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Sommerferien 2019

Sechs Wochen Sommerferien – und ich weiß nicht, wo diese nur annähernd geblieben sind. Ich meine, dann kann ich mich wohl auf mein Renterleben freuen, ich werde eher nicht zu denen gehören, die sich langweilen. ;)

Die letzte Schulwoche (KW 26) war noch einmal eine komprimierte Version des Schuljahres. Projektwoche von Montag bis Donnerstag, Montag Treffen und Grillen des alten und neuen Personalrats bei U., Dienstag Frisörbesuch bei R. – die nun ein Jahr auf einem Kreuzfahrtschiff Erfahrung sammeln will und mich in die Hände einer Kollegin übergibt, Mittwoch Einführungstreffen zum Israel-Seminar Ende Oktober, Donnerstag offizieller Kollegiumsabschied im Lehrerzimmer, Freitag Zeugnisse und Kollegiumsabschied in der Bio-FS, Samstag Abiball, Sonntag habe ich die Energie der Woche mitgenommen und die Steuererklärung fertig gestellt.

Zack, zack, zack – erst einmal runterkommen vom Adrenalin…

Erste Ferienwoche
Der Biorhythmus war noch auf Schulzeit getrimmt. Früh wach, früh müde. Gleich am Montag mit einer Zahnreinigung gestartet. Als PRlerin Schuldienst gehabt – eher als Ausrede, warum ich überhaupt in der Schule bin, genutzt. Die Zeit aber gebraucht, mein Fach im Lehrerzimmer und mein Kabinett leerzuräumen (diverse Zettelsammlungen, Plakate, Geschichtskarten, Material für die SuS, Bücher etc.) und in der Bio-Sammlung meinen Kram zu verräumen. In sechs Jahren häuft sich echt Zeugs an – fragt nicht, zumal wir Biologen unseren eigenen Schreibtisch haben. Ein wenig Phantomschmerz verspürt, da J. mit U. am Stundenplan saß. In den letzten vier Sommern war ich da immer. *schnief* Für die Biologen einen Ordner mit den Gefährdungsbeurteilungen erstellt. Mit dem anderen J. unsere FoBis zur Begabtenförderung/Springerbegleitung durchgeplant.

Zweite Ferienwoche
Drei Tage, zwei Nächte in Potsdam bei K. verbracht. Die Kühle im Jüdischen Museum genossen. Mich mit K. intensiv bequatscht: Vollzeitmama von Dreien, Vollzeitjob, Vollzeitehefrau. Dagegen ist mein Leben ein echter Ponyhof auf dem ich eigentlich immer über mich selbst bestimmen kann. Überraschenderweise ist es im Kolloquium bei Prof P. bzw. im Nachgang etwas eskaliert, aber manche Menschen kommen eben nicht klar mit sich und arbeiten sich dann an anderen ab.

Dritte Ferienwoche
Meine Sis ist frisch umgezogen: Besuch in Bielefeld (= Liebefeld, wie Hokey mir auf Twitter beibrachte). Im The Bernstein ihren Geburtstag betrunken, die Sparrenburg mit Flipflop bewandert; sehr darüber gestaunt, wie die Neu- und Altreichen so wohnen; dieses süße Café in Mitte entdeckt „Kleines Glück“, mich an alte Zeiten in Berlin erinnert… Ach, ach. Es hat etwas gedauert, bis ich das Tourismuslogo verstanden habe, aber es ist mir gelungen. Liebe Sis, Liebefeld war eine gute Idee. Ich bin sehr bald wieder da.

Vierte Ferienwoche
Allein in Gee. Zeit für mich. Zeit für Orga im Büro. Zeit für Bücher, die endlich mal an- und durchgelesen werden konnten. Meinen WeekView-Kalender eingerichtet, im ganzen ToDo-Gewussel vergesse ich gern mal private Ziele. Ja, es war megaheiß und ich hatte kaum Lust vor die Tür zu gehen, ins geliebte Freibad habe ich es aber geschafft. Am WE war die allerliebste U. zu Besuch. Fein, fein.

Fünfte Ferienwoche
Endlich wieder Struktur und geistiger Input: Drei Tage Sommerakademie des IQSH in Tannenfelde. Wieder mit mehr Motivation für eine Schulleitungsaufgabe zurückgekommen. Wenn ich alle Fortbildungen in 2019/20 wahrnehmen kann, fehlt mir nächsten Sommer noch das Modul zu den rechtlichen Grundlagen, aber sonst hätte ich alle TvAS vollständig. Für die Personalakte kann es nicht schaden, wie auch immer ich meine beruflichen Prioritäten in den nächsten Jahren lege.

Sechste Ferienwoche
Schulzeugs abgearbeitet. Feedback-Bögen für die ProWo ausgewertet, das schulinterne Fachcurriculum für Biologie fertiggestellt, sonst liegt es in einem Jahr noch unvollständig rum… Die Kurzthemenübersicht für die KuKs und die Erinnerung an das Methodencurriculum an die nun wieder übernehmende eigentliche Fachschaftsleitung geschickt. Mit dem dritten, nun verheirateten J. alle Bücher der Fachschaft gezählt, mit ihm auch die Präventionstermine besprochen. An U. die Kurshefte von E und Q1 geschickt, weil sie den Herzenskurs in Geschichte fortführt. Kollegen zum Kaffee und zum kroatischen Essen getroffen. Mich etwas beneiden lassen. Weil…

Ausblick
Für mich geht es heute erst einmal nicht zurück in die Schule. Keine Dienstversammlung, keine Klassenlehrerstunden, keine neuen Kurse und Klassen kennenlernen, keine jammernden Kolleg*innen aushalten müssen. Ich freue mich auf die viele Qualizeit mit mir. Dinge tun, die mich weiterbringen. Mein Profil stärken. An der Dissertation arbeiten, freiwillig in Bibliotheken rumsitzen. Keinen Unterricht planen, aber Unterrichtsideen sammeln. Das Springerkonzept in Ruhe ausarbeiten. Die Präventionsarbeit für meine Schule vertiefen: im Februar mache ich eine Ausbildung für das Peer-Projekt „Net-Piloten“, der SE-Tag für 2020/21 nimmt Gestalt an, dazu sollte der Kontakt mit der Präventionsstelle der Polizei neu aufgenommen werden. – \o/ Die Akkus sind voll. 

KW 7 (2019) // You never walk alone

Montag

Von Sonntag zu Montag quasi nicht geschlafen. Morgens – gegen halb vier – heiße Milch mit Honig getrunken. Immerhin ein kleiner Placebo-Effekt. | 42. Hochzeitstag meiner Eltern. Nichts liegt meiner Biografie ferner als solch ein Jubiläum. | Schülergespräche geführt, die dringende Elterntelefonate zur Folge hatten. | Mit J. zum HSV-Heimspiel gegen Dynamo unterwegs, vorab bei Herr He geschmaust. Von der Nordkurve aus eine sehr gefährliche (=Pyro) und zugleich sehr nette (=Dino) Choreografie der Dynamo-Fans bewundert, nebenbei Testosteron eingeatmet und einem eher schlechten Spiel zugeschaut.

Link zu Instagram

Immerhin: Meine Fitbit zählte beide Halbzeiten als Radfahren im Freien mit. Bewegung war gegeben. Gegen Mitternacht im Bett.

Dienstag

Vertretungsstunde und Arbeit, Arbeit, Arbeit. | Gespräch mit dem Schulsozialarbeiter. | Kurz mit Oma (85. Geburtstag), länger mit A. telefoniert.

Mittwoch

Drama Teil 204 wegen der Raumverteilung von uns Biologen. Ich mag es nicht mehr hören und diskutieren. | Treffen mit S. und G. zur PR-Wahl, den Wahlvorstand gegründet, das Wählerverzeichnis durchgesprochen, Termine gesetzt. | Spontan am Abend zum Fake Science Vortrag der Universitätsgesellschaft gegangen verpflichtet worden. Mit den richtigen Leuten um mich, braucht es keinen Schlaf.

Donnerstag

Zwei Vertretungsstunden in der Neun. | SV-Sitzung. | Das Helmholtz-Zentrum Geesthacht lud zum Wettbewerb Verständliche Wissenschaft ins kTS. Sehr, sehr cool. Acht Jungforscher, acht Mini-Vorträge, je acht Minuten – sozusagen das Neueste aus Wissenschaft und Forschung. Zudem hat eine Frau gewonnen! Als Krönung begeisterte Metin Tolan mit einem Vortrag zu Szenen aus Bond-Klassikern. Thema: „Geschüttelt, nicht gerührt: James Bond und die Physik“. Wer weiß, warum mich das nur zu sehr an den Halbtagsblog erinnert? ;)

Freitag

Untis-Training a.k.a. Assitenzarbeit. | Sextaner-Infotag, also bis 19 Uhr an der Schule gearbeitet und für Zuwachs geworben. | Die eine A15 meint mal wieder, ich als A13 könne doch noch (!!!) das eine kleine (schulübergreifende) Projekt organisieren. Spinnen die langsam alle? | Danach Geburtstagsfeier bei A. in HH. Ich war durch. Dabei hatte ich mich strikt an Sekt und Weißwein gehalten. (Zum Glück gab es Begleitschutz.)

Samstag

Von den Eltern (telefonisch) geweckt – wie früher… Nach ewiger Bearbeitungszeit gab es endlich Unterlagen für Papas (*1948) StaSi-Antrag. Aus den 1972! Aus späterer Zeit nicht mehr. Was mich doch arg in der Vermutung bestätigt, dass richtig viele Akten absichtlich verschollen sind. Es kann nicht sein, dass von Mom und von Papa nichts weiter vorliegt. Beide waren privat und beruflich umgeben von Spitzeln. Ich glaube da einfach nicht an Moms Theorie, dass diese auch einen Ort und Raum brauchten, wo sie frei sprechen konnten. Ausgerechnet bei/mit uns? | Ausgeschlafen. Haushalt. Bundesliga-Live-Konferenz.

Sonntag

Kaffee. Bett. Frühstück. Spaziergang. Eis. Schreibtisch. ZDF. Bett.

KW 6 (2019) // Stillstand ist der Tod

Montag

Mit den Neunern den Medienelternabend angekurbelt. Der WaPf-Kurs heißt ja nicht umsonst „Medien und Öffentlichkeit“, demnach müssen wir uns „präsentieren“. Schöne Ideen haben sie. | Die Chefin hatte ihre Antrittsfeierlichkeit. Die lokale Presse berichtet etwas seltsam vom Ende der „Männerherrschaft“, mich törnt der Begriff der Herrschaft in diesem Kontext stark ab, denn auch die mir bekannten Vorgänger waren keine direktoralen Grundherren. Sollte wohl witzig sein. Vom übrig geblieben Kuchen nährte sich das Kollegium mindestens zwei weitere Tage.

Dienstag

Die Quinta neu übernommen, es wird werden. Immerhin löse ich ihre vertraute Klassenlehrerin ab und ich muss noch ein paar unzusammenhängende Inhaltsfelder fachlich in eine Reihe bekommen. | Eine seltsame hektische Art der Assistenz beim StevDirex. Ich schiebe das mal auf alles andere, was das System der SL gerade belastet. | Elternbrief für den Gedenkstätten-Besuch formuliert. Per Mail mit dem neuen Stundenplan und lieben Worte zur Weiterleitung an die Elternvertreterin geschickt. | Werder gegen Borussia Dortmund geschaut. Ich weiß, wer sich besonders darüber gefreut hat.

Mittwoch

Mal keine Schul-Routine, sondern zur Fortbildung für Wahlvorstände unterwegs gewesen. Im Mai stehen die (H)PR-Wahlen an. In der FoBi einen Kollegen der Nachbargrundschule kennengelernt. Kollege! Grundschule! Was für ein geiles gewinnbringendes Gespräch. Ihn auch noch für unseren GaBD gewinnen können. | Am frühen Nachmittag meine Freundin und (anfängliche) Coach K. getroffen. Viel über Glück und innere Ruhe gesprochen. Unsere Erfahrungen mit dem Zuercher-Ressourcen-Modell ausgetauscht. Ja, ich erlaube mir, glücklich zu sein. Ja, dafür kann ich mich auf meinen festen Stand verlassen. Ja, ich kann sagen, was ich erwarte und wo ich Hilfe benötige. (Es ist ein langer Weg, innen zu fühlen, was außen gesehen wird.) Gegen Elf daheim und komplett gestärkt ins Bett gegangen.

Donnerstag

Über Wahlberechtigte (Wer darf wählen?) und zur Wahl Berechtigte (Wer darf gewählt werden?) diskutiert. | Ein schönes Referat zur Potsdamer Konferenz gehört. | Vier Schülerinnen meiner Neun wollen zur Gemeinschaftsschule wechseln. Vorahnung: Das System Gym ist nicht mehr für immer Teil meiner Schulkarriere. | Spontane Vertretungsstunde in einer mir seit letzter Woche neu bekannten Klasse. Mich nervt es ohne echte Planung in Klassen zu müssen und das Zeugs, womit ich eigentlich weitermachen könnte, liegt bereits daheim. Vielleicht bin ich trotzdem zufrieden. | Unerwartet von J. in die Stadt zum Orchideen-Kauf und wieder nach Hause begleitet worden. Obwohl er damit einen riesen Umweg in Kauf nahm. Nachtigall… | I. zum Geburtstagskaffee die Orchideen überlassen, bei mir wären die Schönheiten nach 3 Monaten übergossen und tod. Ein bisschen „Familie” war anwesend. Nett gequatscht. | Den Bio-Test der Neun zu Ende korrigiert. | Telefonat mit dem anderen J., weil ihn die Kolleginnen mit ihren Raumwünschen in der Bio nerven. Beamer, Laptop, Smartboard, Tafel, Kursgröße etc. – jeder hat andere Bedürfnisse, aber nicht alle können erfüllt werden. Klar, muss halt die Fachschaftsleitung auf den Tisch hauen: Und das sind wir. ;)

Freitag

Nachmittagsunterricht mit der Q1. Eine fantastische Diskussion zu Nation, Nationalismus und zeitgenössischer/nachweltlicher Konstruktion der Begriffe geführt. Genau diese Art des gedanklichen Austauschs beglückt mein Lehrerinnenherz und lässt mich hoffen, dass sie die AfD und allen anderen Mist durchschauen. | Die A14- Bewerbungen mental begleitet. Die Jungs schaffen das schon. In zwei Jahren bin ich dran und sie können mich währenddessen mental pimpen. | Kollegial im Smalltalk die Raumwünsche der Biologinnen entspannt.

hier: Michael Heffernan, The space of science and sciences of space, S. 125-150.

Samstag

Ausgeschlafen. | Ab nach HH. Stabi- und Kunsthallen-Besuch. In Ersterer für vier Stunden komplett in der Lektürewelt versunken, obwohl ich nur den Ausweis verlängern wollte. Ich habe es so vermisst. Meine Güte empowert mich die Idee der Diss. | Die Kunsthalle eigentlich nur wegen der tollen Zeichenkünste (die Skizzen!) von Heinrich Reinhold aufgesucht, aber mich neu an Edvard Munch (er kann mehr als schreien!) und gänzlich neu an Franz Radziwill begeistert. | Auf dem Rückweg von HH einem kleinen Jungen tröstend die Hand gehalten. Ob er wohl ahnte, dass er mich damit viel mehr tröstete?

Sonntag

Ausgeschlafen. | Das erste Wochenende im März überplant. Frei halten lohnte sich nicht mehr, mein Leben geht auch so weiter. Obwohl ich das schweigende Verhalten der beteiligten Person nicht nachvollziehen kann, aber ich respektiere es. Alles wahrscheinlich reiner (Selbst-)Schutz. | Den Sextaner-Test und eine Klassenarbeit vorbereitet. | Mit J. überraschend doch Eis essen gewesen. Natürlich treffen wir SuS… Diese Stadt! Ausgerechnet aber diese Quintanern-Bengels, die wir beide unterrichten. :) Was uns natürlich daran hinderte, mal echt darüber zu sprechen, was gerade passiert. Sich einfach das Glück selbst erlauben.

2018 – Ein Rückblick

Der letzte Jahresrückblick kam etwas traurig um die Ecke. Ein „genug und ausreichend“ war gefühlt „zu wenig“. In 2018 habe ich mich diesem inneren Konflikt etwas bewusster gestellt. Ungefüllte und ungeplante (Aus-)Zeiten zu genießen, war ein Lehrstück. Klar, war ab und an wieder Kopf über Herz über Seele dabei, da kann ich nicht aus meiner Haut, die alten Reflexe eben. In allem Empfinden war 2018 irgendwie gedrosselter und langsamer. Um mich herum haben die Leute geheiratet, Häuser gekauft, größere Wohnungen angemietet, Kinder bekommen, Krankheiten kuriert, sind in Pension gegangen oder neu an der Schule aufgetaucht, haben sich für oder gegen Jobs entschieden, nebenbei Abschlüsse eingefahren oder Prüfungen abgelegt, Glück und Unglück gehabt, wild mit ihren Fäusten und Krückstöcken gefuchtelt, rumgejammert, Ansprüche geäußert, unerfüllbare Bedingungen ausgesprochen, Scheidungen vollbracht…

Symbolbild 2018

Mein Thema 2018 war: Mich anerkennen, wie ich bin. Den 40. Geburtstag inhaltlich ignorieren, weil ich bereits so viel gemacht und erarbeitet habe. Einfach den Status Quo und das Leben genießen, für andere bei Bedarf und für mich immer da sein. Privat einige Dinge geregelt und abgeschlossen zu haben, hat einen großen Beitrag geleistet. Stetiges Kämpfen lohnt nur bei echten Perspektiven.

Zugenommen oder abgenommen?
Es ist kompliziert. Wie stark ich als Kohlenhydrat-Junkie gegensteuern muss, ist eh nur ein Indikator dafür, wie es mir innerlich geht.

Mehr bewegt oder weniger?
Mehr erlaufen, weniger geschwommen.

Haare länger oder kürzer?
Die Grundlänge hat sich mittlerweile auf etwas über schulterlang eingependelt, kürzer sollte es „der Weiblichkeit wegen“ nicht mehr werden. An der Farbe haben R. und ich etwas gespielt – weniger blond.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Da ich nicht wie geplant beim Optiker war, keine Ahnung. Die zwei Gläser machen ihren Job.

Mehr Kohle oder weniger?
+/- Null. Das vermietete Häuschen wirft mehr ab, die Stufenerhöhung in der Besoldungsgruppe war okay, 18€ im Lotto gewonnen. Fast genauso gut vom Gefühl, aber effektiver im Ergebnis: die erhöhte Rückzahlung des Finanzamtes.

Mehr ausgegeben oder weniger?
Weniger für Bahnfahrten (!), mehr für Freizeit und Kurztrips. Mehr auch auf dem samstäglichen Wochenmarkt. Durch das geplante Sabbatjahr jedoch insgesamt weniger Geldfluss auf der Haben-Seite. Aber darauf kann man sich ja einstellen. Verhungert bin ich ganz sicher nicht.

Die teuerste Anschaffung?
Gleich im Januar das iPhone 8. Nach 4,5 Jahren Nutzungszeit hatte das iPhone 5 seine Schuldigkeit getan.

Der hirnrissigste Plan?
Den Corsa aus sentimentalen Gründen zu halten. Theoretisch könnte ich dessen laufende Reparaturkosten jedes Jahr erneut eine Antwort höher eintragen. Praktisch steht er nahezu ungenutzt rum (< 8.000km/Jahr). Mein blaues Wunder.

Die gefährlichste Unternehmung?
Zählen Klassenfahrten und Wandertage mit in diese Kategorie?

Das leckerste Essen 2018?
Immer im Xeom in HH.
Das verdiente Sushi mit C. nach der Klassenfahrt.
Paderborn, Wolke 7. Mit A. an einem heißen Sommerabend und Segelflugzeuge beobachtend, dabei ihren neuen Job feiernd.
Mit N.+B., A.+M., P.+R. und A. im Gockelwirt am Vorabend der Hochzeit von N.+B. in Hopferau.
Postoperativ: Hühner-Frikasssee und Kaninchenbraten von Mom zu Weihnachten. Muttiküche ist eh die beste Küche.

Getränk des Jahres?
Mineralwasser aus Glasflaschen

Das beeindruckendste Buch?
Liv Strömquist, Der Ursprung der Welt
Wolfgang Herrndorf, Bilder deiner großen Liebe
Paul Feyerabend, Wider den Methodenzwang – Was M. Demantowsky dazu sagt.
Holger Kuntze, Lieben heißt wollen

Wer kann lieben? Jeder. Aber nicht jeder will lieben. Wir müssen auch akzeptieren, auf Menschen zu treffen, die nicht lieben wollen. Und wir tun gut daran, uns dann von diesen Menschen fernzuhalten, wenn wir selbst in und mit Liebe leben wollen. [1]

Der ergreifendste Film?
lineares Fernsehen: 2x Tatort / 1x Polizeiruf („Borowski und das Land zwischen den Meeren“ mit Axel Milberg, „Der Mann, der lügt“ mit Richy Müller / „Der Fall Sikorski“)
Netflix: „Kein Mann für leichte Stunden“ – Dieses Paralleluniversum mit vertauschten Geschlechterrollen würde mich doch sehr interessieren… :)
Kino: „Ballon“ und „Das schweigende Klassenzimmer“ – Beides Filme mit DDR-Content.

Die beste Musik?
Wieder vermehrt Musik heruntergeladen. Die Single Voyage Libre im März und das dazugehörige Album Treasures from the Temple von Thievery Corporation waren sehr, sehr überzeugend. Promises von Calvin Harris (w/ Sam Smith) den Sommer über in Dauerschleife gehört. Morcheeba! Laura Pergolizzi! Herbert hat endlich ein neues Album veröffentlicht und wird mir nächstes dieses Jahr den Besuch ein schönes Konzert ermöglichen.

Das schönste Konzert?
Das Musical des DSp-Kurses der Q1 im 2. Halbjahr 2017/18.

Die tollste Ausstellung?
„Europa und das Meer“ im Deutsch Historischen Museum.
„Wanderlust“ in der Alten Nationalgalerie.
Vom Paris-Trip im Juli ist das Panthéon in Erinnerung geblieben, dort vor allem das foucaultsche Pendel im und die Plakate um das Panthéon zu Lebensstationen von Simone Veil, die kurz zuvor dort mit ihrem Mann ein Ehrengrab erhalten hat. Tolle, beeindruckende Frau.

Die meiste Zeit verbracht mit …?
… und in der Schule.
Mit diesem wunderbar langen und intensiven Sommer. Ab 20°C schnurrt mein Motor, höhere Temperaturen sind noch besser.

Die schönste Zeit verbracht mit …?
T.

Der beste Sex?
Natürlich! ;)

Vorherrschendes Gefühl 2018?
Vertrauen. Ich bin sehr gut organisiert. Ich bin (hier) richtig.

2018 nach langer Zeit wieder getan?
Eine Gartenparty organisiert.
Paris besucht, weil ich unbedingt nach Versailles wollte. Kack Idee, der Park und alles drumrum ist ein schlechter Witz. Umso mehr schätze ich wieder einmal die Schlösserlandschaft von Potsdam. Sonst war Paris natürlich eine sehr gute Idee. :)
Die Finanzierung des Häuschens im Spreewald erneuert.
Jemanden nach sehr langer Zeit erneut begegnet, um dem Universum einen Sinn zuzusprechen.

2018 zum ersten Mal getan?
Kontenklärung bei der deutschen Rentenversicherung.
Den Blutmond beobachtet.
Mehrfach und mehrere Tage am Stück allein die Vertretungsplanung übernommen.
Die Ärztin bitten, mich krank zu schreiben, weil ich wirklich nicht mehr krauchen konnte.
Eine Operation unter Vollnarkose, einhergehend mit dem Hinterlegen einer Patientenverfügung und von Vollmachten für meine Lieben.

Drei (!?) Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?
Gesundheitlich die Pendelei meines TSH-Wertes im 2./3. Quartal und die Koliken rund um die Gallenblasenentzündung im 4. Quartal.
Familiäre Egomanie und Erwartungshaltung.
Die sich stets verhunzt anfühlenden Elternabendtermine. Ich will mich und meinen Unterricht vorstellen, keinen Rapport abliefern müssen.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Mich selbst. Von der überfälligen Ausformulierung des Dissertations-Themas. Work in progress.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Für G. die Organisation der Bootstour mit der Piep zum Abschied aus dem OHG-Dienst.

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Alle Gäste sind zur verregnetsten Gartenparty ever gekommen.

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
„Du hast mit deiner Art als Lehrerin und als Persönlichkeit erstmals T. genau da abgeholt und ‚befeuert‘, wo und wie er es sich immer bewusst und unbewusst ersehnt hat. […] … und ganz nebenbei liebt P. dich auch ganz heiß und strahlenförmig.“ (K. als Mutter von T. und P. <3)

2018 war in einem Wort / in einem Satz …?
Wachsen und Gedeihen. Sicherheit und Geduld.

[20172016, 2015.]

KW 46 (2018) // Spahn. S-Bahn. Corsa.

Unser aktueller Gesundheitsminister (Anm. d. R.: Jens Spahn) fordert unterschiedlich hohe Beiträge für Pflege und Rente in der Kategorie Kinderlose oder Kinderhabende. Aktuell stehe ich nicht auf seiner Seite, aber das ist natürlich alles eine Frage des Diskurses. In dieser Sache einfach etwas von oben zu bestimmen, trennt die Gesellschaft für mich in „unproduktiv/produktiv“. Nicht wirklich gut. Denn keine Kinder zu haben, macht man ja nicht, weil man den Nachbarn mit Kindern auf der Tasche liegen möchte.

„Kinderlosigkeit kann mit verschiedensten Gründen verknüpft sein, biologisch, altersbedingt oder auch damit, nicht den richtigen Partner zum richtigen Zeitpunkt zu finden. Für die ungewollt Kinderlosen ist die gesellschaftliche Konzeption vom Nutznießer ein Schlag ins Gesicht“, meint Soziologin Julia Hahmann. [1]

Mal wieder aktiv die Zeit genommen und Leute beobachtet. Mein Lieblingsort: S-Bahn, Viererabteil. Mr. Cool, in Fahrtrichtung am Fenster sitzend, bekommt die Beine einfach nicht zusammen, während er hyperaktiv netflixt und sehr, sehr häufig skipt. Tolle Serie/Film. Neben ihm sitzt eine etwa 60-jährige Dame, die vor jeder Haltestelle erneut ihr Smartphone aus der Handtasche zieht, demonstrativ aufklappt, um immer wieder Nachrichten in Whats App zu lesen, jedoch selbst nie etwas tippt, dann das Case mit einem demonstrativen Klick schließt – nur um in 30 Sekunden den Vorgang zu wiederholen. Mr. Cool luschert mittlerweile auch schon interessiert zu ihr hinüber. Neben mir sitzt ein jüngerer Asiat, der auf seinem Samsung Tablet einen wissenschaftlichen (?) Text über Herzkatheteruntersuchungen liest. – Jetzt könnte ich ganze Geschichten rund um diese drei Menschen spinnen. Aber mehr als eine Begegnung in diesem Viererabteil wird es wohl nicht geben.

Den Corsa in die Werkstatt gebracht. Schlussendlich will ich ihn noch 2-3 Jahre fahren, da war das Geld für eine neue Steuerkette doch nur ein kurzer Schmerz. Obwohl ich mehr als ein halbes Jahr über die Ausgabe nachgedacht habe. Und wer hätte es gedacht? Zudem Fehlermeldung der Lambdasonde. Das wäre dann Nr. 4 seit ich den Corsa im Dezember 2011 erworben habe. Vielleicht sollte ich mir einen kleinen Vorrat an den Dingern zulegen? Die gehen hier weg, wie M&Ms. Papa meint: „Ein Auto kann sich auch kaputt stehen“. Jaja. Väterlicher Humor. Aber gerade, weil mein blaues Wunder (mittlerweile…) so wenig Laufleistung im Jahr hat, halte ich an ihm fest.