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2019 – Ein Rückblick

An den Weihnachtstagen familiär festgestellt, dass ich mittlerweile so alt bin, wie meine Mutter war, als ich zum Studium nach Potsdam ging. Verrückt, wie die Zeit vergeht.

Mit der (Wieder-)Vereinigung, der Wende und der Mentalität bzw. den zugeschriebenen Stereotypen der (ehemaligen) DDR-Bürger habe ich mich in diesem Jahr ziemlich intensiv auseinandersetzen wollen und können. Dankbar, ob all der Podcasts (vor allem diese beiden hier), den Zeitungsberichten und Sendungen im linearen TV. Dem Aufstieg der AfD nach drei Landtagswahlen in den ostdeutschen Bundesländern schaue ich mit Grauen und innerer Abwehr zu. Kommunikation in der Heimat darüber scheitert an ablehnenden Allgemeinplätzen – die Menschen sehen sich zu sehr als Opfer, nicht als Teilnehmer dieser Demokratie. Zu einfach ist es, sich auf den armen Ossi zu berufen, den die Treuhand bestohlen hat. Freunde, lesen bildet.

Auch wenn ich mich mit meinem Lebensstandard als eine der „Wendegewinnerin“ bezeichnen mag, glaube ich, dass viele Entscheidungen in meinem Leben natürlich stark von der Unsicherheit und den Umbrüchen nach 1989/90 geprägt sind: das Gefühl immer aktiv und beruflich mobil bleiben zu müssen, mich nicht ausruhen zu dürfen, weil nichts sicher und stabil schien und sich eher in Auflösung denn Neuordnung befand. Ich habe 2019 begriffen, dass ich mich selbst „erschaffen“ kann. Die Dinge sind doch immer so gekommen, wie ich sie beeinflusst habe oder angegangen bin. Es gab immer andere Optionen, die ich bewusst nicht gewählt habe.

Symbolbild 2019

Hüh! / Skulptur: Rolling Horse 

 

Zugenommen oder abgenommen?
Erst minus 10 kg, nun wieder das postoperatives Gewicht von 2018. Erneute TSH-Schwankungen inklusive. Aber die nächste Antwort bringt die Lösung.

Mehr bewegt oder weniger?
Weniger gelaufen, zu wenig geschwommen.

Haare länger oder kürzer?
Gleich lang. Aber am Budget für den Friseur merke ich schon die Inflation der letzten Jahre. Alter Falter sind das hohe Preise geworden.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Da ich nicht wie geplant beim Optiker war, keine Ahnung. Die zwei Gläser machen ihren Job, 2020 muss definitiv eine neue Brille her.

Mehr Kohle oder weniger?
Etwas mehr, weil die Umschuldung für das vermietete Häuschen griff. Eher aber +/- Null. Ich musste niemanden anpumpen, keine Sparpläne kürzen und keinen Konsumentenkredit aufnehmen, also (noch) alles gut.

Mehr ausgegeben oder weniger?
Deutlich zuviel. ;)

Die teuerste Anschaffung(-en)?
Lenovo ThinkPad X1 Yoga, nur 3rd Generation – meine neue Arbeitsmaschine. Warum kein Surface? Auf Dauer braucht es eine vernünftige Tastatur für die Arbeit an der Diss.
Die Reise nach Israel, auch wenn das Ministerium knapp 30% bezuschusste.

Der hirnrissigste Plan?
Die Koordination der Organisation der Projektwoche ziemlich im Alleingang zu übernehmen und alles über meinen Tisch gehen zu lassen.
Die Wahl des neuen PR als Wahlleiterin zu initiieren und mich dann doch noch mit aufstellen zu lassen, damit tatsächlich eine Auswahl stattfinden kann.

Die „gefährlichste“ Unternehmung?
HSV vs. Dynamo Dresden
Bei Fridays for Future im September teilnehmen und mich von Eltern anpiepsen lassen, ob ich als Lehrerin das denn darf? Ja darf ich, ich bin im Sabbatical.

Das leckerste Essen 2019?
Ganz sicher dieses geile libanesische Menu in Israel.

Richtig teuer (und lecker!) war es bei Franceso und in der Vecchia Stazione.
Beim Sushi mal Mochis probiert… Hmmm.

Getränk des Jahres?
Wie bereits 2018: Mineralwasser aus Glasflaschen.

Das beeindruckendste Buch?
Jason Fung: Diabetes rückgängig machen
Ines Geipel: Umkämpfte Zone
Hans-Jörg Rheinberger: Historische Epistemologie zur Einführung
Hans Rosling: Factfulness
Erwin Schrödinger: Was ist Leben? Die lebende Zelle mit den Augen des Physikers betrachtet.
Weinstein/Sumeracki/Caviglioli: Understanding How We Learn: A Visual Guide
Anette Weiß: Rente ohne Roulette (Großer, großer Lesetipp für uns Frauen.)
– Man merkt mir die Jahresthemen in der Lektüreauswahl für den Rückblick an.

Der ergreifendste Film?
Anfang des Jahres „Tidying Up with Marie Kondo“ und „Star Trek Discovery“ auf Netflix weggesuchtet. Allein die Kombination bringt mich gerade sehr zum Schmunzeln…
Im Herbst bei „The Spy“ mitgefiebert. Im Israel-Rausch halt.
Im linearen Fernsehen war „Der kleine Nick“ eine Überraschung für mich. Dieser Mini-Hauptdarsteller! Wie konnte ich den bisher übersehen?!
Im Kino war ich, aber irgendwie sind nicht einmal die Titel hängen geblieben. Tja. Sonst halt Podcasts, Podcasts, Podcasts.

Die beste Musik?
Dido mit Take You Home – Ganz wie zu Studentenzeiten. Hallo G.!
Zalagasper mit Sebi – Der slovenische Beitrag zum ESC.
Sommerzeugs: Zero 7 mit Swimmers und Villagers mit Summer´s Song
Vielleicht deutsche Texte? Trettmann & KitschKrieg mit Stolpersteine oder doch Bonaparte mit Weinbar?

Das schönste Konzert? Der schönste (Comedy-)Auftritt?
Dr. Mark Benecke in Ludwigslust im Januar („Denken = schlecht, Messen = gut.“)
Verständliche Wissenschaft der HZG in Geesthacht im Februar
Die Nervensäge in Hamburg im April
Furor in Hamburg im Mai
Herbert Grönemeyer in Hannover im September
Methodisch inkorrekt in Hamburg im September

Die tollste Ausstellung?
„Wilhelm und Alexander Humboldt“ in Berlin im Deutsch Historischen Museum.

Die meiste Zeit verbracht mit …?
Vielleicht J.?

Die schönste Zeit verbracht mit …?
J. und meiner kleinen Schwester – wer soll sich da schon entscheiden müssen?

Der beste Sex?
Mutiert zur Teenager-Frage, ist doch jeder selbst für verantwortlich.

2019 nach langer Zeit wieder getan?
Sieben Tage Badeurlaub in einem ****Hotel.
Bei Herberts „Flugzeuge in meinem Bauch“ mitgesungen.
Ganze Tage am Stück verplempern und es „Konzentration auf das Wesentliche“ nennen.

2019 zum ersten Mal getan?
Ins Sabbatjahr gehen und die Auszeit wie einen langen Urlaub so richtig zu genießen.
Eine Promotion anmelden.
Jerusalem! Yad Vashem! Givat Haviva! Tel Aviv!

Drei (!?) Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?
Willys Tod.
Die ganzen nervigen Fragen, wie weit ich mit der Diss gekommen bin. (Als ob ich die mal eben runter schreibe.)
Schon wieder Fehlermeldungen von einer der Lambdasonden im Corsa. Ignorieren. Ignorieren. Ignorieren. Demnächst ist TÜV.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Die Vergangenheit hinter sich zu lassen. (Nur, das geht bekanntlich nicht.)

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Eine Ikone für meine Sis aus Jerusalem mitzubringen. Ein Eckschneider/Eckenabrunder für einen laminierfreudigen Kollegen.

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Immer und bedingungslos hinter mir zu stehen.

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
„Mach das. Du kannst das.“
„Schön, dass du da bist.“
„Mit mein bestes Pferd im Stall.“

Vorherrschendes Gefühl 2019?
Endlich kann ich jeden Tag ausschlafen.

2019 war in einem Wort / in einem Satz …?
Alles ist jetzt.

Mit den Worten Goethes springen wir nun hinüber nach 2020 und sammeln Inspiration für den nächsten Rückblick: „Das neue Jahr sieht mich freundlich an, und ich lasse das alte mit seinem Sonnenschein und Wolken ruhig hinter mir.“

[2018, 2017, 2016, 2015.]

KW 43 (2019) // Schwester, Schule, Israel

In der KW 42 war ich etwas länger in der „alten“ Heimat bei meinen Eltern im Spreewald. Es sind meist mehrere Baustellen, die mich dort erwarten. Einerseits werden  meine Eltern nicht jünger und es ist jedes Mal überraschend, was nicht am Telefon erzählt wird, obwohl man jede Woche z. T. mehrfach miteinander spricht. Von Angesicht zu Angesicht ist es doch etwas anderes. Es gab Probleme mit der Buchhaltung. Meine Eltern führen seit 1991 ein Geschäft, in 2019 habe ich erstmalig für 2 Monate ein Kassenbuch (nach-)geführt, weil sie etwas durcheinander gebracht hatten. Die Cholerik meines Vaters, die Hektik meiner Mutter… Kopfschüttelnder Abgang. Ich habe drei Stunden für ein nicht vorhandenes Problem gebraucht, weil sie einen Ausgabe nicht logisch buchhalterisch übernehmen wollten und sich gegenseitig jeweils einen Fehler unterstellt haben. Dazu: Oma geht es nicht gut, dem Kater geht es nicht gut. Oma bekam ein EKG, dem Kater haben wir die Krallen verschnitten. Eingeschläfert werden musste aber niemand. ;)

Den Weg zurück in den Norden mit meiner Schwester bestritten. Gurken für H. und C. mitgebracht. A. blieb bis Dienstag und begleitete mich zu zwei verschiedenen Kollegiumstreffen (unterschiedliche Gruppen…). Immer sehr nett, sie dabei zu haben, weil sie irgendwie mit den KollegInnen in Kontakt kommt, die ich manchmal vernachlässige.

Am Montag standen trotz Sabbatjahr zwei Termine in der Schule an. Zunächst das Treffen für den SE-Tag unseres Präventionsteams. Konkret mussten wir uns mit einem Teil des Schulleitungteams auf den genauen Termin im nächsten Schuljahr einigen, andererseits hatten wir noch Diskussionsbedarf auf die festzulegenden Themen. Mein Angebot „Was machen wir wirklich den ganzen Tag am Handy? Mit SuS ins Gespräch kommen.“ findet großen Anklang, die Einschreibeliste im LeZi war übervoll. Nun heißt es für mich, mir einen ordentlichen 2,5h-Workshop auszudenken. Mal schauen… Aber mit Anschluss an meine Medienelternabende sollte das funktional auf das Kollegium übertragbar sein. *** Im Anschluss war ich mit J. in der Schulleitungsrunde eingeladen, um einen ersten Eindruck von unseren BFF-Fortbildungen wiederzugeben*. Eigentlich geht es bei den Fobis um die Ausbildung zu Mentoren der Springerförderung in SH, jedoch haben wir schnell festgestellt, dass vor der Akzeleration von Begabten intensives schulinternes Enrichment steht (Drehtürmodell, Pull-Out-Kurse, PatenschülerInnen, Konfliktlotsen, NetPiloten, größeres AG-Angebot, Lerncoaching etc.), dieses Enrichment (OMG! Neuerfindung! Wer hätte es gedacht!) allen SuS zu Gute kommt – nicht nur den eh schon Überfliegern und Lernbegeisterten. Ja, wir haben ein Angebot an unserer Schule, aber da ist noch viiiieeel Luft nach oben. Und es müssen eindeutig noch mehr KollegInnen mitgenommen werden.

Am Donnerstag gegen 3 Uhr war die Nacht vorbei, weil es nach Israel ging. Die Fortbildung in Yad Vashem, zu der ich mich im Februar nach kurzer Rücksprache im #Twitterlehrerzimmer angemeldet hatte, stand nun an. Insgesamt haben wir leider 25 Stunden gebraucht, um in Jerusalem anzukommen, da unser Flieger von HH nach Brüssel gestrichen wurde, der Vormittagsflug nach Tel Aviv somit passé war. Zwei von uns 20 mussten gar einen Tag später nachreisen, weil sie zwar noch mit uns nach Brüssel kamen, aber Brussel Airlines den Flug nach Tel Aviv dann natürlich völlig überbucht hatte. Wir glauben mittlerweile, dass die Airline ein gewisses System dahinter hat, es ging zu rund mit den Taxis und der Hotelübernachtung in Brüssel. Wir sind gespannt, was der Rückflug am nächsten WE bringt.

Jerusalem selbst ist natürlich völlig überwältigend. Tempelberg, al-Aqsa-Moschee, Klagemauer, die Altstadt überhaupt: Grabeskirchen von Jesus, Maria und David; der Raum des Abendmahls. Auf dem Ölberg waren wir; in der Gethsemane-Kirche, in deren Garten man über 1100 Jahre alte Olivenbäume bewundern kann. Da ein Ausflug nach Masada wetterbedingt nicht geklappt hat, ging es nach En Kerem, um die Geburtshöhle von Johannes den Täufer mit einer Kirchenumbauung zu bewundern, die von Innen komplett mit portugiesischen Kacheln ausgekleidet ist. Nebenbei: Dort gibt es eine Oase der Ruhe, die einen für mich religiös unglaublichen Hintergrund hat. *** Die ersten zwei Tage waren demnach Touren durch und um Jerusalem, seit heute sind wir in Yad Vashem selbst. Dazu ein anderes Mal mehr.

*Es ist einfach genial, wie sehr unsere neue Direktorin auf die Mitnahme aller im System Schule Wert legt, da ist die erweiterte Schulleitung inbegriffen.

[Rezension] Klassenfahrten – Exkursionen – Wandertage

Bist du ein Viel-, Gelegenheits- oder Nichtfahrer? Das kannst du im neuen Buch von Heiko Reichelt und Gerald Wenge erfahren. Diesmal haben sich die beiden dem Thema Klassenfahrten angenommen [1, 2]. Da sich unterrichtliche Exkursionen und pädagogische Wandertage im ähnlich organisatorischen und rechtlichen Rahmen bewegen, sind diese mit je einem eigenen Kapitel vertreten. Hauptaugenmerk der übersichtlich strukturierten Lektüre liegt jedoch auf den Klassenfahrten.

Vielleicht wart ihr in diesem Schuljahr bereits unterwegs oder es steht demnächst eine externe (mehrtägige) Tour mit eurer Klasse oder mit euch als begleitende Lehrkraft an? Niemand von uns wird in seiner pädagogischen Laufbahn davon „verschont“ bleiben.

Für mich waren diese Fahrten eigentlich immer ein Gewinn. Auch wenn ich mir auf meiner ersten Klassenfahrt als begleitende Lehrerin nach Amsterdam vor Sorge wegen nächtlich abwesender Schüler 1x Streß-Lippenherpes zuzog. Hätte ich mal damals schon Heikos und Geralds Büchlein [Kapitel 5: Aufsichtspflicht S. 96ff.] zur Hand gehabt; mehrere Doppelseiten, die man gern vorab an die Kolleg/innen geben oder selbst noch auf der Hinfahrt mit Gewinn lesen kann.

Bild von Esther Merbt auf Pixabay

Das Büchlein (170 Seiten) ist gut lesbar geschrieben, wenn man möchte, kann man nur bestimmte Kapitel lesen. Die Autoren machen durchgehend bewusst, dass man quasi „Einkäufer, Verkäufer, Buchhalter, Kassenwart, Reiseleiter, Elternersatz und Controller“ zugleich ist, wenn wir Kolleg/innen uns in die Planung und Buchung von Fahrten begeben.

Was noch als Mehrwert bei mir hängen blieb? Bisher scheine ich in der Reihenfolge der Planung zu zielsicher („Passiert schon nichts während der Planung…“) und oberflächlich gearbeitet zu haben, da kann ich etwas genauer werden. Beginnend mit den Textbausteinen für die Elternbriefe, im Buch werden praktikable Formulierungshilfen gegeben. Zudem plant man gern mal die Klassenfahrt und holt sich erst im Nachgang die Legitimation durch die Schulleitung. Kennt ihr, oder? Wo ich großes Potential für mich sehe, ist bei der Partizipation der Schüler/innen im Vorfeld [Kapitel 2: Eine Klassenfahrt mit den Schülern gemeinsam planen] und im Nachlauf einer Fahrt [Kapitel 6: Eine Klassenfahrt dokumentieren und auswerten], vielleicht verschenke ich doch unnötig Chancen für mein – natürlich eh schon erfolgreiches – Classroom Management? In Kapitel 9 wird konkret die schulinterne und steuerliche Abrechnung angesprochen. Ja, Fahrten kosten nicht nur unsere Zeit, sondern z. T. private Vor-/Auslagen, diese sollte man sich unbedingt erstatten lassen.

Nach der Kategorisierung von Gerald und Heiko bin ich übrigens eine Vielfahrerin [Kapitel 1: Die Initiative ergreifen: freiwillig oder angeordnet, S. 21]. Viel Spaß Euch bei der nächsten Fahrt.

[1] Dem #Twitterlehrerzimmer (oder besser #twlz?) sind die beiden Autoren bereits von ihrer gemeinsamen Lektüre Unterrichtsbesuche, Hospitationen und Lehrproben bekannt, die eine oder der andere hat sicher auch das Blog Unterrichtsbesuche im Feedreader.

[2] Das neue Buch kann man hier oder hier käuflich erwerben. Gerald hat mir auf meine Initiative via Twitter im Juli 2019 ein Exemplar kostenfrei zukommen lassen. Vielen Dank dafür. Es steht nun in der Didaktisch-pädagogischen Bibliothek meiner Schule.

Sommerferien 2019

Sechs Wochen Sommerferien – und ich weiß nicht, wo diese nur annähernd geblieben sind. Ich meine, dann kann ich mich wohl auf mein Renterleben freuen, ich werde eher nicht zu denen gehören, die sich langweilen. ;)

Die letzte Schulwoche (KW 26) war noch einmal eine komprimierte Version des Schuljahres. Projektwoche von Montag bis Donnerstag, Montag Treffen und Grillen des alten und neuen Personalrats bei U., Dienstag Frisörbesuch bei R. – die nun ein Jahr auf einem Kreuzfahrtschiff Erfahrung sammeln will und mich in die Hände einer Kollegin übergibt, Mittwoch Einführungstreffen zum Israel-Seminar Ende Oktober, Donnerstag offizieller Kollegiumsabschied im Lehrerzimmer, Freitag Zeugnisse und Kollegiumsabschied in der Bio-FS, Samstag Abiball, Sonntag habe ich die Energie der Woche mitgenommen und die Steuererklärung fertig gestellt.

Zack, zack, zack – erst einmal runterkommen vom Adrenalin…

Erste Ferienwoche
Der Biorhythmus war noch auf Schulzeit getrimmt. Früh wach, früh müde. Gleich am Montag mit einer Zahnreinigung gestartet. Als PRlerin Schuldienst gehabt – eher als Ausrede, warum ich überhaupt in der Schule bin, genutzt. Die Zeit aber gebraucht, mein Fach im Lehrerzimmer und mein Kabinett leerzuräumen (diverse Zettelsammlungen, Plakate, Geschichtskarten, Material für die SuS, Bücher etc.) und in der Bio-Sammlung meinen Kram zu verräumen. In sechs Jahren häuft sich echt Zeugs an – fragt nicht, zumal wir Biologen unseren eigenen Schreibtisch haben. Ein wenig Phantomschmerz verspürt, da J. mit U. am Stundenplan saß. In den letzten vier Sommern war ich da immer. *schnief* Für die Biologen einen Ordner mit den Gefährdungsbeurteilungen erstellt. Mit dem anderen J. unsere FoBis zur Begabtenförderung/Springerbegleitung durchgeplant.

Zweite Ferienwoche
Drei Tage, zwei Nächte in Potsdam bei K. verbracht. Die Kühle im Jüdischen Museum genossen. Mich mit K. intensiv bequatscht: Vollzeitmama von Dreien, Vollzeitjob, Vollzeitehefrau. Dagegen ist mein Leben ein echter Ponyhof auf dem ich eigentlich immer über mich selbst bestimmen kann. Überraschenderweise ist es im Kolloquium bei Prof P. bzw. im Nachgang etwas eskaliert, aber manche Menschen kommen eben nicht klar mit sich und arbeiten sich dann an anderen ab.

Dritte Ferienwoche
Meine Sis ist frisch umgezogen: Besuch in Bielefeld (= Liebefeld, wie Hokey mir auf Twitter beibrachte). Im The Bernstein ihren Geburtstag betrunken, die Sparrenburg mit Flipflop bewandert; sehr darüber gestaunt, wie die Neu- und Altreichen so wohnen; dieses süße Café in Mitte entdeckt „Kleines Glück“, mich an alte Zeiten in Berlin erinnert… Ach, ach. Es hat etwas gedauert, bis ich das Tourismuslogo verstanden habe, aber es ist mir gelungen. Liebe Sis, Liebefeld war eine gute Idee. Ich bin sehr bald wieder da.

Vierte Ferienwoche
Allein in Gee. Zeit für mich. Zeit für Orga im Büro. Zeit für Bücher, die endlich mal an- und durchgelesen werden konnten. Meinen WeekView-Kalender eingerichtet, im ganzen ToDo-Gewussel vergesse ich gern mal private Ziele. Ja, es war megaheiß und ich hatte kaum Lust vor die Tür zu gehen, ins geliebte Freibad habe ich es aber geschafft. Am WE war die allerliebste U. zu Besuch. Fein, fein.

Fünfte Ferienwoche
Endlich wieder Struktur und geistiger Input: Drei Tage Sommerakademie des IQSH in Tannenfelde. Wieder mit mehr Motivation für eine Schulleitungsaufgabe zurückgekommen. Wenn ich alle Fortbildungen in 2019/20 wahrnehmen kann, fehlt mir nächsten Sommer noch das Modul zu den rechtlichen Grundlagen, aber sonst hätte ich alle TvAS vollständig. Für die Personalakte kann es nicht schaden, wie auch immer ich meine beruflichen Prioritäten in den nächsten Jahren lege.

Sechste Ferienwoche
Schulzeugs abgearbeitet. Feedback-Bögen für die ProWo ausgewertet, das schulinterne Fachcurriculum für Biologie fertiggestellt, sonst liegt es in einem Jahr noch unvollständig rum… Die Kurzthemenübersicht für die KuKs und die Erinnerung an das Methodencurriculum an die nun wieder übernehmende eigentliche Fachschaftsleitung geschickt. Mit dem dritten, nun verheirateten J. alle Bücher der Fachschaft gezählt, mit ihm auch die Präventionstermine besprochen. An U. die Kurshefte von E und Q1 geschickt, weil sie den Herzenskurs in Geschichte fortführt. Kollegen zum Kaffee und zum kroatischen Essen getroffen. Mich etwas beneiden lassen. Weil…

Ausblick
Für mich geht es heute erst einmal nicht zurück in die Schule. Keine Dienstversammlung, keine Klassenlehrerstunden, keine neuen Kurse und Klassen kennenlernen, keine jammernden Kolleg*innen aushalten müssen. Ich freue mich auf die viele Qualizeit mit mir. Dinge tun, die mich weiterbringen. Mein Profil stärken. An der Dissertation arbeiten, freiwillig in Bibliotheken rumsitzen. Keinen Unterricht planen, aber Unterrichtsideen sammeln. Das Springerkonzept in Ruhe ausarbeiten. Die Präventionsarbeit für meine Schule vertiefen: im Februar mache ich eine Ausbildung für das Peer-Projekt „Net-Piloten“, der SE-Tag für 2020/21 nimmt Gestalt an, dazu sollte der Kontakt mit der Präventionsstelle der Polizei neu aufgenommen werden. – \o/ Die Akkus sind voll. 

KW 7 (2019) // You never walk alone

Montag

Von Sonntag zu Montag quasi nicht geschlafen. Morgens – gegen halb vier – heiße Milch mit Honig getrunken. Immerhin ein kleiner Placebo-Effekt. | 42. Hochzeitstag meiner Eltern. Nichts liegt meiner Biografie ferner als solch ein Jubiläum. | Schülergespräche geführt, die dringende Elterntelefonate zur Folge hatten. | Mit J. zum HSV-Heimspiel gegen Dynamo unterwegs, vorab bei Herr He geschmaust. Von der Nordkurve aus eine sehr gefährliche (=Pyro) und zugleich sehr nette (=Dino) Choreografie der Dynamo-Fans bewundert, nebenbei Testosteron eingeatmet und einem eher schlechten Spiel zugeschaut.

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Immerhin: Meine Fitbit zählte beide Halbzeiten als Radfahren im Freien mit. Bewegung war gegeben. Gegen Mitternacht im Bett.

Dienstag

Vertretungsstunde und Arbeit, Arbeit, Arbeit. | Gespräch mit dem Schulsozialarbeiter. | Kurz mit Oma (85. Geburtstag), länger mit A. telefoniert.

Mittwoch

Drama Teil 204 wegen der Raumverteilung von uns Biologen. Ich mag es nicht mehr hören und diskutieren. | Treffen mit S. und G. zur PR-Wahl, den Wahlvorstand gegründet, das Wählerverzeichnis durchgesprochen, Termine gesetzt. | Spontan am Abend zum Fake Science Vortrag der Universitätsgesellschaft gegangen verpflichtet worden. Mit den richtigen Leuten um mich, braucht es keinen Schlaf.

Donnerstag

Zwei Vertretungsstunden in der Neun. | SV-Sitzung. | Das Helmholtz-Zentrum Geesthacht lud zum Wettbewerb Verständliche Wissenschaft ins kTS. Sehr, sehr cool. Acht Jungforscher, acht Mini-Vorträge, je acht Minuten – sozusagen das Neueste aus Wissenschaft und Forschung. Zudem hat eine Frau gewonnen! Als Krönung begeisterte Metin Tolan mit einem Vortrag zu Szenen aus Bond-Klassikern. Thema: „Geschüttelt, nicht gerührt: James Bond und die Physik“. Wer weiß, warum mich das nur zu sehr an den Halbtagsblog erinnert? ;)

Freitag

Untis-Training a.k.a. Assitenzarbeit. | Sextaner-Infotag, also bis 19 Uhr an der Schule gearbeitet und für Zuwachs geworben. | Die eine A15 meint mal wieder, ich als A13 könne doch noch (!!!) das eine kleine (schulübergreifende) Projekt organisieren. Spinnen die langsam alle? | Danach Geburtstagsfeier bei A. in HH. Ich war durch. Dabei hatte ich mich strikt an Sekt und Weißwein gehalten. (Zum Glück gab es Begleitschutz.)

Samstag

Von den Eltern (telefonisch) geweckt – wie früher… Nach ewiger Bearbeitungszeit gab es endlich Unterlagen für Papas (*1948) StaSi-Antrag. Aus den 1972! Aus späterer Zeit nicht mehr. Was mich doch arg in der Vermutung bestätigt, dass richtig viele Akten absichtlich verschollen sind. Es kann nicht sein, dass von Mom und von Papa nichts weiter vorliegt. Beide waren privat und beruflich umgeben von Spitzeln. Ich glaube da einfach nicht an Moms Theorie, dass diese auch einen Ort und Raum brauchten, wo sie frei sprechen konnten. Ausgerechnet bei/mit uns? | Ausgeschlafen. Haushalt. Bundesliga-Live-Konferenz.

Sonntag

Kaffee. Bett. Frühstück. Spaziergang. Eis. Schreibtisch. ZDF. Bett.