schulische Themen, vielmehr, dass ich beständig an neuen Orten war, liebe Menschen getroffen habe und einfach anders gefordert war, als der Alltag mit sich bringt.