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KW 49 (2019) // SPD, Twitter, Grünkohl

Die SPD versucht sich mit einer Doppelspitze. Durch die Filterblase ist mir Saskia Esken bereits bekannt. Ich wünsche ihr natürlich alles Gute, sie wird sich ganz wunderbar profilieren. Norbert Walter-Borjans: in meiner Referendariatszeit 2011-2013 war er als Finanzminister in NRW indirekt für meine Besoldung und Steuererklärung zuständig, diesen Bezug konnte ich aber erst nach einer kleinen Recherche herstellen. / Ich überlege gerade ganz anders, ob sich das „Modell SPD“ nicht überlebt haben könnte? Im Geschichts-Kolloquium haben wir u.a. von Byung-Chul Han „Psychopolitik“ (2014) gelesen. Nach der Disziplinargesellschaft macht Han nun die Kontrollgesellschaft aus, in der „das Ich zum eigenen Projekt“ wird. Wenn nun aber die Apps des Social-Media-Webs und Big Data mit seinem immerwährendem (unemotionalen) Gedächtnis, über uns Macht ausüben, der Feind sozusagen in uns selbst steckt, benötigt es dann noch Sozialpolitik für die die SPD einst stand? Vielleicht muss sich die SPD neue Themen suchen, was ja nicht schlecht sein kann. Neue Zeiten, neue Themen. Aber erst einmal bitte nicht die GroKo verlassen. Wer dann alles in der Partei verbleiben mag, soll das für sich entscheiden und nicht rumbellen.

Mich bei Twitter abgemeldet und beide Accounts deaktiviert. Es geht mir auf die Nerven, wie dort miteinander umgegangen wird. Ein Teil der Lehrerschaft versucht sich mit Innvationen und neuen digitalen Ansätzen, dem anderen Teil verlässt die Möglichkeit ordentlich zu kommunizieren und darauf zu reagieren. Ewige Diskurse darüber, wer was fordern darf, wer was wie geschrieben und gemeint hat. Wenn Digitalien so aussieht, dass man aneinander vorbeidiskutiert – und sich immer wieder neue Leser aus der Filterblase fragend und wertend einmischen, wozu sie alles Recht der Welt haben – so dass gar keine Beruhigung mehr eintritt, dann ist das nicht mehr „mein Twitter“. [Ein Nachklapp ist bei Bob zu lesen.] Wenn dann schon wieder über das #twitterlehrerzimmer feministisch fabuliert wird, reicht es. Jede/r soll Twitter nutzen, wie sie/er es mag. Nehmt doch #twlz oder #twitterlehrer:innenzimmer, macht was ihr wollt, aber hört auf, andere damit zu bedrängen. Cool down und erst einmal alles ruhen lassen. Im neuen Jahr gestalte ich mir die Timeline neu oder bleibe ganz fern.

Die Grünkohl-Saison ist eröffnet. Am Mittwoch war Pensionärstreffen bei uns. Konkret lädt die Schulleitung zur Zusammenkunft ein, ein Teil der SL-Runde und wir vom Personalrat administrieren den Abend. Kochen, Umräumen des Lehrerzimmers, Eindecken und Service. Ich hatte viel Freude.

The Idea von Blue Zone auf Vimeo

KW 39 (2018) // (Re-) Organisation

Und tragt ihr auch wieder Socken? Der Herbst ist wohl da… Zwangsläufig. Damit aber auch drei Wochen Herbstferien. Durch den „neuen“/alten Feiertag am 31. Oktober, werde ich in Gänze genau an sieben Tagen im Oktober unterrichtlich vor Klassen stehen. (Hört ihr die Nicht-Lehrer toben? Waass?!? Soooo viele Ferien? Die sollen mal arbeiten und nicht schon wieder Urlaub machen.) Aber sicher werde ich in den Ferien an der Schule sein. Eventuell muss doch noch am Stundenplan gearbeitet werden; eher wahrscheinlich, dass ich etwas im Rahmen der Korrekturstapel kopieren muss; sehr wahrscheinlich werde ich mich um die Pflanzen in der Biologie kümmern.

Sonst habe ich in dieser Woche viel Zeit mit der Neuordnung meiner digitalen Arbeitsabläufe verbracht. Da ich nach sieben Durchgängen Magister von QuoVadis einen neuen (schulinternen) Lehrerkalender in A5 ausprobiere, mussten Zettelkram/Sitzpläne von Klassen aufgelöst werden, den/die ich sonst im A4-Lehrerkalender mit mir herum trug. So habe ich mich nun konsequent in TeacherStudio eingearbeitet. Das Tool hatte ich bereits vor 2 Jahren – noch auf der Windows 8-Ebene installiert, weil es (sicherlich!) via Twitter empfohlen wurde. Aber zu dem Zeitpunkt hat es halt nicht effizient zu meinem Arbeitsstil gepasst, mein Fokus damals lag eher auf der Unterrichtsvorbereitung und -organisation als der Verwaltung von Noten. Zum letzten Halbjahr hatte ich mich ein kleines Bisschen neu damit angefreundet, jetzt habe ich mir auch die App fürs iPhone geholt, der Sync via OneDrive funktioniert wunderbar. Ja, so kann das was werden, zumindest mit der aufwendigen Bestandsaufnahme der unterrichtlichen Mitarbeit/Anwesenheit, von vergessenen HA über vergessene Arbeitsmaterialien und den sehr relevanten Notizen, dass ich den und die Schüler/in wann und wie persönlich angesprochen habe. Mein Bauchweh der eventuell „unpädagogischen Note“ behalte ich im Blick, auch wenn das Tool mir eine Note exakt gewichtet ausrechnet, sollte natürlich immer ich entscheiden.

Zweite Ergänzung bzw. Änderung: Anpassung von 2Do und WeekCal auf dem iPhone. Beginnend mit der Kalender-App dachte ich (ihr kennt das sicher…): „Irgendwie bräuchte ich mal wieder etwas Neues“. Calendars 5 von Readdle (da ich mit deren Apps Spark, Documents und ScannerPro für meinen systemübergreifenden Workflow zwischen iPhone und Surface mega zufrieden bin) oder Fantastical 2? Basis ist meine Verknüpfung zum GoogleKalender, Termine kopieren, die Anbindung an Kontakte und Navigations-Apps sind Pflicht; schnelles Drag&Drop von Terminen sowie farbige Unterscheidungen von Terminkategorien eine nicht unwichtige Spielerei. Dieser Emoji-Quatsch ist egal. Aber weder noch. WeekCal hat zwar seine eher optischen Nachteile, die anderen beiden sind mir jedoch zu überladen mit Funktionen und Ansichten. Meine mit älteste App (von 2011?) bleibt also.
In der ToDo-App entschied ich mich für ein tabula rasa. Mein selbst geschaffenes Durcheinander von Ideen-Ablage, Routine-Aufgaben und tatsächlichen ToDos, die wiederum Einzelaktionen bzw. Projekten zugeordnet werden, ging mir nur noch auf die Nerven. Also musste eine Neuorganisation her. Hilfreiche Ideen kamen von hier, dem College Info Geek auf YouTube (btw: Krass, was für ein Business der erschaffen hat.) und diesem richtig guten Video von OmniFocus. Auch hier gilt, digitale Tools können eine Hilfe für mein berufliches Umfeld sein, wenn ich sie konsequent nutze, jedoch möchte ich mein Privatleben nicht mit ToDos vollstopfen und Freunde in Projekte oder Action-Lists überführen, was meinen haushaltstechnischen und buchhalterischen Routinen wiederum sehr wohl gut bekommen könnte. ;)

Aufgeräumt sieht 2Do dann so aus.

Auf dem Surface die dritte Ergänzung: der iA Writer. Ablenkungsfreies Schreiben. Satz für Satz. Mehr muss ich nicht sagen. Da ich ja am Diss.-Projekt sitze, hatte ich natürlich auch über Scrivener nachgedacht, aber ich habe ja Citavi zur Organisation meiner Literatur- und Rechercheergebnisse. Der iA Writer soll nur ab und an meine Schreibblockaden Schreibfaulheit etwas auflockern.

Nebenbei die Anordnung der Ordner und Seiten auf dem iPhone erneuert. Apps gelöscht, die ich eh selten nicht nutze und mich von Kontakten getrennt, die wohl der Reminiszenz wegen noch da, aber eher emotionaler Ballast waren.

Anmerkung:
Ich nutze seit 10 Jahren ein iPhone, mittlerweile habe ich mein viertes Smartphone von Apple.
Seitdem durch Windows das Surface auf dem Markt kam, bin ich Fan dieses Arbeitsgerätes, mein nächster Rechner wird sicherlich wieder von Windows sein.
Die genannten Systeme, Apps und Tools bezahlen mich natürlich nicht für deren Erwähnung hier im Artikel.

18.04.2018

  • 1.262.304.000 Sekunden
  • 2.1038.400 Minuten
  • 350.640 Stunden
  • 14.610 Tage
  • 2.087 Wochen
  • 480 Monate
  • 40 Jahre
  • Alt. Jung.

Und weiter geht es.

[von hier]

Lehrerarbeit im Wandel

Korrekturen am Nachmittag… Wann sonst?

Ohne Mitglied im Philologenverband zu sein, bin ich trotzdem dessen Aufforderung gefolgt und habe mich vier Wochen lang an der Erfassung der Arbeitszeit beteiligt. Die Studie wird von der Uni Rostock anonym durchgeführt und ausgewertet. Hier in Sch-H war der Korridor vom 15.01. bis zum 11.02.2018. Andere Bundesländer begannen und beginnen zeitlich versetzt dazu, NRW beginnt z.B. am 19.02. So mag ich der geäußerten Kritik eines Kollegen an meiner Schule nicht ganz folgen, dass „die tatsächliche Korrekturspitze bei arg belasteten Sprachlehrern nicht berücksichtigt wird“. Wenn die Präventivmediziner und Statistiker in Rostock nicht den Fehlschluss ziehen, einzelne Bundesländer vergleichen zu wollen, sollte im Mittel doch eine relevante Stundenzahl für alle Gymnasialkolleg*innen herauskommen. Gerade dann natürlich auch Belastungsspitzen sichtbar werden.

Die Studie besteht aus zwei voneinander getrennten Teilschritten: dem Arbeitsszeitprotokoll und einem Online-Fragebogen. Man kann an beiden oder nur an einem Schritt teilnehmen. Ich habe beides gemacht. Die angesprochene Anonymität ist durch TANs gesichert. Beide Schritte sind aber an der Uni miteinander korrelierbar, da man die Datenbank bei beiden Teilen anfangs mit individuellen Infos füttert. Leider gab es keine Möglichkeit die erfassten Daten auf dem eigenen Rechner per PDF-Druck zu speichern. Schade. Ich habe mir aber die Mühe gemacht und alle täglichen Zeiten am Ende noch einmal in Minuten auf einem Schmierzettel abgeschrieben. (Auch wenn ich jetzt wieder gerügt werde, dass ich zu persönliche Daten veröffentliche. Es ist mein Blog, meine Entscheidung.)

Arbeitszeitprotokoll LaiW-Studie

Was ihr gut erkennen könnt, den Samstag nehme ich mir immer, immer frei. Da kann sonstwas in der Schule los sein oder ich mir selbst mit Blick auf den Schreibtisch unanständigen Druck machen, an dem Tag nichts für die Schule zu tun, ist Gesetz. Ich bin Vollzeitstelleninhaberin mit einem Deputat von 25,5h, davon gehen 0,5h ab als Präventionskoordinatorin. Für meine Assistenz gibt es ein Dankeschön, jedoch keine Entlastung. (Der Lerneffekt und die Einblicke in die Schulorga gleicht den Aufwand intrinsisch aus…) In W2 gab es am Freitag Zeugnisse, in W3 war ich an dem Tag zu einer Fortbildung unterwegs bzw. war am Montag schulinterner SE-Tag. In den vier Wochen habe ich vier Test in der Orientierungs- und Mittelstufe schreiben lassen – einer parallel in der VI – und korrigiert. Eine Quellenanalyse der E in Geschichte lag noch aus W0 herum. Zudem war ich am neuen Stundenplan für das 2. Halbjahr beteiligt. Was in der Studie nicht gezählt wurde, sind tatsächlich genommene Pausen. Daher verfälscht m.E. ein 46,1h-Wochen-Schnitt bereits die Reputation bei der normal (?) arbeitenden Bevölkerung. Nein, in der Zeit ist keine einzige Essenpause inkludiert. Wenn wir Lehrer essen, dann meist nebenbei, wenn wir kopieren, Unterricht vorbereiten oder mit Kollegen einzelne Themen im LeZi besprechen. ich glaube sogar, unser Privatleben läuft nebenbei.

Genug geschwafelt. Nutzt die Gelegenheit und nehmt an der Studie teil. Vergesst aber nicht, dass wir immer mehr sind, als nur Lehrer*innen. Und nur, wenn wir ausgeglichen und ausgeschlafen sind, können wir unser Bestes im Alltag mit den Schülern zeigen.

Lehrerraumprinzip

Beim 164. #EDChatDE bin ich dann erst- und letztmalig zugleich mit dabei.
Das Thema Lehrerraumprinzip passt super. ;) Frage 2 und 3 überschneiden sich inhaltlich zum Teil. Kommentiert gern!

F1 Lehrerraumprinzip: Wie sieht der aktuelle Stand an deiner Schule/Institution aus?

Mit Beginn des Schuljahres 2014/15 hat das Kabinettsystem/LRP bei uns an der Schule Einzug gehalten. Wir sind also im dritten Jahr. Pläne dazu lagen schon etwas länger vor, ließen sich aber erst mit dem Wechsel der Direktion durchsetzen. Eine für dieses Konzept offene Schulleitungsebene braucht es also allemal und grundlegend.

F2 Welche Vorteile/ Nachteile hat deiner Meinung nach das LRP?

Es gibt Kolleginnen und Kollegen (KuKs) die eindeutig von diesem System profitieren: Vollzeitkräfte mit zwei Sprachen und/oder geisteswissenschaftlichen Fächern und/oder Mathematik. Diese werden ihre Räume deutlich aufhübschen und gestalten, da sie sich ihrem Nest quasi auf lange Zeit sicher sein können. Kein Rumgezerre mehr an den Tischen, endlich eine Sitzordnung bzw. Tischkombinationen, die dem Fach- und eigenen Methodenanspruch genügen.

Manche Räume sind bei uns echt toll geworden. Einige KuKs haben ihren häuslichen Arbeitsplatz komplett in die Schule verlegt, korrigieren nicht einmal mehr daheim.

Teilzeitkräfte werden aus logistischen Gründen meist kein „eigenes“ Kabinett zur Verfügung gestellt bekommen (siehe Organisation). Sport, Musik, Kunst, Biologie, Chemie, Physik sowie Informatik werden weiterhin in den dafür vorgesehenen Fachräumen unterrichtet. Diese sind zumeist ja eh schon wie Kabinette organisiert oder zumindest – aus praktischen Erwägungen – bei den KuKs der Fachschaften so eingeteilt. KuKs mit Fachraum-Fächern werden also entweder wie Teilzeitkräfte verbucht oder haben gar kein Kabinett (in der Fächerkombination Physik/Chemie z.B.).

Einige KuKs entziehen sich dem LeZi nahezu komplett. Sie kommen dort fast gar nicht mehr vorbei. Parkplatz –> Kabinett/ Unterricht/ Pausenaufsichten/ Kopierer/ Vertretungsplan/ Unterricht –> Parkplatz

Nicht alle KuKs verändern etwas an den Räumen. Dass diese bunter/optimierter/ausgereifter werden, ist ein Prozess, der Jahre dauert oder möglicherweise überhaupt nicht angenommen wird.

Die Aufenthalts- und Rückzugsbereiche der SuS werden dezimiert, gleichzeitig sind sie deutlich mehr in Bewegung. Hier sollte von vornherein über alternative Räume bzw. (überdachte) Bereiche nachgedacht werden. Auf unseren Schulhöfen wurden über den Elternverein Picknicktische gesponsert.

Weniger Schäden am Mobiliar und in den Räumen, mehr Lärm und auch Dreck im Schulgebäude (leider!).

F3 Was ist bei der Organisation des LRP zu beachten?

Natürlich eine gewisse Vorlaufzeit, da die klassischen Institutionen der Lehrer- und Schulkonferenz zu durchlaufen sind. Von Vorteil ist es, wenn die SuS und Eltern frühzeitig mit ins Boot (alias „Arbeitskreis Kabinettsystem“) geholt werden, z.B. waren bei uns Mitglieder aller 3 Gruppen zu Besuch an Schulen, die bereits mit diesem Prinzip arbeiten, um dann wiederum als „Verstärker“ in ihre Gruppen hinein zu kanalisieren. Unsere Vorlaufzeit begann im Herbst des Schuljahres davor.

In der Regel hat man mehr KuKs, die einen eigenen Raum möchten, als die tatsächliche Raumsituation der Schule hergibt. Kooperationen sind zwangsläufig notwendig. Entsprechend profitieren nur ca. 50% der Kollegen, alle anderen (Teilzeit, Fachraumlehrer) müssen trotzdem bei der Pro-Entscheidung mitziehen. Fachraumlehrer unterstützen das System eigentlich immer, da sie eh kein anderes Unterrichtsmodell kennen.

An einer Schule gibt es unterschiedliche Licht-/Wärme-/Geruchsverhältnisse. Lasst die KuKs selbst wählen, in welchem Trakt sie ihr zukünftiges Kabinett haben wollen.

Unsere Schule ist seit den 80er Jahren organisch gewachsen. Die Räume des Orientierungs- und Mittelstufentrakts sind annähernd gleich groß, Räume im Hauptgebäude z.T. kleiner, was zu Umbuchungen/Verlegungen bei Klassenstärken über 28 SuS führt. Ungünstig für alle Seiten.

Stundenplanerisch kann über UNTIS jedem Lehrer ein Stammraum zugeordnet werden, vorher waren diese bei den Klassen. Doppelbelegungen können durch geschickte Vorplanung verhindert werden. So kann darauf geachtet werden, dass sich die freien Tage bei Kabinett-Teams nicht gleichen etc.

Kabinette müssen zum Teil jedes Schuljahr neu zugeordnet (Schwangerschaft, Wechsel von Voll- auf Teilzeit) bzw. die Teams neu gemischt werden. Hat z.B. der E-Jahrgang Dienstag in der 3. und 4. Stunde Französisch, dann kann es schon passieren, dass 2 KuKs in der selben Unterrichtsschiene mit Franz1 und Franz2 parallel laufen. Einer von beiden muss planerisch weichen.

Aufsichtsbereiche und Pausenzeiten können/müssen neu durchdacht werden. Die SuS sind immer mit all ihren Sachen unterwegs. Wir haben als Lösung dafür mehr Schließfächer angeschafft.

Der Arbeitskreis sollte den Prozess nach Durchsetzung/Einführung weiterhin begleiten und bei Schulkonferenzen ein Feedback geben.

F4 Wer sorgt für die Ausstattung der Räume? Schulträger oder jeder selbst?

Teils, teils. Bestuhlung und Tische wie gehabt. Technik und Whiteboard-Tafeln vom Schulträger; Farbe, Regale und vielleicht ein Bürostuhl oder eine Couch (sic!) vom Kabinettinhaber. Beamer mussten so nur für die Räume angeschafft werden, wo es die KuKs auch brauchten.

F5 ./.

LRP

F6 Inwieweit profitieren SuS vom LRP?

Falscher Ansatz, der versucht, den Eltern und SuS das LRP als ein Produkt schmackhaft zu machen. Es ist unsere pädagogische Entscheidung im Kollegium, wie wir unseren Unterricht/unsere Lehrumgebung besser gestalten wollen und können! Die SuS profitieren, weil wir LuLs einen an unsere Methoden zufriedenstellenden Raum eingerichtet haben. Meine Technik funktioniert so, wie ich sie benötige. Unterlagen und Bücher sind vorhanden. Die Reibungsverluste organisatorischer Art sind deutlich geringer. Ein entspannter Lehrer ist ein besserer Lehrer. Von dem her profitieren die SuS.

F7 Bei Umsetzung des LRP: Brauchen wir noch ein Lehrerzimmer? Wozu?

Auf jeden Fall! Einen Ort der Kommunikation und für kollegiale Treffen benötigt es doch weiterhin, oder nicht? Die Lehrerkonferenz muss irgendwo stattfinden und kann nicht in ein Betahaus outgesourct werden, nicht jede Schule hat einen genug großen Konferenzraum.

Ich habe im LeZi mittlerweile mehr Ruhe und eigentlich ist das mein neuer Arbeitsplatz an der Schule geworden. Kopierer, Kaffee, Drucker, Stundenplanerbüro – alles in Reichweite. In der Biologie-Sammlung habe ich mich schon immer wie auf einer Isolierstation gefühlt.

F8 Welche Anregungen, Fragen hast du sonst noch zum Thema “Lehrerraumprinzip – Heimatlosigkeit der SuS oder Steigerung der Unterrichtsqualität?”

Ich unterrichte als Vollzeitkraft 25,5h/Woche in Sch-H, was derzeit stundenplanerisch 26h/Wochenunterricht bedeutet. Davon 3h Medien und Öffentlichkeit im Wahlpflichtbereich (1 Kurs), 4h Geschichte (2 Klassen/Kurse), 19h Biologie (8 Klassen/Kurse). Mit einem Bio/Englisch-Kollegen teile ich mir ein Kabinett, inzwischen mein Drittes. Daher bin ich nicht wirklich sesshaft und kreativ geworden. Meine Anwesenheit bezieht sich auf 2 Klassen in Geschichte, die ich am selben Tag unterrichte, d.h. mein Kabinett betrete ich 1-2x die Woche, da ich dort ab und an noch mit dem Medienkurs bin. (Da ich „zufällig“ den Raum bekommen habe, wo das Smartboard hängt und ich damit gern arbeite bzw. umgehen kann.)

Das LRP hat mir persönlich nichts gebracht, schränkt mich aber dagegen nicht weiter ein. Weswegen für mich der sichtbare Vorteil und die Zufriedenheit (Lehrergesundheit!) bei einigen meiner KuKs überwiegt.

Plus: Parallel mit dem 2. Halbjahr des Kabinettsystems gab es ein technisches Problem mit der Gonganlage. Eine Reparatur zog sich Monate, so dass wir irgendwann komplett auf das Klingeln verzichtet haben und bis heute geblieben sind.