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2021 – Ein Rückblick

Gerade per Bahn auf dem Heimweg von Heidelberg nach G-Town. Burg an Burg, Kirche an Kirche, Haus um Haus reihen sich hier am Rhein wie eine Perlenkette auf, ist schon ein bisschen anders als bei uns im Norden an der Elbe. Das erste Mal in meinem Leben einen „echten“ Blick auf die Loreley geworfen. Das Historikerinnen-Herz pocht. :)

Und 2021? Viel Corona-Mist erlebt. Im System Schule mehr und mehr das Gefühl der Beschäftigungs- und Verwahranstalt bekommen, aber auch sehr, sehr große Veränderungen in der Kernfamilie erleben und gestalten müssen. Auf einmal bin ich die, die die Dinge für die Eltern regelt. Meine Zeit in der Schule ist ebenso anspruchsvoll geworden: Schulentwicklung, PR, SV, Distanzlernkonzepte, Begabtenförderung, schulinternes Testzentrum und Gesundheitsamt. Da wird das Kerngeschäft Unterricht mal schnell zur Erholung im Alltag. Die Anstrengungen zu beide Themen verteilten sich aber zum Glück ganz gut über das erste bzw. zweite Halbjahr. 2021 hat mich sehr erschöpft. Die Sommerferien waren bitter nötig, dann kam der Zusammenbruch bei meiner Mutter. Gut war, dass ich auch im Schuljahr 2021/22 mit leicht reduziertem Deputat unterwegs war/bin und ich daher stets Montag frei habe.  

Symbolbild 2021

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#Distanzlernen

Zugenommen oder abgenommen?
Es bleibt im unzufriedenen Bereich, in dem mich alle kennen, ich mich auf Fotos unerträglich finde. Es fehlte im ganzen anderen Wahn des Jahres, Zeit für den Körper.

Mehr bewegt oder weniger?
Ganz gut rumgelaufen, zu wenig geschwommen. Vielleicht sollte ich mal den Megamarsch in Hamburg auf die ToDo setzen? Wandern hat sich irgendwie etabliert.

Haare länger oder kürzer?
Wegen Maskenalarm erst länger, kann sie so gut hochbinden. Jetzt zum Jahresabschluss wieder gekürzt.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Es endlich nach 5 Jahren mal wieder zum Augenarzt geschafft. Mit einem Rezept für einen neue Brille spekuliert… Aber nix da, an meinen Werten hat sich nichts geändert.

Mehr Kohle oder weniger?
Durch meine strikte Inventur aller Budgets in 2020 und die ETF-Sparpläne zeigt die Performance-Linie nach oben. Rebalancing ist demnächst angesagt. Eigentlich sollte es bereits zum Sommer A14 geben, da steht jedoch noch die juristische Entscheidung für Platz 2 oder 3 an unserer Schule aus.

Mehr ausgegeben oder weniger?
Zu wenig für schöne Sachen.

Die teuerste Anschaffung(-en)?
Ein Gefrierschrank, ein Kühlschrank.

Der hirnrissigste Plan?
Eine der drei Fachaufsichten in Biologie #eduSH zu übernehmen.

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Jeder Briefumschlag eine Schule mit jeweils vier Vorschlägen für das schriftliche Bio-Abitur.

Die „gefährlichste“ Unternehmung?
3x gegen Corona geimpft worden.
Mit dem alten Corsa zwischen G-Town und dem Spreewald pendeln.

Das leckerste Essen 2021?
Alles Selbstgekochte an unseren Samstagabenden. Raw like Suhi in Hamburg. Der neu entdeckte Italiener beim Golfplatz. Mister Ti. Nomnomnom.

Getränk des Jahres?
Leichte Schorle Apfel-Birne von Bad Liebenwerda.

Das beeindruckendste Buch?
.
[Nur Zeugs für die Schule gelesen.]

Der ergreifendste Film?
Im linearen Fernsehen „Ich bin dein Mensch“ gesehen. Sonst ist nicht viel nichts in Erinnerung geblieben.

Die beste Musik?
Tocotronic mit Soap&Skin Ich tauche auf
Ziemlich genial: The Kiffness Cat Jams
The War on Drugs I don’t live here anymore
Curtis Harding I won’t let you down
Für meine Dance-Seele:
Who made Who Abu Simbel
KNTRL Just Words

Das schönste Konzert? Der schönste (Comedy-)Auftritt?
.
[Pandemie und so.]

Die tollste Ausstellung?
Museumsgang zur Evolution der eukaryotischen Zelle in der Ec. ;)

Die meiste Zeit verbracht mit …?
Familienthemen und -menschen.

Die schönste Zeit verbracht mit …?
Sehr sicher J., sehr sicher unsere Sonntagmorgen.

Der beste Sex?
Ja.

2021 nach langer Zeit wieder getan?
Monatlich 1-2x im Elternhaus zu sein.

2021 zum ersten Mal getan?
Mehrere Klassen an einem Tag online unterrichten.
Pflegegrad beantragen.
Meine Schwiegerfamilie kennengelernt.
In Finnland nackt im See geschwommen.
Auf der Schulkonferenz mit einer unentspannten Äußerung die Elternschaft zum Kochen gebracht.
Papa ein Seniorenhandy eingerichtet und gezeigt, wie die Waschmaschine funktioniert.

Drei (!?) Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?
1. Die Vorsorge-/Generalvollmacht ziehen zu müssen und Mutti aufgrund ihres geistigen Abbaus, ihrer räumlichen und zeitlichen Desorientierung amtsrichterlich über mehrere Monate in der Neurologie zu belassen. Im Januar ist sie noch Auto gefahren.
2. Mama von ihrem Zuhause nach 45 Jahren abzumelden, nachdem ich entschieden habe, was sie alles in einem Pflegeheim brauchen wird.
3. Erstes Weihnachten ohne Mutti, erstes Silvester ohne ein Telefonat und Neujahrsgrüße von Mama und Papa. Aber sie ist körperlich noch da, zum Glück. Manchmal, einen kleinen Mini-Augenblick lang, habe ich das Gefühl, sie versucht sich uns mit aller Kraft noch mitzuteilen. Wahrscheinlich interpretiere ich unbewusst mehr hinein, weil sie mir so krass als Ansprechperson fehlt.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
[… und geschafft habe.] Mama in das etwas weiter entferntere, teurere, aber insgesamt bessere Pflegeheim zu geben. Dort wird sie inklusive Neurologe und Hausarzt versorgt, der personelle Verteilungsschlüssel ist deutlich zugewandter und es gibt einen speziellen Therapieansatz für ihre Lewy-Body-Demenz.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Kümmern. Sicherheit. Alles im Blick behalten. Den Lebensabend organisieren.

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Meine vielen Tränen stets an seiner Schulter trocknen zu können.

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
„Du kümmerst dich gut.“
„Du hast alles richtig gemacht.“

Vorherrschendes Gefühl 2021?
1. Halbjahr: Nicht schon wieder eine Videokonferenz.
2. Halbjahr: Wie geht es (weiter mit) Mama?

Was ich 2021 über mich gelernt habe?
In der aller größten Aufregung finde ich Sicherheit in organisatorischen Abläufen. So lange es „vorangeht“ und ich Prozesse gestalten kann, ist es für mich zudem einfacher, emotional anstrengende Situationen zu verarbeiten.

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Teeweisheiten

2021 war in einem Wort / in einem Satz …?
Pure Kraftanstrengung und work, work, work.

[Hier geht es zu den alten Beiträgen: 2020 nur als Fotorückblick existent, 2019, 2018, 2017, 2016, 2015.]

Fotorückblick 2020

Im regelmäßig und gern von mir konsumierten Blog der Kaltmamsell gesehen, die auch auf die unkomplizierten Spielregeln zur Idee zum #fotorückblick2020 von Joël verlinkt.

Silvester: eine Person ist 2020 Mutter geworden, zwei weitere inzwischen verheiratet und mit einer Person bin ich verwandt.
Auch im Januar: Kolloquium in Potsdam – die alte FH im Zentrum Potsdams ist abgerissen. Von links: Nikolaikirche, Potsdam Museum, Obelisk, Stadtverwaltung, Museum Barberini, Fortunaportal, Mini-Stück vom Landtag (alles Alter Markt).
Beweglicher Ferientag im Februar: NaWi-Trakt aufgehübscht.
Happy Valentine.
März: Zunächst Jagd auf Marder und anderes Getier.
Ab Mitte März dann „Jagd“ auf einen Virus, nicht zufällig ein Freitag, der 13.03.
Sind das die ersten Querdenker? Oder einfach nur Spinner?
Frühling, April – einfach nur schön. Auch wenn kein Tropfen Regen fällt.
Betrunken unterm Kirschbaum. Auf Heimatbesuch im Mai. (Leider mit schlechten Nachrichten.)
13. Januar-27. Mai 2020 ohne Friseurbesuch… Grau bin ich noch nicht.
Gemütlich geht immer: Weinverkostung via Zoom. Wer alle vier Flaschen findet, kann sich freuen.
I’m walking.
Juli: Bei Tomaten habe ich den grünen Daumen.
Alte Bilder von Oma gefunden. Rechts ihre zweite Enkeltochter, die im Juli Geburtstag hat.
Corona-August: Wir wollen einen Puma an der Schule haben. Alles andere wäre ja Quatsch.
Heißer August. Sehr heiß.
Die Ausbildung zum Lerncoach geht erst im September weiter. So sieht eine Lernkurve aus, wenn man sie für sich selbst erstellt hat (Kontext: Lehrerberuf und Motivation).
Schule oder Unterricht ohne Maske? Nicht mehr vorstellbar. Leider geht damit eine gewisse Schlampigkeit in MakeUp und Frisur einher. Mit freundlichen Grüßen Eure Lüftungsperle.
Der Herbst ist da.
Im Oktober die erste Klausur seit 2019 korrigiert. Man sieht bereits, wer richtig im Profil ist. ;)
Schöne Idee vom NABU: Kleinelektro sammeln. Im November drei Kisten für die Schule bestellt.
Kopieren, Scannen usw. Sonntags in der Schule.
Weihnachtsdeko fürs Kabinett besorgt. Bin gefühlt eh nur noch in der Schule.
Weihnachtsbeschäftigung: Kochen für die Kernfamilie. Wie schnell man neue funktionelle Rollen übernimmt und ausfüllt, wenn es die Gesamtsituation verlangt.

KW 12 (2020) // Vor-Corona und Mit-Corona

Ich müsste wahrscheinlich viel kleinschrittiger Tagebuch führen, um der aktuellen Lage Herr:in zu werden. Die Tage vergehen im Flug, eigentlich mache ich nichts Großartiges, nicht einmal für die Diss mag ich mich aufraffen. Steuererklärung und To-Do-Liste liegen unangetastet rum. Am Abend falle ich weit vor 23 Uhr todmüde ins Bett, schlafe bis gegen 8 Uhr und versuche mich dann wieder in Schwung zu bringen. Viele Telefonate mit den Eltern, mit meiner Sis, jeden Tag Mails aus der Schule. Einige Kolleg:innen nehmen die neuen Entwicklungen ganz schön mit. Vor allem auch diejenigen, die sich schon immer Sorgen ob der Vielzahl an Leistungstest und Korrekturen gemacht haben. Abitur, Abitur, Abitur… Aber auch da wird sich eine Lösung finden. Andere KuK erfreuen sich über die Zeit, sich in digitale Medien mit Verve einzuarbeiten.

Meine Stimmung in dieser Woche wechselt häufig zwischen Unsicherheit, Zuversicht und Angst. Angst habe ich um meine Eltern, die in Italien von ihrer Alterstruktur her, längst in einen Gang geschoben würden und ich wäre mir nicht einmal sicher, ob sie palliativ betreut werden könnten. Aber vor allem Papa hört einfach nicht richtig zu. Ein Ischgl-Fall im Heimatdorf ist bestätigt, er öffnet fröhlich weiter seinen Laden und verändert nichts am Tagesablauf. Mutti harrt derzeit im KH aus, wartet auf die Beendigung ihrer neurologischen Untersuchungen, versteht zugleich nicht, dass die Ärzte dort ganz andere Probleme haben. Meine Sis verarbeitet den Beginn der Kurzarbeit und ich bin einfach nur privilegiert, oder? Nein, auch mir schnürt sich der Hals zu. Meine beiden Autoimmunerkrankungen sind keine Unterstützung, wenn mich Covid19 erwischen sollte, auch wenn ich sonst kaum von anderen Krankheiten gebeutelt bin. J. kümmert sich intensiv. Wahrscheinlich beruhigt es ihn genauso, Zeit mit mir zu verbringen.

Die Lerncoaching-Ausbildung bei Hanna Hardeland ist erst einmal verschoben. Eventuell geht es nun im Juni los, den April-Termin hängen wir wohl im März 2021 ran. Auch bin ich gespannt, ob es für die abgesagten IQSH-Termine neue Vorschläge gibt oder ob ich mich wieder über eine Warteliste ins TVaS-Modul zur Unterrichtsentwicklung quälen muss.

Mit H. über den gemeinsamen NABU-Schul-Biologen-Termin mit Prof. Niemitz gesprochen. Nebenbei knapp 2h mit ihrem Hund unterwegs gewesen. Offtopic: Herr Niemitz war zu meinen Studienzeiten in Potsdam die Vertretungsprofessur in der Zoologie. Ich glaube aber nicht, dass er mich wiedererkennen wird. ;)

Ein paar Links, die mir gut gefallen oder mich nachdenklich gestimmt haben:

Schön wäre es, wenn ich alle Nachrichten (WA, Threema, Twitter, Mail, RL-Kommunikation, transkribierte Telefonate) archiviert auf einer Zeitachse nachlesen könnte. Archiviert die Coronakrise!

Prof. Drosten sprach über diese Studie in einem seiner Podcasts (Nummer 16?), das Quarks-Team hat sich ausführlich damit beschäftigt. Wie ich oben im Titel schreibe, Corona ist nicht einfach vorbei, wir werden mit Corona leben lernen. Aber das wird dauern. Momentan hoffe ich, dass wir wenigstens im August/September – also nach den Sommerferien – wieder einen regulären Schulbetrieb aufnehmen können. Christian Drosten beruhigt mich eh. Wissenschaft überhaupt.

Immer wieder geht es im Corona-Diskurs um Beatmung und Intensivmedizin. Was uns da erwartet? Ein Facharzt für Anästhesie und Intensivmedizin hat darüber geschrieben. Auweia.

Zur Beruhigung die CovApp der Charité. Ganz wichtig auch der Toilettenpapier-Rechner.

Zur Ablenkung: In der Mediathek der Bundeszentrale für politische Bildung verstecken sich in den Film-Highlights einige tolle Dokumentarfilme von Thomas Heise und Andreas Voigt. Wer sich ein wenig in die Gedankenwelt von uns Ossis hineinfinden möchte?  Bitte sehr.

Wir sind erst in Woche 1 mit Corona, obwohl das Thema bereits seit 2 Monaten auf dem Tisch der Deutschen liegt.

2019 – Ein Rückblick

An den Weihnachtstagen familiär festgestellt, dass ich mittlerweile so alt bin, wie meine Mutter war, als ich zum Studium nach Potsdam ging. Verrückt, wie die Zeit vergeht.

Mit der (Wieder-)Vereinigung, der Wende und der Mentalität bzw. den zugeschriebenen Stereotypen der (ehemaligen) DDR-Bürger habe ich mich in diesem Jahr ziemlich intensiv auseinandersetzen wollen und können. Dankbar, ob all der Podcasts (vor allem diese beiden hier), den Zeitungsberichten und Sendungen im linearen TV. Dem Aufstieg der AfD nach drei Landtagswahlen in den ostdeutschen Bundesländern schaue ich mit Grauen und innerer Abwehr zu. Kommunikation in der Heimat darüber scheitert an ablehnenden Allgemeinplätzen – die Menschen sehen sich zu sehr als Opfer, nicht als Teilnehmer dieser Demokratie. Zu einfach ist es, sich auf den armen Ossi zu berufen, den die Treuhand bestohlen hat. Freunde, lesen bildet.

Auch wenn ich mich mit meinem Lebensstandard als eine der „Wendegewinnerin“ bezeichnen mag, glaube ich, dass viele Entscheidungen in meinem Leben natürlich stark von der Unsicherheit und den Umbrüchen nach 1989/90 geprägt sind: das Gefühl immer aktiv und beruflich mobil bleiben zu müssen, mich nicht ausruhen zu dürfen, weil nichts sicher und stabil schien und sich eher in Auflösung, denn Neuordnung befand. Ich habe 2019 begriffen, dass ich mich selbst „erschaffen“ kann. Die Dinge sind doch immer so gekommen, wie ich sie beeinflusst habe oder angegangen bin. Es gab immer andere Optionen, die ich bewusst nicht gewählt habe.

Symbolbild 2019

Hüh!

Zugenommen oder abgenommen?
Erst minus 10 kg, nun wieder das postoperatives Gewicht von 2018. Erneute TSH-Schwankungen inklusive. Aber die nächste Antwort bringt die Lösung.

Mehr bewegt oder weniger?
Weniger gelaufen, zu wenig geschwommen.

Haare länger oder kürzer?
Gleich lang. Aber am Budget für den Friseur merke ich schon die Inflation der letzten Jahre. Alter Falter sind das hohe Preise geworden.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Da ich nicht wie geplant beim Optiker war, keine Ahnung. Die zwei Gläser machen ihren Job, 2020 muss definitiv eine neue Brille her.

Mehr Kohle oder weniger?
Etwas mehr, weil die Umschuldung für das vermietete Häuschen griff. Eher aber +/- Null. Ich musste niemanden anpumpen, keine Sparpläne kürzen und keinen Konsumentenkredit aufnehmen, also (noch) alles gut.

Mehr ausgegeben oder weniger?
Deutlich zuviel. ;)

Die teuerste Anschaffung(-en)?
Lenovo ThinkPad X1 Yoga, nur 3rd Generation – meine neue Arbeitsmaschine. Warum kein Surface? Auf Dauer braucht es eine vernünftige Tastatur für die Arbeit an der Diss.
Die Reise nach Israel, auch wenn das Ministerium knapp 30% bezuschusste.

Der hirnrissigste Plan?
Die Koordination der Organisation der Projektwoche ziemlich im Alleingang zu übernehmen und alles über meinen Tisch gehen zu lassen.
Die Wahl des neuen PR als Wahlleiterin zu initiieren und mich dann doch noch mit aufstellen zu lassen, damit tatsächlich eine Auswahl stattfinden kann.

Die „gefährlichste“ Unternehmung?
HSV vs. Dynamo Dresden
Bei Fridays for Future im September teilnehmen und mich von Eltern anpiepsen lassen, ob ich als Lehrerin das denn darf? Ja darf ich, ich bin im Sabbatical.

Das leckerste Essen 2019?
Ganz sicher dieses geile libanesische Menu in Israel.

Richtig teuer (und lecker!) war es bei Franceso und in der Vecchia Stazione.
Beim Sushi mal Mochis probiert… Hmmm.

Getränk des Jahres?
Wie bereits 2018: Mineralwasser aus Glasflaschen.

Das beeindruckendste Buch?
Jason Fung: Diabetes rückgängig machen
Ines Geipel: Umkämpfte Zone
Hans-Jörg Rheinberger: Historische Epistemologie zur Einführung
Hans Rosling: Factfulness
Erwin Schrödinger: Was ist Leben? Die lebende Zelle mit den Augen des Physikers betrachtet.
Weinstein/Sumeracki/Caviglioli: Understanding How We Learn: A Visual Guide
Anette Weiß: Rente ohne Roulette (Großer, großer Lesetipp für uns Frauen.)
– Man merkt mir die Jahresthemen in der Lektüreauswahl für den Rückblick an.

Der ergreifendste Film?
Anfang des Jahres „Tidying Up with Marie Kondo“ und „Star Trek Discovery“ auf Netflix weggesuchtet. Allein die Kombination bringt mich gerade sehr zum Schmunzeln…
Im Herbst bei „The Spy“ mitgefiebert. Im Israel-Rausch halt.
Im linearen Fernsehen war „Der kleine Nick“ eine Überraschung für mich. Dieser Mini-Hauptdarsteller! Wie konnte ich den bisher übersehen?!
Im Kino war ich, aber irgendwie sind nicht einmal die Titel hängen geblieben. Tja. Sonst halt Podcasts, Podcasts, Podcasts.

Die beste Musik?
Dido mit Take You Home – Ganz wie zu Studentenzeiten. Hallo G.!
Zalagasper mit Sebi – Der slovenische Beitrag zum ESC.
Sommerzeugs: Zero 7 mit Swimmers und Villagers mit Summer´s Song
Vielleicht deutsche Texte? Trettmann & KitschKrieg mit Stolpersteine oder doch Bonaparte mit Weinbar?

Das schönste Konzert? Der schönste (Comedy-)Auftritt?
Dr. Mark Benecke in Ludwigslust im Januar („Denken = schlecht, Messen = gut.“)
Verständliche Wissenschaft der HZG in Geesthacht im Februar
Die Nervensäge in Hamburg im April
Furor in Hamburg im Mai
Herbert Grönemeyer in Hannover im September
Methodisch inkorrekt in Hamburg im September

Die tollste Ausstellung?
„Wilhelm und Alexander Humboldt“ in Berlin im Deutsch Historischen Museum.

Die meiste Zeit verbracht mit …?
Vielleicht J.?

Die schönste Zeit verbracht mit …?
J. und meiner kleinen Schwester – wer soll sich da schon entscheiden müssen?

Der beste Sex?
Mutiert zur Teenager-Frage, ist doch jeder selbst für verantwortlich.

2019 nach langer Zeit wieder getan?
Sieben Tage Badeurlaub in einem ****Hotel.
Bei Herberts „Flugzeuge in meinem Bauch“ mitgesungen.
Ganze Tage am Stück verplempern und es „Konzentration auf das Wesentliche“ nennen.

2019 zum ersten Mal getan?
Ins Sabbatjahr gehen und die Auszeit wie einen langen Urlaub so richtig zu genießen.
Eine Promotion anmelden.
Jerusalem! Yad Vashem! Givat Haviva! Tel Aviv!

Drei (!?) Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?
Willys Tod.
Die ganzen nervigen Fragen, wie weit ich mit der Diss gekommen bin. (Als ob ich die mal eben runter schreibe.)
Schon wieder Fehlermeldungen von einer der Lambdasonden im Corsa. Ignorieren. Ignorieren. Ignorieren. Demnächst ist TÜV.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Die Vergangenheit hinter sich zu lassen. (Nur, das geht bekanntlich nicht.)

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Eine Ikone für meine Sis aus Jerusalem mitzubringen. Ein Eckschneider/Eckenabrunder für einen laminierfreudigen Kollegen.

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Immer und bedingungslos hinter mir zu stehen.

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
„Mach das. Du kannst das.“
„Schön, dass du da bist.“
„Mit mein bestes Pferd im Stall.“

Vorherrschendes Gefühl 2019?
Endlich kann ich jeden Tag ausschlafen.

2019 war in einem Wort / in einem Satz …?
Alles ist jetzt.

Mit den Worten Goethes springen wir nun hinüber nach 2020 und sammeln Inspiration für den nächsten Rückblick: „Das neue Jahr sieht mich freundlich an, und ich lasse das alte mit seinem Sonnenschein und Wolken ruhig hinter mir.“

[2018, 2017, 2016, 2015.]

R.I.P. Willy

Kater Willy (11.04.2003-27.11.2019)

Sir William natürlich, der Kater, der mit einem Pfiff durch die Nacht angerannt kam. Auch wenn in der letzten Zeit nicht mehr viel mit rennen war. Selbst die Treppen nach oben in die 1. oder 2. Etage mussten wir dich im Karton tragen. Im Oktober war klar, dass du nicht mehr lange sein wirst. Das gute Wetter schenkte uns noch ein wenig Zeit und du warst voller Adrenalin, weil du A. und mich gesehen hast. Voll der Macker mit dem eingerissenem Ohr, wie eh und je. Seit wann lässt du dir von uns eigentlich die Krallen verschneiden? Hast du, aber… Genau.

Bei Linchen bis du geboren, der einzige schwarze Kater in einem Wurf mit vier weiteren gelben Katzen. Man wollte dich nicht, wir dich um so mehr. Im Alter kam dann vor allem an den Keulen der Vorder- und Hinterbeine dein gelbes Fell hervor. Der zugelaufene und teilverwilderte „Rewe-Willy“ war dein Vater, daher auch dein Name. Oder seiner? Ich weiß es nicht mehr.

Die Narbe in meinem Dekolleté wird immer an dich erinnern. Du auf meinem Arm und plötzlich steht der Schornsteinfeger mit der dröhnenden Stimme vor uns. Deine Teufelskralle tief in meinem Fleisch versenkt und ab über meine Schulter. Aua!

„Das letzte Kind trägt Fell.“ So geht dieses eine Sprichwort, dem ich zu gern zustimme. Zuletzt hast du Mutti und Paps den Alltag strukturiert. Fleisch einkaufen, den Kater rauslassen, den Kater reinlassen, Fressen geben, Leckerli geben. Mit rohem Rinderhack ging die nervigste Tablette glatt durch. Am Telefon kurz schnurren lassen. Dann vielleicht wieder raus durch den Laden – wo es nur Herbert geschafft hat, dich je anzufassen, wieder hoch ins Wohnzimmer oder nach ganz oben in unsere Wohnung, wo du in den letzten Jahren über Nacht meistens drinnen bliebst. Immer jaulend und quietschend im Kommandoton. Ich sagte immer, dass das wie bei einem Kleinkind wäre; ein leises Wimmern gegen 5 Uhr, war gern mal mein Wecker.

Weißt du noch, wie du fast die eine Klausur meines ersten schriftlichen (Vor-)Abiturs in Biologie zerrissen hast, weil ich übermütig mit dem Lineal darunter wackelte? Oder wie wir Apps auf dem iPad ausprobiert haben, damit du Schmetterlinge oder Mäuse jagen konntest? Verrückt… Aber selbst darauf hattest du zuletzt keine Lust mehr. Ach, ach.

Ob man wegen einer Katze so trauern kann? Natürlich. Es werden doofe Weihnachten, weil du nicht die Geflügelknochen knacken wirst. Mach es gut, du Haudegen. Wir haben dich sehr geliebt.

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