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Was zum Schuljahr 2018/19 festgehalten werden sollte

Diesmal ein relativ ausgeglichenes Schuljahr in der Verteilung der Unterrichtswochen im 1. und 2. Halbjahr: jeweils 19 Wochen. Ersichtlich ergaben sich Schwerpunkte in der Elternarbeit (viel mehr an Telefonaten und persönlichen Treffen), in der eigenen digitalen Professionalisierung (Arbeit mit ToDo, TeacherStudio und WeekView) bzw. Organisation von Projekten an der Schule. Immer wieder – wenn ich mit der Sammlung der harten Fakten subjektiven Mitschriften für diesen Eintrag hier beginne – bin ich überrascht, was sich so an Terminvielfalt und -dichte in einem Schuljahr wiederfinden lässt.

Zahlen, Daten, Fakten:

  • 3 Oberstufenkurse: 2 in Biologie, 1 in Geschichte (brachte 102 Klausuren, zum Teil Klausurersatzleistungen)
  • 8 Klassen in der Orientierungs- und Mittelstufe: 4 in Biologie, 3 in Geschichte, 1 in Medien und Öffentlichkeit (WaPf) bzw. im 2. Halbjahr durch Unterrichtsneuverteilung: 6 in Biologie, 1 in Geschichte, 1 in MedÖ (ablesbar wird: Biologie ist ein Mangelfach an unserer Schule…)
  • außer in Klasse 8 in jedem Jahrgang mindestens eine Klasse  bzw. einen Kurs unterrichtet
  • im 1. Halbjahr Notenverantwortung für 196 Schüler*innen, denen ich 257 Zeugnisnoten gab; im 2. Halbjahr dann für 211 Schüler*innen, denen ich 245 Zeugnisnoten gab
  • Klassenleitung (-sbeschäftigungstherapie in) einer 9. Klasse (Hauptthemen: „Erreiche ich die E-Phase?“ „Möchte ich in die E-Phase unserer Schulart?“ „Welches Profil nehme ich nur?“; quasi nebenbei lief das Betriebspraktikum und waren drei Austauschschüler*innen für mehrere Tage bzw. Monate zu integrieren; allein die herzlich-emotionale Sammlung an persönlichen Briefen und Erinnerungen für mich zum Ende des Schuljahres verdeutlichte mir erneut die Bedeutung einer Mittelstufen-Klassenlehrerin in dieser entscheidenden Phase der Schullaufbahn; richtig tolle Elternsprecher gehabt, die mir ein Mega-Feedback gegeben haben)
  • eine Klassenfahrt begleitet (Sylt mit zwei Fünften)
  • fünf Wandertagen beigewohnt (zwei davon selbst organisiert)
  • 15 Präventionsveranstaltungen/-teilnahmen für unsere Schulgemeinschaft organisiert/mitgemacht
  • 2 Schulkonferenzen, 2 Dienstbesprechungen, 2 Lehrerkonferenzen, 4 Fachschaftssitzungen, 20 Notenkonferenzen, 8 pädagogische Teambesprechungen, 1 Klassenkonferenz, (nur) 4 Elternabende, 2 Elternsprechtage, 2 Schulentwicklungstage (SE-Tage), 6 Termine des AK Projektwoche, 1 Einladung zum SEB, seit November 2018 1x wöchentlich SV-Sitzung sowie mindestens zwei Hände voll an weiteren terminierten Gesprächsanlässen mit Kolleg*innen und/oder Eltern und/oder Schüler*innen
  • 12 Prüflinge in Biologie als Vorsitzende oder via Protokoll durchs mündlichen Abitur begleitet
  • zwei Tage für ganztägige Fortbildungen frei bekommen, an sieben Terminen sechs weitere FoBis besucht
  • eine Projektwoche zusammen mit einem Schüler und einem weiteren Kollegen nahezu im Alleingang organisiert (administriert? delegiert?)
  • zehn Tage im 1. Halbjahr (u.a. der OP-Termin), zwei Tage im 2. Halbjahr (totale Erschöpfung) krank gemeldet

Bild von Sasin Tipchai auf Pixabay

Als hätte ich es bereits im Sommer erahnt und die FoBi zur  Gremienarbeit besucht, so sollte dieses Schuljahr ernsthaft umfänglich in der Arbeit im System werden. Bedingt durch eine Elternzeit war ich dieses Jahr Vorsitzende der Bio-Fachschaft, absehbar war, dass ich mich als Vertrauenslehrerin aufstellen lassen – allein der Zuspruch überraschte mich. Dritter Neubau: Personalrat. Im November wurde ich eher nebenbei Wahlvorstand, da ich bereits vor 4 Jahren die letzte Wahl begleitete, mir eh Verordnungen und Auswertungen liegen, da sich jedoch nur 5 mögliche Kandidaten für einen 5er-PR fanden, wollte ich natürlich auch eine ernsthafte Wahl ermöglichen, zack, ergänzten 2 weitere Kandidat*innen – inkl. meiner Person – den Wahlschein. Was soll ich viel schreiben? Seit Mai bin ich nun auch im Personalrat.

Mit Beginn des Schuljahres hatte ich angefangen die Vertretungsstunden akribischer aufzuschreiben, aber was bringt die Aufrechnung, wenn ich nicht weiß, wie viel mir durch schulorganisatorischer und nicht nur krankheitsbedingter Überschneidungen entfallen ist? Ersichtlich ist, dass ich mir wohl selbst in meiner Funktion als Stundenplanerassistenz sinnvollerweise häufig eine meiner drei Lieblingsklassen verpasst habe, damit sie nicht bei klassenfremden Kolleg*innen unnötige Vertretungen haben.

Untis und ich haben nach Ostern Abschied voneinander genommen. Nach vier Jahren Assistenz – und mit Aussicht meiner Abwesenheit im nächsten Schuljahr – war eine Nachfolge unabdingbar. Ja, im 1. Halbjahr gab es noch die ein oder andere Möglichkeit ganztägig den StevDirex zu vertreten, aber nun macht es halt jemand anderes. Vor allem jetzt in den ersten Sommerwochen hat mir die Stundenplanung für das neue Schuljahr aber bereits mächtig gefehlt. Ach, ach…

Hallo, Moin. Moin, Hallo. – Moin, Moin.

Worüber ich hier fast nie schreibe, ist mein Unterricht. Er ist und bleibt mein Dreh- und Angelpunkt. Mit gut geplanten Unterricht und einer ordentlichen Portion Humor möchte ich meine Schülerschaft von meinen Fächern, meiner Lebenseinstellung überzeugen können. Schüler*innen erwarten keine Mrs. Perfect, wenn sie mit mir zusammen neue Themenfelder erforschen, die ich z.T. ausdrücklich aussuche, sie aber dabei merken, dass sie sich einbringen müssen, dann wird es ein bleibendes Ergebnis geben.

Nunmehr also Ferien-Bergfest in SH und damit einhergehend die ewig ähnlichen Frames und Diskurse im Internet: 6 Wochen Ferien für Lehrer – warum; unterschiedliche Ferientermine in den Bundesländern – warum; Kündigung von in Zeitverträgen festhängenden Kolleg*innen – warum etc. pp. Die einen suchen noch nach Alternativen in ihren Feedback-Formaten, die anderen überlegen derweil, wie sie ihre neuen Sextaner begrüßen können. Danke, dass ihr mit mir auf mein Schuljahr zurückgeblickt habt. Für das nächste Schuljahr habe ich mir ein Stück Freizeit und Freiheit erarbeitet, ich werde ein Sabbatjahr einlegen. Vielleicht ergibt sich wieder mehr Zeit, dieses Blog zu befüllen. Schreiben werden ich auf jeden Fall viel, wenn nicht unmittelbar hier.

[2013/14 2014/15 2015/16 2016/17 2017/18 | Dies war mein 6. Schuljahr in Vollzeit nach dem Referendariat, womit ich mir meine 6 Wochen Ferien wohl in doppelter Hinsicht verdient habe.]

KW 5 (2019) // SET, Elternsprechtage, Wechsel in der Chefetage

Was alles hängen blieb. Da brauche ich mich über meinen schlechten Schlaf ab Mitte der Woche nicht wundern.

Montag
Beginn des 2. Halbjahres. Für das Kollegium zugleich SE-Tag (Schulentwicklungstag, einige Bundesländer sagen SchiLf dazu), unterrichtsfrei für unsere Schüler/innen. Langfristig wollen wir unser schulischen Leitbild verbessert nach außen präsentieren. G8/G9 hat so viel Ur-Vertrauen der Eltern in das Bildungssystem kaputt gemacht und verunsichert diese weiterhin derart, dass der Besuch eines Gymnasiums gerade von leistungsstarken Schüler/innen nicht mehr der Normalfall ist. Dabei vergessen die Eltern gern, dass nur am Gymnasium durchweg alle Natur- und Geisteswissenschaften bereits in der Orientierungs-/Mittelstufe als Einzelfächer unterrichtet werden. Im ersten Zeitfenster des SETs an der Darstellung unserer Berufs- und Studienvorbereitung gearbeitet. | Im zweiten Zeitfenster dann Fachschaftsarbeit – als Fachschaftsleitung habe ich unsere Biologen zur Grundreinigung unserer Sammlung motiviert bekommen. Yeah. | Zwei Kolleg/innen zu unterschiedlichen Themen angepfiffen, die sich mir gegenüber doch arg in der Wortwahl vergriffen. | Ab 14 Uhr Abschied des alten Chefs. Anderthalb doofe Reden, fünfeinhalb gute Reden gehört. | Die Rechauds zurückgebracht und das Kollegiums-Grünkohl bezahlt. | Zeit für Twinkle gefunden. | Ramen und delikate Sommerrollen genossen, einen Helium-Luftballon für H. gekauft. | Das Baby von N. ist da. OMG! Wie niedlich. Leider gleich mal Neugeborenengelbsucht erwischt. Aber alles wird gut.

Dienstag
Den neuen Perso abgeholt. Damit ist die letzte haptische Erinnerung an die Berliner Zeit ausgetauscht/verschwunden. Ich glaube, ich bin traurig. | Frau R. vom GA als Referentin für den GaBD gewonnen. | Sky heißt jetzt REWE. | Meine Neuner beim Beachhandball angefeuert. Den anderen Klassen mit schweren Tests gedroht, wenn nicht dann so und überhaupt… ;) Trotzdem nur 2x den 2. Platz belegt. Meine beste Handballerin war ja auch krank. Was solls. | Mail an den SEB-Vorsitz aufgrund seiner Rede vom Vortag. Jetzt haben wir Lehrer Redebedarf. | Geburtstags-Käffchen ohne Kuchen bei H.  | Viel Unterricht vorbereitet. | Anruf von Dr. H. zum Medienelternabend und zwecks Termin beim SEB. | Mit Wanderlust bei Netflix begonnen. Ein Wiedersehen mit Toni Collette. Wobei mir der Nebenstrang mit dem Sohn des Hauses besonders gut gefällt. | Sehr schlecht ein- und kaum durchgeschlafen.

Mittwoch
Mit dem Stundenplanwechsel habe ich nun mittwochs eine Doppelstunde Zeit für meine Vertretungsplanerassistenz, nächste Woche fehlen z.T. 5 KuKs. Clickbaiting in Untis. | Mich bei der Gelegenheit nochmal persönlich und gänzlich subjektiv vom Chef verabschiedet. Feuchte Augen hatte ich bisher nie bei ihm gesehen. Ich habe seiner undogmatischen Art, jedem seinen Freiraum zu belassen, sehr viel zu verdanken. Wer weiß, ob ich mich unter einem anderen Chef so hätte entwickeln können. Meine Ideen waren immer willkommen, ich konnte mich stets ausprobieren. | Die 7er neu in Bio übernommen. Systemebenen besprochen. | Mich mit der Praktikantin über Vorbilder im Lehrerberuf ausgetauscht. | Von 15 -18 Uhr acht Elterngespräche geführt. Eins halbstündig im Kontext der schriftlichen Missbilligung. Zwischendurch Zeit gefunden, Mails zur Projektwoche zu beantworten. | Noch anderthalb Stunden privat telefoniert.

Donnerstag
Den schlechten Schlaf der Nacht zuvor nachgeholt. Unterricht von 8 bis 16 Uhr. | Mein E-Kurs hat sich von 23 auf 15 SuS reduziert. Intensivst über die Motivation des Schulwechsels diskutiert. Was wir auch schon gemacht haben, als die Abgänger noch im Kurs saßen. Es hatte sich ja angedeutet. Meine Meinung: Das Gymnasium führt in erster Linie zum Abitur und bereitet auf ein Studium vor. Einige sind definitiv mit falschen Erwartungen in unsere Oberstufe gegangen, enttäuscht von der Zuteilung der Kolleg/innen in den Kursen, von den Leistungserwartungen an eine Oberstufenklasse. (Am Ende sind natürlich wir Lehrer/innen Schuld. Siehe SE-Tag, da ist viel zu tun…) Dankbar bin ich, dass diese Schüler/innen mir so vertrauen und offen kommunizieren.  | Eine eher entäuschende Klausurersatzleistung in Bio gehört. Was halb erwartbar war, da ich nicht wie vorgegeben, zwei Tage vorab Dokumentation, Handout und Präsentation zugeschickt bekam. | SV-Sitzung in der Mittagspause. Im neuen Raum. Ein neuer ambitionierte Plan der SuS ist, eventuell Fridays for Future in G-Town zu organisieren. Ich supporte, wo ich kann. | Ein richtig, richtig gutes Referat zur Revolution und Verfassung von 1848/49 ausgearbeitet bekommen. Spontanes Klatschen der Q1 nach dem Vortrag. So muss das sein. | Planung des Sextaner-Infotages. | Kurz mit R. und N. getextet.| Viel Unterricht vorbereitet. | Lange mit J. getextet. Gefühlsebenen auf beiden Seiten sortiert. | Später beim Bergdoktor erschöpft auf der Couch eingepennt.

Freitag
Dienstversammlung in der 1. Stunde, die neue Chefin hat sich vorgestellt. Sehr offene Vorstellung. Ich bin gespannt. | Alle Zeugnisse meiner Neuner ausgetauscht. Natürlich fanden die Zeugniskonferenzen erst 2019 statt, nicht schon 2018. | Zeit gefunden, mit dem Schulsozialarbeiter einige Brandherde zu besprechen. | Mit den Quintanern neu in die Wirbeltier-Systematik eingestiegen. Inklusive neuem Sitzplans, der für lange Gesichter sorgte. |  Von 14:30-18:30 vierzehn Elterngespräche geführt, davon zwei ca. halbstündig. Drei Elternteile für den GaBD gewonnen. | Abendessen beim Griechen in kollegialer Runde. Anti-Stress-Therapie von der besten Sorte. | Mit G. nach Hause gegangen und die Woche nachbesprochen. | Einsicht: Man hätte mir das Smartphone wegnehmen sollen. Unnötigerweise aus dem Erschöpfungsimpuls heraus getextet.

Samstag/Sonntag
Um 5 Uhr wach gewesen. Den Feedreader leer gelesen. | Gegen 10 Uhr wirklich aufgestanden. | Kein Frühstück, da Geburtstagsmittag bei H. und I. anstand. C. hatte ihre Hündin dabei, nettes Ding – Katzen finde ich trotzdem sinnvoller. ;) Die Enkelkinder mussten leider für die Prüfungen lernen. Über mein Sabbatjahr und die OP gesprochen. | Bundesligakonferenz gehört, nebenbei Hausputz und Wäsche. | Mit den Eltern, Frau P. und mit A. telefoniert. | Ich bin nicht das, aber mein eigenes Problem. | Mit R., F., J., F. und A. getextet. | Drei Folgen Discovery geschaut. | Wieder eine miese Nacht verbracht. | Lange gefrühstückt. Ein wenig Meal Prep für Montag/Dienstag vorgenommen. | Die Sonne trieb mich doch noch raus. Anderthalb Stunden spazieren gewesen, die Pferdemädchen besucht und Eis gegessen. Eine sehr gute Idee. | Mit I. die vortägliche Familienrunde bequatscht. | Wenig Unterricht vorbereiten müssen. | Viel gelesen. | Viel geplant. Dabei die To-Do-Listen bereinigt. | Gebloggt. | Nun einen Gang runterschalten und den Abend genießen aushalten.

KW 1-2 (2019) // Wochenmotto: #konmari

Das Arbeitszeitkonto habe ich mit meiner 9-Tage Woche wohl mehr als gut ausgereizt. Die offiziell erste Woche war jeden Tag von kurz nach 7 bis 17 Uhr mit Arbeit an der Schule vollgestopft. Am Mittwoch sogar bis 19 Uhr. Manchmal ist es halt Wahnsinn. Zum Teil selbstgemachter Wahnsinn. Der anstehende Notensch(l)uss und ein minimaler (trotzdem nervender) Korrektur-Rückstau durch zu viel Erholung nach der OP, die vorweihnachtlich organisierten eigenverantwortlichen Arbeiten in drei Klassen rauschten per Mail rein, der ganz normale Orgakram (Projektwoche, schulinterne Girls‘ und Boys‘ Day, Medienelternabend, unterrichtliches Alltagsgeschäft) gab den Rest dazu. Selbst für Untis blieb keine wirkliche Zeit. Am Freitag war ich so platt, dass ich förmlich ins Bett kroch – #IBES war eh keine echte Alternative – um dort nahezu den ganzen Samstag mit Fieber/Schüttelfrost zu verbleiben. Zumindest mein Körper ist ehrlich zu mir. Heute Morgen war alles wieder gut.

Für die Statistik: 256 Halbjahresnoten für 195 SuS in 11 Kursen/Klassen. Zwei Klassen habe ich in Bio und Geschichte. Acht SuS neben Bio und Geschichte zudem im Wahlpflichtbereich. Natürlich kenne ich alle SuS mit Namen, aber kenne ich alle? Unterrichtlich ja, sonst eher etwas mehr als die Hälfte. Aber Begründungen dazu würden gerade meinen zeitlichen Rahmen sprengen.

In KW 1 war nebenbei Zeit für diese Aufräumsendung acht Folgen Hauswirtschaft auf Netflix übrig. Mein Leben ist Konmari!!11! Seit Jahren! Auch wenn ich meine Wäsche nicht so falte, sorry. Offensichtlich habe ich nur „kleinere Schwächen“ im Bereich „Wie sieht dein idealer Lebensstil aus?“ (Hmmm, was will ich? Muss das sein? Ist es nicht eh so ideal, wie ich lebe?) und im Themenfeld Kleinkram/Erinnerungsstücke. Meine Sammelwut im Büro ist grenzenlos. Aber 3x umgezogen ist wie 1x abgebrannt, da bleibt keine Zeit für Zeugs. Was mir gefällt ist diese „Does it spark joy?“-Frage. Sollte man sich wohl grundsätzlich häufiger stellen – nicht nur bei beweglichen Dingen.

Die Rechnung für die Gallen-OP ist eingetrudelt. Ordentliche 3.800€ für zwei Nächte mit Vollpension im Krankenhaus. Ja, die PKV und die Beihilfe werden mich unterstützen, trotzdem rauscht mir nebenbei der Widerspruch aus dem Handgelenk. Mal schön ein Einzelzimmer abgerechnet bekommen, obwohl ich die Zeit im Doppelzimmer verbrachte. *krückstockfuchtel* Vielleicht wurde mir N. einfach als Unterhaltungsprogramm angerechnet? Der Genesung hat es auf jeden Fall nicht geschadet, dass wir unseren Spaß hatten.

2018 – Ein Rückblick

Der letzte Jahresrückblick kam etwas traurig um die Ecke. Ein „genug und ausreichend“ war gefühlt „zu wenig“. In 2018 habe ich mich diesem inneren Konflikt etwas bewusster gestellt. Ungefüllte und ungeplante (Aus-)Zeiten zu genießen, war ein Lehrstück. Klar, war ab und an wieder Kopf über Herz über Seele dabei, da kann ich nicht aus meiner Haut, die alten Reflexe eben. In allem Empfinden war 2018 irgendwie gedrosselter und langsamer. Um mich herum haben die Leute geheiratet, Häuser gekauft, größere Wohnungen angemietet, Kinder bekommen, Krankheiten kuriert, sind in Pension gegangen oder neu an der Schule aufgetaucht, haben sich für oder gegen Jobs entschieden, nebenbei Abschlüsse eingefahren oder Prüfungen abgelegt, Glück und Unglück gehabt, wild mit ihren Fäusten und Krückstöcken gefuchtelt, rumgejammert, Ansprüche geäußert, unerfüllbare Bedingungen ausgesprochen, Scheidungen vollbracht…

Symbolbild 2018

Mein Thema 2018 war: Mich anerkennen, wie ich bin. Den 40. Geburtstag inhaltlich ignorieren, weil ich bereits so viel gemacht und erarbeitet habe. Einfach den Status Quo und das Leben genießen, für andere bei Bedarf und für mich immer da sein. Privat einige Dinge geregelt und abgeschlossen zu haben, hat einen großen Beitrag geleistet. Stetiges Kämpfen lohnt nur bei echten Perspektiven.

Zugenommen oder abgenommen?
Es ist kompliziert. Wie stark ich als Kohlenhydrat-Junkie gegensteuern muss, ist eh nur ein Indikator dafür, wie es mir innerlich geht.

Mehr bewegt oder weniger?
Mehr erlaufen, weniger geschwommen.

Haare länger oder kürzer?
Die Grundlänge hat sich mittlerweile auf etwas über schulterlang eingependelt, kürzer sollte es „der Weiblichkeit wegen“ nicht mehr werden. An der Farbe haben R. und ich etwas gespielt – weniger blond.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Da ich nicht wie geplant beim Optiker war, keine Ahnung. Die zwei Gläser machen ihren Job.

Mehr Kohle oder weniger?
+/- Null. Das vermietete Häuschen wirft mehr ab, die Stufenerhöhung in der Besoldungsgruppe war okay, 18€ im Lotto gewonnen. Fast genauso gut vom Gefühl, aber effektiver im Ergebnis: die erhöhte Rückzahlung des Finanzamtes.

Mehr ausgegeben oder weniger?
Weniger für Bahnfahrten (!), mehr für Freizeit und Kurztrips. Mehr auch auf dem samstäglichen Wochenmarkt. Durch das geplante Sabbatjahr jedoch insgesamt weniger Geldfluss auf der Haben-Seite. Aber darauf kann man sich ja einstellen. Verhungert bin ich ganz sicher nicht.

Die teuerste Anschaffung?
Gleich im Januar das iPhone 8. Nach 4,5 Jahren Nutzungszeit hatte das iPhone 5 seine Schuldigkeit getan.

Der hirnrissigste Plan?
Den Corsa aus sentimentalen Gründen zu halten. Theoretisch könnte ich dessen laufende Reparaturkosten jedes Jahr erneut eine Antwort höher eintragen. Praktisch steht er nahezu ungenutzt rum (< 8.000km/Jahr). Mein blaues Wunder.

Die gefährlichste Unternehmung?
Zählen Klassenfahrten und Wandertage mit in diese Kategorie?

Das leckerste Essen 2018?
Immer im Xeom in HH.
Das verdiente Sushi mit C. nach der Klassenfahrt.
Paderborn, Wolke 7. Mit A. an einem heißen Sommerabend und Segelflugzeuge beobachtend, dabei ihren neuen Job feiernd.
Mit N.+B., A.+M., P.+R. und A. im Gockelwirt am Vorabend der Hochzeit von N.+B. in Hopferau.
Postoperativ: Hühner-Frikasssee und Kaninchenbraten von Mom zu Weihnachten. Muttiküche ist eh die beste Küche.

Getränk des Jahres?
Mineralwasser aus Glasflaschen

Das beeindruckendste Buch?
Liv Strömquist, Der Ursprung der Welt
Wolfgang Herrndorf, Bilder deiner großen Liebe
Paul Feyerabend, Wider den Methodenzwang – Was M. Demantowsky dazu sagt.
Holger Kuntze, Lieben heißt wollen

Wer kann lieben? Jeder. Aber nicht jeder will lieben. Wir müssen auch akzeptieren, auf Menschen zu treffen, die nicht lieben wollen. Und wir tun gut daran, uns dann von diesen Menschen fernzuhalten, wenn wir selbst in und mit Liebe leben wollen. [1]

Der ergreifendste Film?
lineares Fernsehen: 2x Tatort / 1x Polizeiruf („Borowski und das Land zwischen den Meeren“ mit Axel Milberg, „Der Mann, der lügt“ mit Richy Müller / „Der Fall Sikorski“)
Netflix: „Kein Mann für leichte Stunden“ – Dieses Paralleluniversum mit vertauschten Geschlechterrollen würde mich doch sehr interessieren… :)
Kino: „Ballon“ und „Das schweigende Klassenzimmer“ – Beides Filme mit DDR-Content.

Die beste Musik?
Wieder vermehrt Musik heruntergeladen. Die Single Voyage Libre im März und das dazugehörige Album Treasures from the Temple von Thievery Corporation waren sehr, sehr überzeugend. Promises von Calvin Harris (w/ Sam Smith) den Sommer über in Dauerschleife gehört. Morcheeba! Laura Pergolizzi! Herbert hat endlich ein neues Album veröffentlicht und wird mir nächstes dieses Jahr den Besuch ein schönes Konzert ermöglichen.

Das schönste Konzert?
Das Musical des DSp-Kurses der Q1 im 2. Halbjahr 2017/18.

Die tollste Ausstellung?
„Europa und das Meer“ im Deutsch Historischen Museum.
„Wanderlust“ in der Alten Nationalgalerie.
Vom Paris-Trip im Juli ist das Panthéon in Erinnerung geblieben, dort vor allem das foucaultsche Pendel im und die Plakate um das Panthéon zu Lebensstationen von Simone Veil, die kurz zuvor dort mit ihrem Mann ein Ehrengrab erhalten hat. Tolle, beeindruckende Frau.

Die meiste Zeit verbracht mit …?
… und in der Schule.
Mit diesem wunderbar langen und intensiven Sommer. Ab 20°C schnurrt mein Motor, höhere Temperaturen sind noch besser.

Die schönste Zeit verbracht mit …?
T.

Der beste Sex?
Natürlich! ;)

Vorherrschendes Gefühl 2018?
Vertrauen. Ich bin sehr gut organisiert. Ich bin (hier) richtig.

2018 nach langer Zeit wieder getan?
Eine Gartenparty organisiert.
Paris besucht, weil ich unbedingt nach Versailles wollte. Kack Idee, der Park und alles drumrum ist ein schlechter Witz. Umso mehr schätze ich wieder einmal die Schlösserlandschaft von Potsdam. Sonst war Paris natürlich eine sehr gute Idee. :)
Die Finanzierung des Häuschens im Spreewald erneuert.
Jemanden nach sehr langer Zeit erneut begegnet, um dem Universum einen Sinn zuzusprechen.

2018 zum ersten Mal getan?
Kontenklärung bei der deutschen Rentenversicherung.
Den Blutmond beobachtet.
Mehrfach und mehrere Tage am Stück allein die Vertretungsplanung übernommen.
Die Ärztin bitten, mich krank zu schreiben, weil ich wirklich nicht mehr krauchen konnte.
Eine Operation unter Vollnarkose, einhergehend mit dem Hinterlegen einer Patientenverfügung und von Vollmachten für meine Lieben.

Drei (!?) Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?
Gesundheitlich die Pendelei meines TSH-Wertes im 2./3. Quartal und die Koliken rund um die Gallenblasenentzündung im 4. Quartal.
Familiäre Egomanie und Erwartungshaltung.
Die sich stets verhunzt anfühlenden Elternabendtermine. Ich will mich und meinen Unterricht vorstellen, keinen Rapport abliefern müssen.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Mich selbst. Von der überfälligen Ausformulierung des Dissertations-Themas. Work in progress.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Für G. die Organisation der Bootstour mit der Piep zum Abschied aus dem OHG-Dienst.

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Alle Gäste sind zur verregnetsten Gartenparty ever gekommen.

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
„Du hast mit deiner Art als Lehrerin und als Persönlichkeit erstmals T. genau da abgeholt und ‚befeuert‘, wo und wie er es sich immer bewusst und unbewusst ersehnt hat. […] … und ganz nebenbei liebt P. dich auch ganz heiß und strahlenförmig.“ (K. als Mutter von T. und P. <3)

2018 war in einem Wort / in einem Satz …?
Wachsen und Gedeihen. Sicherheit und Geduld.

[20172016, 2015.]

KW 50/51 (2018) // Aus dem Krankenhaus delegiert

Als nach den Herbstferien immer häufiger Koliken einsetzten, war klar, dass ich um eine zeitnahe OP – meine allererste OP überhaupt – nicht mehr herum kommen würde. Die Galle musste raus, über die Jahre haben sich dann doch auch bei mir Gallensteine angesammelt – eine familiäre Häufung bei uns ist unbestritten. Die resolute Internistin setzte mich nach einem etwas krasseren Schub Mitte November kurzzeitig außer Gefecht. Zeit genug, um einen Termin im KH zu vereinbaren und vorab schon mal alle Eingangsuntersuchungen zu durchlaufen.

Hmmm… Wann passt eine OP eigentlich in einen vollen Lehrerkalender?! Gut, dass ich dieses Schuljahr kein schriftliches Abitur habe und sich so kein Korrektur-Stau (Vorabi!) ergeben würde. Also eine Woche vor dem regulären Ferienbeginn bei uns hier im Norden? Arbeitsmäßig Gas gegeben und über die Nahrungsaufnahme zu steuern versucht, weitere Koliken zu verhindern. Bisschen arg vollen Schreibtisch bis dahin gehabt, aber ich bin ja Profi im vorausschauenden Arbeiten. Leider musste ich selbst das Wichteln mit meiner Neunten an einen Kollegen übergeben. Die eigenverantwortlichen Arbeiten in der Oberstufe werden mich dafür erst im Januar glücklich machen. Schule! Schule! Schule? Wir Lehrer sind echt bekloppt, was unsere Gesundheit angeht… Ich sowieso.

Alles ging sehr gut in Reinbek und ich hatte einen echt tollen Narkosearzt. Danach der Aufenthalt auf der Station hielt sich recht kurzweilig, da meine Zimmernachbarin mit der selben OP am selben Tag dran war. Party! An Schlaf war trotzdem immer nur ein paar Stunden am Stück zu denken. Was schön war: Wer alles an mich gedacht hat. Kleiner Drei! Ich habe zum Glück viele sehr liebevolle und herzenswarme Menschen um mich herum.

Nebenbei war die Deadline der Projektvorschläge für unsere Projektwoche. Alles dazu sammelt sich bei mir im Account; wer zu früh im Arbeitskreis zuckt, muss halt ran. Aber alle möglichen Projektleiter haben es geschafft, mit meinem „Formularblatt“ zu arbeiten. Dank dem Entwicklermodus in Word gibt es eine ordentliche und kostenneutrale Möglichkeit Absätze im Dokument zu sperren bzw. Einträge abzuverlangen. Make your own PDF-Style. Grundsätzlicher Ansatz für die ProWo im Juni ist, dass SuS selbst Projekte anbieten. Das wurde ziemlich gut angenommen. Und im nächsten Durchgang wird es dann noch besser. Ein wenig werden wir nur für die 5./6. Klassen nachsteuern müssen, aber das war zu erwarten.

Der ehemals gefeierte Journalist vom SPIEGEL drüben, Claas Relotius, wird in ein/zwei Jahren als ein dann neu und anders gefeierter Romanautor von sich lesen bzw. hören lassen. Wir werden ihn in ein paar Talkshows wiedersehen. Alles wird wieder gut. Alles zu seiner Zeit. Alles ein Abbild unserer Zeit.

Durchatmen. Runterkommen. An mich denken. Jetzt heißt es Weihnachten in Familie. Vor allem mein Vater war erstaunlich nervös wegen meiner OP und freut sich auf mich. Ganz sicher werde ich in den nächsten Tagen lieb versorgt/umsorgt. Trotzdem merke ich meinen alljährlichen Widerwillen ob der gedrängten und erwartungsvollen Zeit daheim. Vielleicht würde ich gern woanders sein wollen? Die Tage anders arrangieren? Es ist dann doch kompliziert mit uns. Aber die Familie gibt es halt nur in dieser Konstellation. Meinen Beitrag zur Gemütlichkeit werde ich leisten.

Ich wünsche euch eine erholsame und schöne Zeit mit den richtigen Menschen. Kommt gut ins neue Jahr.