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KW 12 (2020) // Vor-Corona und Mit-Corona

Ich müsste wahrscheinlich viel kleinschrittiger Tagebuch führen, um der aktuellen Lage Herr:in zu werden. Die Tage vergehen im Flug, eigentlich mache ich nichts Großartiges, nicht einmal für die Diss mag ich mich aufraffen. Steuererklärung und To-Do-Liste liegen unangetastet rum. Am Abend falle ich weit vor 23 Uhr todmüde ins Bett, schlafe bis gegen 8 Uhr und versuche mich dann wieder in Schwung zu bringen. Viele Telefonate mit den Eltern, mit meiner Sis, jeden Tag Mails aus der Schule. Einige Kolleg:innen nehmen die neuen Entwicklungen ganz schön mit. Vor allem auch diejenigen, die sich schon immer Sorgen ob der Vielzahl an Leistungstest und Korrekturen gemacht haben. Abitur, Abitur, Abitur… Aber auch da wird sich eine Lösung finden. Andere KuK erfreuen sich über die Zeit, sich in digitale Medien mit Verve einzuarbeiten.

Meine Stimmung in dieser Woche wechselt häufig zwischen Unsicherheit, Zuversicht und Angst. Angst habe ich um meine Eltern, die in Italien von ihrer Alterstruktur her, längst in einen Gang geschoben würden und ich wäre mir nicht einmal sicher, ob sie palliativ betreut werden könnten. Aber vor allem Papa hört einfach nicht richtig zu. Ein Ischgl-Fall im Heimatdorf ist bestätigt, er öffnet fröhlich weiter seinen Laden und verändert nichts am Tagesablauf. Mutti harrt derzeit im KH aus, wartet auf die Beendigung ihrer neurologischen Untersuchungen, versteht zugleich nicht, dass die Ärzte dort ganz andere Probleme haben. Meine Sis verarbeitet den Beginn der Kurzarbeit und ich bin einfach nur privilegiert, oder? Nein, auch mir schnürt sich der Hals zu. Meine beiden Autoimmunerkrankungen sind keine Unterstützung, wenn mich Covid19 erwischen sollte, auch wenn ich sonst kaum von anderen Krankheiten gebeutelt bin. J. kümmert sich intensiv. Wahrscheinlich beruhigt es ihn genauso, Zeit mit mir zu verbringen.

Die Lerncoaching-Ausbildung bei Hanna Hardeland ist erst einmal verschoben. Eventuell geht es nun im Juni los, den April-Termin hängen wir wohl im März 2021 ran. Auch bin ich gespannt, ob es für die abgesagten IQSH-Termine neue Vorschläge gibt oder ob ich mich wieder über eine Warteliste ins TVaS-Modul zur Unterrichtsentwicklung quälen muss.

Mit H. über den gemeinsamen NABU-Schul-Biologen-Termin mit Prof. Niemitz gesprochen. Nebenbei knapp 2h mit ihrem Hund unterwegs gewesen. Offtopic: Herr Niemitz war zu meinen Studienzeiten in Potsdam die Vertretungsprofessur in der Zoologie. Ich glaube aber nicht, dass er mich wiedererkennen wird. ;)

Ein paar Links, die mir gut gefallen oder mich nachdenklich gestimmt haben:

Schön wäre es, wenn ich alle Nachrichten (WA, Threema, Twitter, Mail, RL-Kommunikation, transkribierte Telefonate) archiviert auf einer Zeitachse nachlesen könnte. Archiviert die Coronakrise!

Prof. Drosten sprach über diese Studie in einem seiner Podcasts (Nummer 16?), das Quarks-Team hat sich ausführlich damit beschäftigt. Wie ich oben im Titel schreibe, Corona ist nicht einfach vorbei, wir werden mit Corona leben lernen. Aber das wird dauern. Momentan hoffe ich, dass wir wenigstens im August/September – also nach den Sommerferien – wieder einen regulären Schulbetrieb aufnehmen können. Christian Drosten beruhigt mich eh. Wissenschaft überhaupt.

Immer wieder geht es im Corona-Diskurs um Beatmung und Intensivmedizin. Was uns da erwartet? Ein Facharzt für Anästhesie und Intensivmedizin hat darüber geschrieben. Auweia.

Zur Beruhigung die CovApp der Charité. Ganz wichtig auch der Toilettenpapier-Rechner.

Zur Ablenkung: In der Mediathek der Bundeszentrale für politische Bildung verstecken sich in den Film-Highlights einige tolle Dokumentarfilme von Thomas Heise und Andreas Voigt. Wer sich ein wenig in die Gedankenwelt von uns Ossis hineinfinden möchte?  Bitte sehr.

Wir sind erst in Woche 1 mit Corona, obwohl das Thema bereits seit 2 Monaten auf dem Tisch der Deutschen liegt.

2019 – Ein Rückblick

An den Weihnachtstagen familiär festgestellt, dass ich mittlerweile so alt bin, wie meine Mutter war, als ich zum Studium nach Potsdam ging. Verrückt, wie die Zeit vergeht.

Mit der (Wieder-)Vereinigung, der Wende und der Mentalität bzw. den zugeschriebenen Stereotypen der (ehemaligen) DDR-Bürger habe ich mich in diesem Jahr ziemlich intensiv auseinandersetzen wollen und können. Dankbar, ob all der Podcasts (vor allem diese beiden hier), den Zeitungsberichten und Sendungen im linearen TV. Dem Aufstieg der AfD nach drei Landtagswahlen in den ostdeutschen Bundesländern schaue ich mit Grauen und innerer Abwehr zu. Kommunikation in der Heimat darüber scheitert an ablehnenden Allgemeinplätzen – die Menschen sehen sich zu sehr als Opfer, nicht als Teilnehmer dieser Demokratie. Zu einfach ist es, sich auf den armen Ossi zu berufen, den die Treuhand bestohlen hat. Freunde, lesen bildet.

Auch wenn ich mich mit meinem Lebensstandard als eine der „Wendegewinnerin“ bezeichnen mag, glaube ich, dass viele Entscheidungen in meinem Leben natürlich stark von der Unsicherheit und den Umbrüchen nach 1989/90 geprägt sind: das Gefühl immer aktiv und beruflich mobil bleiben zu müssen, mich nicht ausruhen zu dürfen, weil nichts sicher und stabil schien und sich eher in Auflösung denn Neuordnung befand. Ich habe 2019 begriffen, dass ich mich selbst „erschaffen“ kann. Die Dinge sind doch immer so gekommen, wie ich sie beeinflusst habe oder angegangen bin. Es gab immer andere Optionen, die ich bewusst nicht gewählt habe.

Symbolbild 2019

Hüh! / Skulptur: Rolling Horse 

 

Zugenommen oder abgenommen?
Erst minus 10 kg, nun wieder das postoperatives Gewicht von 2018. Erneute TSH-Schwankungen inklusive. Aber die nächste Antwort bringt die Lösung.

Mehr bewegt oder weniger?
Weniger gelaufen, zu wenig geschwommen.

Haare länger oder kürzer?
Gleich lang. Aber am Budget für den Friseur merke ich schon die Inflation der letzten Jahre. Alter Falter sind das hohe Preise geworden.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Da ich nicht wie geplant beim Optiker war, keine Ahnung. Die zwei Gläser machen ihren Job, 2020 muss definitiv eine neue Brille her.

Mehr Kohle oder weniger?
Etwas mehr, weil die Umschuldung für das vermietete Häuschen griff. Eher aber +/- Null. Ich musste niemanden anpumpen, keine Sparpläne kürzen und keinen Konsumentenkredit aufnehmen, also (noch) alles gut.

Mehr ausgegeben oder weniger?
Deutlich zuviel. ;)

Die teuerste Anschaffung(-en)?
Lenovo ThinkPad X1 Yoga, nur 3rd Generation – meine neue Arbeitsmaschine. Warum kein Surface? Auf Dauer braucht es eine vernünftige Tastatur für die Arbeit an der Diss.
Die Reise nach Israel, auch wenn das Ministerium knapp 30% bezuschusste.

Der hirnrissigste Plan?
Die Koordination der Organisation der Projektwoche ziemlich im Alleingang zu übernehmen und alles über meinen Tisch gehen zu lassen.
Die Wahl des neuen PR als Wahlleiterin zu initiieren und mich dann doch noch mit aufstellen zu lassen, damit tatsächlich eine Auswahl stattfinden kann.

Die „gefährlichste“ Unternehmung?
HSV vs. Dynamo Dresden
Bei Fridays for Future im September teilnehmen und mich von Eltern anpiepsen lassen, ob ich als Lehrerin das denn darf? Ja darf ich, ich bin im Sabbatical.

Das leckerste Essen 2019?
Ganz sicher dieses geile libanesische Menu in Israel.

Richtig teuer (und lecker!) war es bei Franceso und in der Vecchia Stazione.
Beim Sushi mal Mochis probiert… Hmmm.

Getränk des Jahres?
Wie bereits 2018: Mineralwasser aus Glasflaschen.

Das beeindruckendste Buch?
Jason Fung: Diabetes rückgängig machen
Ines Geipel: Umkämpfte Zone
Hans-Jörg Rheinberger: Historische Epistemologie zur Einführung
Hans Rosling: Factfulness
Erwin Schrödinger: Was ist Leben? Die lebende Zelle mit den Augen des Physikers betrachtet.
Weinstein/Sumeracki/Caviglioli: Understanding How We Learn: A Visual Guide
Anette Weiß: Rente ohne Roulette (Großer, großer Lesetipp für uns Frauen.)
– Man merkt mir die Jahresthemen in der Lektüreauswahl für den Rückblick an.

Der ergreifendste Film?
Anfang des Jahres „Tidying Up with Marie Kondo“ und „Star Trek Discovery“ auf Netflix weggesuchtet. Allein die Kombination bringt mich gerade sehr zum Schmunzeln…
Im Herbst bei „The Spy“ mitgefiebert. Im Israel-Rausch halt.
Im linearen Fernsehen war „Der kleine Nick“ eine Überraschung für mich. Dieser Mini-Hauptdarsteller! Wie konnte ich den bisher übersehen?!
Im Kino war ich, aber irgendwie sind nicht einmal die Titel hängen geblieben. Tja. Sonst halt Podcasts, Podcasts, Podcasts.

Die beste Musik?
Dido mit Take You Home – Ganz wie zu Studentenzeiten. Hallo G.!
Zalagasper mit Sebi – Der slovenische Beitrag zum ESC.
Sommerzeugs: Zero 7 mit Swimmers und Villagers mit Summer´s Song
Vielleicht deutsche Texte? Trettmann & KitschKrieg mit Stolpersteine oder doch Bonaparte mit Weinbar?

Das schönste Konzert? Der schönste (Comedy-)Auftritt?
Dr. Mark Benecke in Ludwigslust im Januar („Denken = schlecht, Messen = gut.“)
Verständliche Wissenschaft der HZG in Geesthacht im Februar
Die Nervensäge in Hamburg im April
Furor in Hamburg im Mai
Herbert Grönemeyer in Hannover im September
Methodisch inkorrekt in Hamburg im September

Die tollste Ausstellung?
„Wilhelm und Alexander Humboldt“ in Berlin im Deutsch Historischen Museum.

Die meiste Zeit verbracht mit …?
Vielleicht J.?

Die schönste Zeit verbracht mit …?
J. und meiner kleinen Schwester – wer soll sich da schon entscheiden müssen?

Der beste Sex?
Mutiert zur Teenager-Frage, ist doch jeder selbst für verantwortlich.

2019 nach langer Zeit wieder getan?
Sieben Tage Badeurlaub in einem ****Hotel.
Bei Herberts „Flugzeuge in meinem Bauch“ mitgesungen.
Ganze Tage am Stück verplempern und es „Konzentration auf das Wesentliche“ nennen.

2019 zum ersten Mal getan?
Ins Sabbatjahr gehen und die Auszeit wie einen langen Urlaub so richtig zu genießen.
Eine Promotion anmelden.
Jerusalem! Yad Vashem! Givat Haviva! Tel Aviv!

Drei (!?) Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?
Willys Tod.
Die ganzen nervigen Fragen, wie weit ich mit der Diss gekommen bin. (Als ob ich die mal eben runter schreibe.)
Schon wieder Fehlermeldungen von einer der Lambdasonden im Corsa. Ignorieren. Ignorieren. Ignorieren. Demnächst ist TÜV.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Die Vergangenheit hinter sich zu lassen. (Nur, das geht bekanntlich nicht.)

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Eine Ikone für meine Sis aus Jerusalem mitzubringen. Ein Eckschneider/Eckenabrunder für einen laminierfreudigen Kollegen.

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Immer und bedingungslos hinter mir zu stehen.

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
„Mach das. Du kannst das.“
„Schön, dass du da bist.“
„Mit mein bestes Pferd im Stall.“

Vorherrschendes Gefühl 2019?
Endlich kann ich jeden Tag ausschlafen.

2019 war in einem Wort / in einem Satz …?
Alles ist jetzt.

Mit den Worten Goethes springen wir nun hinüber nach 2020 und sammeln Inspiration für den nächsten Rückblick: „Das neue Jahr sieht mich freundlich an, und ich lasse das alte mit seinem Sonnenschein und Wolken ruhig hinter mir.“

[2018, 2017, 2016, 2015.]

R.I.P. Willy

Kater Willy (11.04.2003-27.11.2019)

Sir William natürlich, der Kater, der mit einem Pfiff durch die Nacht angerannt kam. Auch wenn in der letzten Zeit nicht mehr viel mit rennen war. Selbst die Treppen nach oben in die 1. oder 2. Etage mussten wir dich im Karton tragen. Im Oktober war klar, dass du nicht mehr lange sein wirst. Das gute Wetter schenkte uns noch ein wenig Zeit und du warst voller Adrenalin, weil du A. und mich gesehen hast. Voll der Macker mit dem eingerissenem Ohr, wie eh und je. Seit wann lässt du dir von uns eigentlich die Krallen verschneiden? Hast du, aber… Genau.

Bei Linchen bis du geboren, der einzige schwarze Kater in einem Wurf mit vier weiteren gelben Katzen. Man wollte dich nicht, wir dich um so mehr. Im Alter kam dann vor allem an den Keulen der Vorder- und Hinterbeine dein gelbes Fell hervor. Der zugelaufene und teilverwilderte „Rewe-Willy“ war dein Vater, daher auch dein Name. Oder seiner? Ich weiß es nicht mehr.

Die Narbe in meinem Dekolleté wird immer an dich erinnern. Du auf meinem Arm und plötzlich steht der Schornsteinfeger mit der dröhnenden Stimme vor uns. Deine Teufelskralle tief in meinem Fleisch versenkt und ab über meine Schulter. Aua!

„Das letzte Kind trägt Fell.“ So geht dieses eine Sprichwort, dem ich zu gern zustimme. Zuletzt hast du Mutti und Paps den Alltag strukturiert. Fleisch einkaufen, den Kater rauslassen, den Kater reinlassen, Fressen geben, Leckerli geben. Mit rohem Rinderhack ging die nervigste Tablette glatt durch. Am Telefon kurz schnurren lassen. Dann vielleicht wieder raus durch den Laden – wo es nur Herbert geschafft hat, dich je anzufassen, wieder hoch ins Wohnzimmer oder nach ganz oben in unsere Wohnung, wo du in den letzten Jahren über Nacht meistens drinnen bliebst. Immer jaulend und quietschend im Kommandoton. Ich sagte immer, dass das wie bei einem Kleinkind wäre; ein leises Wimmern gegen 5 Uhr, war gern mal mein Wecker.

Weißt du noch, wie du fast die eine Klausur meines ersten schriftlichen (Vor-)Abiturs in Biologie zerrissen hast, weil ich übermütig mit dem Lineal darunter wackelte? Oder wie wir Apps auf dem iPad ausprobiert haben, damit du Schmetterlinge oder Mäuse jagen konntest? Verrückt… Aber selbst darauf hattest du zuletzt keine Lust mehr. Ach, ach.

Ob man wegen einer Katze so trauern kann? Natürlich. Es werden doofe Weihnachten, weil du nicht die Geflügelknochen knacken wirst. Mach es gut, du Haudegen. Wir haben dich sehr geliebt.

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KW 14 (2019) // Zwei Halbe

Wenn ich rückblickend hier ins Blog schaue und feststelle, dass ich seit 7 Wochen nicht mehr geschrieben reflektiert habe, dann war wohl viel los. Puh. Selbst Feedly platzte aus allen Nähten.

Ein gutes Schulsystem müsste laut Schubert die Lehrer*innen schützen und fördern, die besonders innovationsfreudig und leistungsfähig sind. Das Gegenteil ist aber auch meiner Erfahrung nach der Fall: Lehrkräfte müssen erleben, dass ihr Engagement ihnen hohe Belastung beschert. Weil neue Ideen oft belächelt werden. Weil denjenigen, die ihren Job gut machen, von der Schulleitung gerne weitere Aufgaben übertragen werden. Weil diejenigen, denen die Kinder besonders am Herzen liegen, die Probleme der Schüler*innen wahrnehmen und sich zu eigen machen. Weil diejenigen, die nur Dienst nach Vorschrift machen, mehr Zeit haben sich um ihre Beförderung zu kümmern. // komplett auf: Bildungslücken.net

Montag

Zur 1. Stunde da, 1x 45 Minuten Medien. Nachlese und schriftliches Feedback zum Medien-Elternabend. Danach 1×45 Minuten ohne Einsatz – also Zeit für Orga (Müllsammelaktion) und Kaffee. Im Anschluss 2x 90 Minuten Unterricht. Einstieg kulturelle Evolution in der Neun und Legebild/Blütendiagramm einer Tulpe in der Fünf. Im Anschluss ein etwas komplexeres und sehr ernstes (Erst-)Gespräch mit einer Schülerin. Ich muss dranbleiben. 30 Minuten Pause und 5 halbstündige pädagogische Klassenkonferenzen in Folge. #offtopic: Arbeitsergebnis in Vorbereitung dieser Termine: 217 mündliche Noten in 11 Klassen/Kursen. Um 18 Uhr daheim.

Dienstag

Wer rastet, der rostet. Zur 1. Stunde in der Schule, nur Orgazeugs: Besprechung PR-Wahl im Mai, Anmeldung meiner Klasse zur IdeenExpo in Hannover im Juni, Nachbesprechung einer internen Veranstaltung zur Berufswahl. 2. Stunde Aufsicht im Profil-Abi der Physiker. 2x 90 Minuten Unterricht: Katalase-Experimente mit der E in der Chemie oben, im selben Raum später mit den Sechsern Wiederholung von Kennzeichen der Wirbeltiergruppen. Ich übernahm die Klasse zum Halbjahr und muss nun stofflich einige Themen bündeln… Ab 13:15 Uhr dann unsere Müllsammelaktion mit 7 teilnehmenden Klassen bei schönstem Frühlingswetter. Die Siebener, die ich dazu animierte, war mit fast 20 Müllsäcken ziemlich erfolgreich. Zum Glück fand sich ein während der Sammelaktion tief im Gebüsch verlorenes „Kulturzugangsgerät“ wieder an. Kurzes Lehrerkoma auf der heimischen Couch, bevor ich auf der SEB-Sitzung zur Projektwoche einen Überblick gab. Wir nutzen Eventbrite, um die SuS die Projekte aus-/anwählen zu lassen. Die Elternschaft favorisiert ängstlich aushängende Listen und Wahlzettel mit Favorit 1, 2 und 3.

Mittwoch

Vorverlegte Doppelstunde in der 1./2. Stunde. Kurz vor Ostern war mit der Sieben nicht mehr viel anzustellen. Bisschen was zur Zelle und ab nach draußen auf den Schulhof: das Toasterspiel und andere Spiele aus der Klassenrat-FoBi ausprobieren. 1x 90 Minuten in der Q1e, viel über die DDR und meine biographischen Erlebnisse ausgefragt worden. Zu guter Letzt noch eine Vertretungsstunde in Geschichte. Hier wieder eine der arg erschöpften Klassen erwischt, die ich zwar zum Teil aus dem Medienunterricht kenne, aber was soll man da schon groß „unterrichten“? Kurze Abfrage, wo sie im Unterricht stehen und zack in den Modus „Der Geschichtslehrer erzählt …“ fallen. Am Ende kam ich auf knapp 40 Minuten zur Nachkriegsgeschichte Deutschlands, grob strukturiert durch meine Unterrichtsfolien der Parallelklasse, was mir mit Beifall honoriert wurde. Viel wichtiger war aber sicher mein Appell, dass sie nun die Ferien so richtig auskosten sollen. Gerade die Neuner machen sich aktuell ziemlich fertig auf ihrem Weg in die Oberstufe. Und ich weiß nicht, wie man ihnen den Leistungs-/Erfolgs-/Notendruck nehmen kann. Vorbild, Vorbild, Vorbild.

Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag, Sonntag (sozusagen die zweite halbe Woche, wenn ihr auf den Titel des Beitrags schaut…)

Der Rest der Woche war dann sehr, sehr erfüllt mit privaten Erlebnissen. Ferien! Frisör! Schlaf! Liebe! Sonne! Zunächst Geburtstag mit/bei U., beginnend mit Billard und Dart, dann Gin-Verkostung bis in die Nacht hinein. Am Donnerstag Geburtstag bei J., am Freitag spontan zur Komödie „Die Nervensäge“ an den Hamburger Kammerspielen losgezogen und die Nacht im Cocktailgewussel ausklingen lassen. Samstag Schlaf nachgeholt, am Sonntag die Elbe bei Ebbe und Flut inspiziert.

Ja, es geht mir sehr gut. Der Körper funktioniert nicht mehr nur bedingtermaßen („in a qualified sense“). Seelisch haben drei/vier Tage ohne Schule einfach nur mega gut getan. Aber: Ich habe eine Menge Respekt vor der Zeit nach Ostern, da kommt noch richtig viel Arbeit auf mich zu.

KW 7 (2019) // You never walk alone

Montag

Von Sonntag zu Montag quasi nicht geschlafen. Morgens – gegen halb vier – heiße Milch mit Honig getrunken. Immerhin ein kleiner Placebo-Effekt. | 42. Hochzeitstag meiner Eltern. Nichts liegt meiner Biografie ferner als solch ein Jubiläum. | Schülergespräche geführt, die dringende Elterntelefonate zur Folge hatten. | Mit J. zum HSV-Heimspiel gegen Dynamo unterwegs, vorab bei Herr He geschmaust. Von der Nordkurve aus eine sehr gefährliche (=Pyro) und zugleich sehr nette (=Dino) Choreografie der Dynamo-Fans bewundert, nebenbei Testosteron eingeatmet und einem eher schlechten Spiel zugeschaut.

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Immerhin: Meine Fitbit zählte beide Halbzeiten als Radfahren im Freien mit. Bewegung war gegeben. Gegen Mitternacht im Bett.

Dienstag

Vertretungsstunde und Arbeit, Arbeit, Arbeit. | Gespräch mit dem Schulsozialarbeiter. | Kurz mit Oma (85. Geburtstag), länger mit A. telefoniert.

Mittwoch

Drama Teil 204 wegen der Raumverteilung von uns Biologen. Ich mag es nicht mehr hören und diskutieren. | Treffen mit S. und G. zur PR-Wahl, den Wahlvorstand gegründet, das Wählerverzeichnis durchgesprochen, Termine gesetzt. | Spontan am Abend zum Fake Science Vortrag der Universitätsgesellschaft gegangen verpflichtet worden. Mit den richtigen Leuten um mich, braucht es keinen Schlaf.

Donnerstag

Zwei Vertretungsstunden in der Neun. | SV-Sitzung. | Das Helmholtz-Zentrum Geesthacht lud zum Wettbewerb Verständliche Wissenschaft ins kTS. Sehr, sehr cool. Acht Jungforscher, acht Mini-Vorträge, je acht Minuten – sozusagen das Neueste aus Wissenschaft und Forschung. Zudem hat eine Frau gewonnen! Als Krönung begeisterte Metin Tolan mit einem Vortrag zu Szenen aus Bond-Klassikern. Thema: „Geschüttelt, nicht gerührt: James Bond und die Physik“. Wer weiß, warum mich das nur zu sehr an den Halbtagsblog erinnert? ;)

Freitag

Untis-Training a.k.a. Assitenzarbeit. | Sextaner-Infotag, also bis 19 Uhr an der Schule gearbeitet und für Zuwachs geworben. | Die eine A15 meint mal wieder, ich als A13 könne doch noch (!!!) das eine kleine (schulübergreifende) Projekt organisieren. Spinnen die langsam alle? | Danach Geburtstagsfeier bei A. in HH. Ich war durch. Dabei hatte ich mich strikt an Sekt und Weißwein gehalten. (Zum Glück gab es Begleitschutz.)

Samstag

Von den Eltern (telefonisch) geweckt – wie früher… Nach ewiger Bearbeitungszeit gab es endlich Unterlagen für Papas (*1948) StaSi-Antrag. Aus den 1972! Aus späterer Zeit nicht mehr. Was mich doch arg in der Vermutung bestätigt, dass richtig viele Akten absichtlich verschollen sind. Es kann nicht sein, dass von Mom und von Papa nichts weiter vorliegt. Beide waren privat und beruflich umgeben von Spitzeln. Ich glaube da einfach nicht an Moms Theorie, dass diese auch einen Ort und Raum brauchten, wo sie frei sprechen konnten. Ausgerechnet bei/mit uns? | Ausgeschlafen. Haushalt. Bundesliga-Live-Konferenz.

Sonntag

Kaffee. Bett. Frühstück. Spaziergang. Eis. Schreibtisch. ZDF. Bett.