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KW 6 (2019) // Stillstand ist der Tod

Montag

Mit den Neunern den Medienelternabend angekurbelt. Der WaPf-Kurs heißt ja nicht umsonst „Medien und Öffentlichkeit“, demnach müssen wir uns „präsentieren“. Schöne Ideen haben sie. | Die Chefin hatte ihre Antrittsfeierlichkeit. Die lokale Presse berichtet etwas seltsam vom Ende der „Männerherrschaft“, mich törnt der Begriff der Herrschaft in diesem Kontext stark ab, denn auch die mir bekannten Vorgänger waren keine direktoralen Grundherren. Sollte wohl witzig sein. Vom übrig geblieben Kuchen nährte sich das Kollegium mindestens zwei weitere Tage.

Dienstag

Die Quinta neu übernommen, es wird werden. Immerhin löse ich ihre vertraute Klassenlehrerin ab und ich muss noch ein paar unzusammenhängende Inhaltsfelder fachlich in eine Reihe bekommen. | Eine seltsame hektische Art der Assistenz beim StevDirex. Ich schiebe das mal auf alles andere, was das System der SL gerade belastet. | Elternbrief für den Gedenkstätten-Besuch formuliert. Per Mail mit dem neuen Stundenplan und lieben Worte zur Weiterleitung an die Elternvertreterin geschickt. | Werder gegen Borussia Dortmund geschaut. Ich weiß, wer sich besonders darüber gefreut hat.

Mittwoch

Mal keine Schul-Routine, sondern zur Fortbildung für Wahlvorstände unterwegs gewesen. Im Mai stehen die (H)PR-Wahlen an. In der FoBi einen Kollegen der Nachbargrundschule kennengelernt. Kollege! Grundschule! Was für ein geiles gewinnbringendes Gespräch. Ihn auch noch für unseren GaBD gewinnen können. | Am frühen Nachmittag meine Freundin und (anfängliche) Coach K. getroffen. Viel über Glück und innere Ruhe gesprochen. Unsere Erfahrungen mit dem Zuercher-Ressourcen-Modell ausgetauscht. Ja, ich erlaube mir, glücklich zu sein. Ja, dafür kann ich mich auf meinen festen Stand verlassen. Ja, ich kann sagen, was ich erwarte und wo ich Hilfe benötige. (Es ist ein langer Weg, innen zu fühlen, was außen gesehen wird.) Gegen Elf daheim und komplett gestärkt ins Bett gegangen.

Donnerstag

Über Wahlberechtigte (Wer darf wählen?) und zur Wahl Berechtigte (Wer darf gewählt werden?) diskutiert. | Ein schönes Referat zur Potsdamer Konferenz gehört. | Vier Schülerinnen meiner Neun wollen zur Gemeinschaftsschule wechseln. Vorahnung: Das System Gym ist nicht mehr für immer Teil meiner Schulkarriere. | Spontane Vertretungsstunde in einer mir seit letzter Woche neu bekannten Klasse. Mich nervt es ohne echte Planung in Klassen zu müssen und das Zeugs, womit ich eigentlich weitermachen könnte, liegt bereits daheim. Vielleicht bin ich trotzdem zufrieden. | Unerwartet von J. in die Stadt zum Orchideen-Kauf und wieder nach Hause begleitet worden. Obwohl er damit einen riesen Umweg in Kauf nahm. Nachtigall… | I. zum Geburtstagskaffee die Orchideen überlassen, bei mir wären die Schönheiten nach 3 Monaten übergossen und tod. Ein bisschen „Familie” war anwesend. Nett gequatscht. | Den Bio-Test der Neun zu Ende korrigiert. | Telefonat mit dem anderen J., weil ihn die Kolleginnen mit ihren Raumwünschen in der Bio nerven. Beamer, Laptop, Smartboard, Tafel, Kursgröße etc. – jeder hat andere Bedürfnisse, aber nicht alle können erfüllt werden. Klar, muss halt die Fachschaftsleitung auf den Tisch hauen: Und das sind wir. ;)

Freitag

Nachmittagsunterricht mit der Q1. Eine fantastische Diskussion zu Nation, Nationalismus und zeitgenössischer/nachweltlicher Konstruktion der Begriffe geführt. Genau diese Art des gedanklichen Austauschs beglückt mein Lehrerinnenherz und lässt mich hoffen, dass sie die AfD und allen anderen Mist durchschauen. | Die A14- Bewerbungen mental begleitet. Die Jungs schaffen das schon. In zwei Jahren bin ich dran und sie können mich währenddessen mental pimpen. | Kollegial im Smalltalk die Raumwünsche der Biologinnen entspannt.

hier: Michael Heffernan, The space of science and sciences of space, S. 125-150.

Samstag

Ausgeschlafen. | Ab nach HH. Stabi- und Kunsthallen-Besuch. In Ersterer für vier Stunden komplett in der Lektürewelt versunken, obwohl ich nur den Ausweis verlängern wollte. Ich habe es so vermisst. Meine Güte empowert mich die Idee der Diss. | Die Kunsthalle eigentlich nur wegen der tollen Zeichenkünste (die Skizzen!) von Heinrich Reinhold aufgesucht, aber mich neu an Edvard Munch (er kann mehr als schreien!) und gänzlich neu an Franz Radziwill begeistert. | Auf dem Rückweg von HH einem kleinen Jungen tröstend die Hand gehalten. Ob er wohl ahnte, dass er mich damit viel mehr tröstete?

Sonntag

Ausgeschlafen. | Das erste Wochenende im März überplant. Frei halten lohnte sich nicht mehr, mein Leben geht auch so weiter. Obwohl ich das schweigende Verhalten der beteiligten Person nicht nachvollziehen kann, aber ich respektiere es. Alles wahrscheinlich reiner (Selbst-)Schutz. | Den Sextaner-Test und eine Klassenarbeit vorbereitet. | Mit J. überraschend doch Eis essen gewesen. Natürlich treffen wir SuS… Diese Stadt! Ausgerechnet aber diese Quintanern-Bengels, die wir beide unterrichten. :) Was uns natürlich daran hinderte, mal echt darüber zu sprechen, was gerade passiert. Sich einfach das Glück selbst erlauben.

KW 5 (2019) // SET, Elternsprechtage, Wechsel in der Chefetage

Was alles hängen blieb. Da brauche ich mich über meinen schlechten Schlaf ab Mitte der Woche nicht wundern.

Montag
Beginn des 2. Halbjahres. Für das Kollegium zugleich SE-Tag (Schulentwicklungstag, einige Bundesländer sagen SchiLf dazu), unterrichtsfrei für unsere Schüler/innen. Langfristig wollen wir unser schulischen Leitbild verbessert nach außen präsentieren. G8/G9 hat so viel Ur-Vertrauen der Eltern in das Bildungssystem kaputt gemacht und verunsichert diese weiterhin derart, dass der Besuch eines Gymnasiums gerade von leistungsstarken Schüler/innen nicht mehr der Normalfall ist. Dabei vergessen die Eltern gern, dass nur am Gymnasium durchweg alle Natur- und Geisteswissenschaften bereits in der Orientierungs-/Mittelstufe als Einzelfächer unterrichtet werden. Im ersten Zeitfenster des SETs an der Darstellung unserer Berufs- und Studienvorbereitung gearbeitet. | Im zweiten Zeitfenster dann Fachschaftsarbeit – als Fachschaftsleitung habe ich unsere Biologen zur Grundreinigung unserer Sammlung motiviert bekommen. Yeah. | Zwei Kolleg/innen zu unterschiedlichen Themen angepfiffen, die sich mir gegenüber doch arg in der Wortwahl vergriffen. | Ab 14 Uhr Abschied des alten Chefs. Anderthalb doofe Reden, fünfeinhalb gute Reden gehört. | Die Rechauds zurückgebracht und das Kollegiums-Grünkohl bezahlt. | Zeit für Twinkle gefunden. | Ramen und delikate Sommerrollen genossen, einen Helium-Luftballon für H. gekauft. | Das Baby von N. ist da. OMG! Wie niedlich. Leider gleich mal Neugeborenengelbsucht erwischt. Aber alles wird gut.

Dienstag
Den neuen Perso abgeholt. Damit ist die letzte haptische Erinnerung an die Berliner Zeit ausgetauscht/verschwunden. Ich glaube, ich bin traurig. | Frau R. vom GA als Referentin für den GaBD gewonnen. | Sky heißt jetzt REWE. | Meine Neuner beim Beachhandball angefeuert. Den anderen Klassen mit schweren Tests gedroht, wenn nicht dann so und überhaupt… ;) Trotzdem nur 2x den 2. Platz belegt. Meine beste Handballerin war ja auch krank. Was solls. | Mail an den SEB-Vorsitz aufgrund seiner Rede vom Vortag. Jetzt haben wir Lehrer Redebedarf. | Geburtstags-Käffchen ohne Kuchen bei H.  | Viel Unterricht vorbereitet. | Anruf von Dr. H. zum Medienelternabend und zwecks Termin beim SEB. | Mit Wanderlust bei Netflix begonnen. Ein Wiedersehen mit Toni Collette. Wobei mir der Nebenstrang mit dem Sohn des Hauses besonders gut gefällt. | Sehr schlecht ein- und kaum durchgeschlafen.

Mittwoch
Mit dem Stundenplanwechsel habe ich nun mittwochs eine Doppelstunde Zeit für meine Vertretungsplanerassistenz, nächste Woche fehlen z.T. 5 KuKs. Clickbaiting in Untis. | Mich bei der Gelegenheit nochmal persönlich und gänzlich subjektiv vom Chef verabschiedet. Feuchte Augen hatte ich bisher nie bei ihm gesehen. Ich habe seiner undogmatischen Art, jedem seinen Freiraum zu belassen, sehr viel zu verdanken. Wer weiß, ob ich mich unter einem anderen Chef so hätte entwickeln können. Meine Ideen waren immer willkommen, ich konnte mich stets ausprobieren. | Die 7er neu in Bio übernommen. Systemebenen besprochen. | Mich mit der Praktikantin über Vorbilder im Lehrerberuf ausgetauscht. | Von 15 -18 Uhr acht Elterngespräche geführt. Eins halbstündig im Kontext der schriftlichen Missbilligung. Zwischendurch Zeit gefunden, Mails zur Projektwoche zu beantworten. | Noch anderthalb Stunden privat telefoniert.

Donnerstag
Den schlechten Schlaf der Nacht zuvor nachgeholt. Unterricht von 8 bis 16 Uhr. | Mein E-Kurs hat sich von 23 auf 15 SuS reduziert. Intensivst über die Motivation des Schulwechsels diskutiert. Was wir auch schon gemacht haben, als die Abgänger noch im Kurs saßen. Es hatte sich ja angedeutet. Meine Meinung: Das Gymnasium führt in erster Linie zum Abitur und bereitet auf ein Studium vor. Einige sind definitiv mit falschen Erwartungen in unsere Oberstufe gegangen, enttäuscht von der Zuteilung der Kolleg/innen in den Kursen, von den Leistungserwartungen an eine Oberstufenklasse. (Am Ende sind natürlich wir Lehrer/innen Schuld. Siehe SE-Tag, da ist viel zu tun…) Dankbar bin ich, dass diese Schüler/innen mir so vertrauen und offen kommunizieren.  | Eine eher entäuschende Klausurersatzleistung in Bio gehört. Was halb erwartbar war, da ich nicht wie vorgegeben, zwei Tage vorab Dokumentation, Handout und Präsentation zugeschickt bekam. | SV-Sitzung in der Mittagspause. Im neuen Raum. Ein neuer ambitionierte Plan der SuS ist, eventuell Fridays for Future in G-Town zu organisieren. Ich supporte, wo ich kann. | Ein richtig, richtig gutes Referat zur Revolution und Verfassung von 1848/49 ausgearbeitet bekommen. Spontanes Klatschen der Q1 nach dem Vortrag. So muss das sein. | Planung des Sextaner-Infotages. | Kurz mit R. und N. getextet.| Viel Unterricht vorbereitet. | Lange mit J. getextet. Gefühlsebenen auf beiden Seiten sortiert. | Später beim Bergdoktor erschöpft auf der Couch eingepennt.

Freitag
Dienstversammlung in der 1. Stunde, die neue Chefin hat sich vorgestellt. Sehr offene Vorstellung. Ich bin gespannt. | Alle Zeugnisse meiner Neuner ausgetauscht. Natürlich fanden die Zeugniskonferenzen erst 2019 statt, nicht schon 2018. | Zeit gefunden, mit dem Schulsozialarbeiter einige Brandherde zu besprechen. | Mit den Quintanern neu in die Wirbeltier-Systematik eingestiegen. Inklusive neuem Sitzplans, der für lange Gesichter sorgte. |  Von 14:30-18:30 vierzehn Elterngespräche geführt, davon zwei ca. halbstündig. Drei Elternteile für den GaBD gewonnen. | Abendessen beim Griechen in kollegialer Runde. Anti-Stress-Therapie von der besten Sorte. | Mit G. nach Hause gegangen und die Woche nachbesprochen. | Einsicht: Man hätte mir das Smartphone wegnehmen sollen. Unnötigerweise aus dem Erschöpfungsimpuls heraus getextet.

Samstag/Sonntag
Um 5 Uhr wach gewesen. Den Feedreader leer gelesen. | Gegen 10 Uhr wirklich aufgestanden. | Kein Frühstück, da Geburtstagsmittag bei H. und I. anstand. C. hatte ihre Hündin dabei, nettes Ding – Katzen finde ich trotzdem sinnvoller. ;) Die Enkelkinder mussten leider für die Prüfungen lernen. Über mein Sabbatjahr und die OP gesprochen. | Bundesligakonferenz gehört, nebenbei Hausputz und Wäsche. | Mit den Eltern, Frau P. und mit A. telefoniert. | Ich bin nicht das, aber mein eigenes Problem. | Mit R., F., J., F. und A. getextet. | Drei Folgen Discovery geschaut. | Wieder eine miese Nacht verbracht. | Lange gefrühstückt. Ein wenig Meal Prep für Montag/Dienstag vorgenommen. | Die Sonne trieb mich doch noch raus. Anderthalb Stunden spazieren gewesen, die Pferdemädchen besucht und Eis gegessen. Eine sehr gute Idee. | Mit I. die vortägliche Familienrunde bequatscht. | Wenig Unterricht vorbereiten müssen. | Viel gelesen. | Viel geplant. Dabei die To-Do-Listen bereinigt. | Gebloggt. | Nun einen Gang runterschalten und den Abend genießen aushalten.

2018 – Ein Rückblick

Der letzte Jahresrückblick kam etwas traurig um die Ecke. Ein „genug und ausreichend“ war gefühlt „zu wenig“. In 2018 habe ich mich diesem inneren Konflikt etwas bewusster gestellt. Ungefüllte und ungeplante (Aus-)Zeiten zu genießen, war ein Lehrstück. Klar, war ab und an wieder Kopf über Herz über Seele dabei, da kann ich nicht aus meiner Haut, die alten Reflexe eben. In allem Empfinden war 2018 irgendwie gedrosselter und langsamer. Um mich herum haben die Leute geheiratet, Häuser gekauft, größere Wohnungen angemietet, Kinder bekommen, Krankheiten kuriert, sind in Pension gegangen oder neu an der Schule aufgetaucht, haben sich für oder gegen Jobs entschieden, nebenbei Abschlüsse eingefahren oder Prüfungen abgelegt, Glück und Unglück gehabt, wild mit ihren Fäusten und Krückstöcken gefuchtelt, rumgejammert, Ansprüche geäußert, unerfüllbare Bedingungen ausgesprochen, Scheidungen vollbracht…

Symbolbild 2018

Mein Thema 2018 war: Mich anerkennen, wie ich bin. Den 40. Geburtstag inhaltlich ignorieren, weil ich bereits so viel gemacht und erarbeitet habe. Einfach den Status Quo und das Leben genießen, für andere bei Bedarf und für mich immer da sein. Privat einige Dinge geregelt und abgeschlossen zu haben, hat einen großen Beitrag geleistet. Stetiges Kämpfen lohnt nur bei echten Perspektiven.

Zugenommen oder abgenommen?
Es ist kompliziert. Wie stark ich als Kohlenhydrat-Junkie gegensteuern muss, ist eh nur ein Indikator dafür, wie es mir innerlich geht.

Mehr bewegt oder weniger?
Mehr erlaufen, weniger geschwommen.

Haare länger oder kürzer?
Die Grundlänge hat sich mittlerweile auf etwas über schulterlang eingependelt, kürzer sollte es „der Weiblichkeit wegen“ nicht mehr werden. An der Farbe haben R. und ich etwas gespielt – weniger blond.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Da ich nicht wie geplant beim Optiker war, keine Ahnung. Die zwei Gläser machen ihren Job.

Mehr Kohle oder weniger?
+/- Null. Das vermietete Häuschen wirft mehr ab, die Stufenerhöhung in der Besoldungsgruppe war okay, 18€ im Lotto gewonnen. Fast genauso gut vom Gefühl, aber effektiver im Ergebnis: die erhöhte Rückzahlung des Finanzamtes.

Mehr ausgegeben oder weniger?
Weniger für Bahnfahrten (!), mehr für Freizeit und Kurztrips. Mehr auch auf dem samstäglichen Wochenmarkt. Durch das geplante Sabbatjahr jedoch insgesamt weniger Geldfluss auf der Haben-Seite. Aber darauf kann man sich ja einstellen. Verhungert bin ich ganz sicher nicht.

Die teuerste Anschaffung?
Gleich im Januar das iPhone 8. Nach 4,5 Jahren Nutzungszeit hatte das iPhone 5 seine Schuldigkeit getan.

Der hirnrissigste Plan?
Den Corsa aus sentimentalen Gründen zu halten. Theoretisch könnte ich dessen laufende Reparaturkosten jedes Jahr erneut eine Antwort höher eintragen. Praktisch steht er nahezu ungenutzt rum (< 8.000km/Jahr). Mein blaues Wunder.

Die gefährlichste Unternehmung?
Zählen Klassenfahrten und Wandertage mit in diese Kategorie?

Das leckerste Essen 2018?
Immer im Xeom in HH.
Das verdiente Sushi mit C. nach der Klassenfahrt.
Paderborn, Wolke 7. Mit A. an einem heißen Sommerabend und Segelflugzeuge beobachtend, dabei ihren neuen Job feiernd.
Mit N.+B., A.+M., P.+R. und A. im Gockelwirt am Vorabend der Hochzeit von N.+B. in Hopferau.
Postoperativ: Hühner-Frikasssee und Kaninchenbraten von Mom zu Weihnachten. Muttiküche ist eh die beste Küche.

Getränk des Jahres?
Mineralwasser aus Glasflaschen

Das beeindruckendste Buch?
Liv Strömquist, Der Ursprung der Welt
Wolfgang Herrndorf, Bilder deiner großen Liebe
Paul Feyerabend, Wider den Methodenzwang – Was M. Demantowsky dazu sagt.
Holger Kuntze, Lieben heißt wollen

Wer kann lieben? Jeder. Aber nicht jeder will lieben. Wir müssen auch akzeptieren, auf Menschen zu treffen, die nicht lieben wollen. Und wir tun gut daran, uns dann von diesen Menschen fernzuhalten, wenn wir selbst in und mit Liebe leben wollen. [1]

Der ergreifendste Film?
lineares Fernsehen: 2x Tatort / 1x Polizeiruf („Borowski und das Land zwischen den Meeren“ mit Axel Milberg, „Der Mann, der lügt“ mit Richy Müller / „Der Fall Sikorski“)
Netflix: „Kein Mann für leichte Stunden“ – Dieses Paralleluniversum mit vertauschten Geschlechterrollen würde mich doch sehr interessieren… :)
Kino: „Ballon“ und „Das schweigende Klassenzimmer“ – Beides Filme mit DDR-Content.

Die beste Musik?
Wieder vermehrt Musik heruntergeladen. Die Single Voyage Libre im März und das dazugehörige Album Treasures from the Temple von Thievery Corporation waren sehr, sehr überzeugend. Promises von Calvin Harris (w/ Sam Smith) den Sommer über in Dauerschleife gehört. Morcheeba! Laura Pergolizzi! Herbert hat endlich ein neues Album veröffentlicht und wird mir nächstes dieses Jahr den Besuch ein schönes Konzert ermöglichen.

Das schönste Konzert?
Das Musical des DSp-Kurses der Q1 im 2. Halbjahr 2017/18.

Die tollste Ausstellung?
„Europa und das Meer“ im Deutsch Historischen Museum.
„Wanderlust“ in der Alten Nationalgalerie.
Vom Paris-Trip im Juli ist das Panthéon in Erinnerung geblieben, dort vor allem das foucaultsche Pendel im und die Plakate um das Panthéon zu Lebensstationen von Simone Veil, die kurz zuvor dort mit ihrem Mann ein Ehrengrab erhalten hat. Tolle, beeindruckende Frau.

Die meiste Zeit verbracht mit …?
… und in der Schule.
Mit diesem wunderbar langen und intensiven Sommer. Ab 20°C schnurrt mein Motor, höhere Temperaturen sind noch besser.

Die schönste Zeit verbracht mit …?
T.

Der beste Sex?
Natürlich! ;)

Vorherrschendes Gefühl 2018?
Vertrauen. Ich bin sehr gut organisiert. Ich bin (hier) richtig.

2018 nach langer Zeit wieder getan?
Eine Gartenparty organisiert.
Paris besucht, weil ich unbedingt nach Versailles wollte. Kack Idee, der Park und alles drumrum ist ein schlechter Witz. Umso mehr schätze ich wieder einmal die Schlösserlandschaft von Potsdam. Sonst war Paris natürlich eine sehr gute Idee. :)
Die Finanzierung des Häuschens im Spreewald erneuert.
Jemanden nach sehr langer Zeit erneut begegnet, um dem Universum einen Sinn zuzusprechen.

2018 zum ersten Mal getan?
Kontenklärung bei der deutschen Rentenversicherung.
Den Blutmond beobachtet.
Mehrfach und mehrere Tage am Stück allein die Vertretungsplanung übernommen.
Die Ärztin bitten, mich krank zu schreiben, weil ich wirklich nicht mehr krauchen konnte.
Eine Operation unter Vollnarkose, einhergehend mit dem Hinterlegen einer Patientenverfügung und von Vollmachten für meine Lieben.

Drei (!?) Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?
Gesundheitlich die Pendelei meines TSH-Wertes im 2./3. Quartal und die Koliken rund um die Gallenblasenentzündung im 4. Quartal.
Familiäre Egomanie und Erwartungshaltung.
Die sich stets verhunzt anfühlenden Elternabendtermine. Ich will mich und meinen Unterricht vorstellen, keinen Rapport abliefern müssen.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Mich selbst. Von der überfälligen Ausformulierung des Dissertations-Themas. Work in progress.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Für G. die Organisation der Bootstour mit der Piep zum Abschied aus dem OHG-Dienst.

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Alle Gäste sind zur verregnetsten Gartenparty ever gekommen.

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
„Du hast mit deiner Art als Lehrerin und als Persönlichkeit erstmals T. genau da abgeholt und ‚befeuert‘, wo und wie er es sich immer bewusst und unbewusst ersehnt hat. […] … und ganz nebenbei liebt P. dich auch ganz heiß und strahlenförmig.“ (K. als Mutter von T. und P. <3)

2018 war in einem Wort / in einem Satz …?
Wachsen und Gedeihen. Sicherheit und Geduld.

[20172016, 2015.]

KW 50/51 (2018) // Aus dem Krankenhaus delegiert

Als nach den Herbstferien immer häufiger Koliken einsetzten, war klar, dass ich um eine zeitnahe OP – meine allererste OP überhaupt – nicht mehr herum kommen würde. Die Galle musste raus, über die Jahre haben sich dann doch auch bei mir Gallensteine angesammelt – eine familiäre Häufung bei uns ist unbestritten. Die resolute Internistin setzte mich nach einem etwas krasseren Schub Mitte November kurzzeitig außer Gefecht. Zeit genug, um einen Termin im KH zu vereinbaren und vorab schon mal alle Eingangsuntersuchungen zu durchlaufen.

Hmmm… Wann passt eine OP eigentlich in einen vollen Lehrerkalender?! Gut, dass ich dieses Schuljahr kein schriftliches Abitur habe und sich so kein Korrektur-Stau (Vorabi!) ergeben würde. Also eine Woche vor dem regulären Ferienbeginn bei uns hier im Norden? Arbeitsmäßig Gas gegeben und über die Nahrungsaufnahme zu steuern versucht, weitere Koliken zu verhindern. Bisschen arg vollen Schreibtisch bis dahin gehabt, aber ich bin ja Profi im vorausschauenden Arbeiten. Leider musste ich selbst das Wichteln mit meiner Neunten an einen Kollegen übergeben. Die eigenverantwortlichen Arbeiten in der Oberstufe werden mich dafür erst im Januar glücklich machen. Schule! Schule! Schule? Wir Lehrer sind echt bekloppt, was unsere Gesundheit angeht… Ich sowieso.

Alles ging sehr gut in Reinbek und ich hatte einen echt tollen Narkosearzt. Danach der Aufenthalt auf der Station hielt sich recht kurzweilig, da meine Zimmernachbarin mit der selben OP am selben Tag dran war. Party! An Schlaf war trotzdem immer nur ein paar Stunden am Stück zu denken. Was schön war: Wer alles an mich gedacht hat. Kleiner Drei! Ich habe zum Glück viele sehr liebevolle und herzenswarme Menschen um mich herum.

Nebenbei war die Deadline der Projektvorschläge für unsere Projektwoche. Alles dazu sammelt sich bei mir im Account; wer zu früh im Arbeitskreis zuckt, muss halt ran. Aber alle möglichen Projektleiter haben es geschafft, mit meinem „Formularblatt“ zu arbeiten. Dank dem Entwicklermodus in Word gibt es eine ordentliche und kostenneutrale Möglichkeit Absätze im Dokument zu sperren bzw. Einträge abzuverlangen. Make your own PDF-Style. Grundsätzlicher Ansatz für die ProWo im Juni ist, dass SuS selbst Projekte anbieten. Das wurde ziemlich gut angenommen. Und im nächsten Durchgang wird es dann noch besser. Ein wenig werden wir nur für die 5./6. Klassen nachsteuern müssen, aber das war zu erwarten.

Der ehemals gefeierte Journalist vom SPIEGEL drüben, Claas Relotius, wird in ein/zwei Jahren als ein dann neu und anders gefeierter Romanautor von sich lesen bzw. hören lassen. Wir werden ihn in ein paar Talkshows wiedersehen. Alles wird wieder gut. Alles zu seiner Zeit. Alles ein Abbild unserer Zeit.

Durchatmen. Runterkommen. An mich denken. Jetzt heißt es Weihnachten in Familie. Vor allem mein Vater war erstaunlich nervös wegen meiner OP und freut sich auf mich. Ganz sicher werde ich in den nächsten Tagen lieb versorgt/umsorgt. Trotzdem merke ich meinen alljährlichen Widerwillen ob der gedrängten und erwartungsvollen Zeit daheim. Vielleicht würde ich gern woanders sein wollen? Die Tage anders arrangieren? Es ist dann doch kompliziert mit uns. Aber die Familie gibt es halt nur in dieser Konstellation. Meinen Beitrag zur Gemütlichkeit werde ich leisten.

Ich wünsche euch eine erholsame und schöne Zeit mit den richtigen Menschen. Kommt gut ins neue Jahr.

Ferienzeit, Erholungszeit

Morgen geht es hier wieder los mit dem Brotjob. Also mit dem pro-aktiven Teil, wo ich direkt auf Schüler und Kollegen treffe. Ein bisschen Planung steht schon, aber wie immer muss ich erst durch das Alltagsgeschäft in Fahrt kommen. Unterrichtlich und stundenplanerisch jedenfalls schon einmal eine sehr schöne Verteilung. Aber dazu bei Gelegenheit mehr.

Während der Osterferien für den Sommer 5 Tage Paris gebucht, weil A. am 16. Geburtstag hat und ich endlich, endlich mal nach Versailles wollte. Außerdem haben die Franzosen alle erst im August Ferien. Was wir da noch nicht geahnt haben: Frankreich steht am 15. Juli 2018 im Finalspiel der Fußball-WM. Mit dem uns entgegengebrachten Neid über den Trip konnten wir gut leben. ;) Zur zweiten Halbzeit haben wir uns auf den Weg zu einer dieser Bootstationen für eine Seine-Tour aufgemacht. Die Stimmung in der Stadt, Jubel und Geschrei von und mit den Menschenmengen auf jeder Brücke – das hat sich echt gelohnt. Dass sich die Franzosen die ganzen Abend und die ganze Nacht hindurch mit stundenlangen Autokorso gefeiert haben, wäre in diesem Ausmaße in Deutschland unvorstellbar. (Sicher hätte der Springer-Verlag vorweg endlose Bußgeldszenarien durchgespielt und die Nachbarn hätten eh längst die Polizei gerufen.) Am Montag war dann die Stadt wieder übervoll, da die siegreichen Les Bleus entsprechend empfangen werden mussten. Umso enttäuschter war ich dann vom Park Versailles. Eine Schotterwüste umrahmt von meterhohen Buchenhecken, die durch Holzverschläge in Form gebracht wurden. Kein Vogelpiepen, nur Menschenmassen. Alle Brunnenanlagen entweder aus oder gleich ohne Wasser. WTF?! Ich bin natürlich durch Potsdam verwöhnt. Direkt in der Sanssouci-Parkanlage Biologie und Geschichte studiert zu haben, kann halt keine Schlossanlage/-landschaft mehr toppen. Wenigstens durch das Petit Trianon (der Anlage von Marie-Antoinette) wurde ich ein wenig an diesem Tage versöhnt. Vielleicht muss ich auch einfach noch einmal im Frühjahr dort hinfahren.

Brautstrauß mit Schloss, Hirsch und Wölfen

Höhepunkt im August war die Hochzeit meiner besten Freundin im Allgäu. Schloss „Zu Hopferau“. Nette Location. Tolle Menschen wiedergesehen und neue kennen gelernt. Den Brautstrauß gefangen und vor Schreck an meine Schwester weitergereicht. Nothing for me.
In einer nächtlichen Aktion haben einige von uns Gästen mit Freude die Hörl’schen Wölfe neu arrangiert. Noch vor dem Frühstück standen alle wieder an Ort und Stelle. Hotelpersonal kann echt ein Spielverderber sein.

Zudem Zeit genommen, um ein paar Gesundheitsuntersuchungen – die eh regelmäßig anstehen – vorzunehmen. Großer Schreck, was meinen TSH-Wert angeht. Seit Dezember 2008 ist bei mir Hashimoto diagnostiziert und nun sollten mein Wert (>5) trotz regelkonformer Einnahme des Thyroxins wieder so schlecht sein, wie zu Beginn der Behandlung? Neben dem Gegrummel über den eigenen Gesundheitszustand war ich aber zugleich irgendwie erleichtert: endlich gab es eine Erklärung für all das komische und gequälte Innenleben im letzten halben/dreiviertel Jahr. Ja, ich lebe gesund, weil ich um meinen Gesundheitszustand weiß. Ich koche fast alles selbst, achte eh auf meine Kalorienzufuhr und 2-3 Mal die Woche ist Ausdauertraining angesagt. Zuletzt hatte ich aber den Eindruck, dass ich trotz minimierter Kalorienzufuhr (gleichzeitig aber Riesenappetit – nicht Hunger! – und daher anstrengender Selbstkasteiung) zunahm, ich sozial schlapp und dauerhaft müde war. Zugleich war ich so im Schul-System gefangen, dass ich funktionieren wollte/musste. Eigentlich hätte ich von allein darauf kommen können… Der Herr Doktor hat die Dosis erhöht und im Oktober gucken wir wieder, was der TSH-Wert sagt. Ideal ist <2. Allein jetzt nach 4 Wochen mit der höheren Dosis geht alles gleich so wunderbar von der Hand. Die Conclusio? Ich muss auf den/die Stressfaktor/-en um mich herum achten. Aber da befinde ich mich irgendwie im (selbstgesetzten?) Teufelskreis aus Anspruch und Inanspruchnahme.

Erholsam an so Ferien ist weniger der Verzicht auf schulische Themen, vielmehr, dass ich beständig an neuen Orten war, liebe Menschen getroffen habe und einfach anders gefordert war, als der Alltag mit sich bringt.