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Was zum Schuljahr 2018/19 festgehalten werden sollte

Diesmal ein relativ ausgeglichenes Schuljahr in der Verteilung der Unterrichtswochen im 1. und 2. Halbjahr: jeweils 19 Wochen. Ersichtlich ergaben sich Schwerpunkte in der Elternarbeit (viel mehr an Telefonaten und persönlichen Treffen), in der eigenen digitalen Professionalisierung (Arbeit mit ToDo, TeacherStudio und WeekView) bzw. Organisation von Projekten an der Schule. Immer wieder – wenn ich mit der Sammlung der harten Fakten subjektiven Mitschriften für diesen Eintrag hier beginne – bin ich überrascht, was sich so an Terminvielfalt und -dichte in einem Schuljahr wiederfinden lässt.

Zahlen, Daten, Fakten:

  • 3 Oberstufenkurse: 2 in Biologie, 1 in Geschichte (brachte 102 Klausuren, zum Teil Klausurersatzleistungen)
  • 8 Klassen in der Orientierungs- und Mittelstufe: 4 in Biologie, 3 in Geschichte, 1 in Medien und Öffentlichkeit (WaPf) bzw. im 2. Halbjahr durch Unterrichtsneuverteilung: 6 in Biologie, 1 in Geschichte, 1 in MedÖ (ablesbar wird: Biologie ist ein Mangelfach an unserer Schule…)
  • außer in Klasse 8 in jedem Jahrgang mindestens eine Klasse  bzw. einen Kurs unterrichtet
  • im 1. Halbjahr Notenverantwortung für 196 Schüler*innen, denen ich 257 Zeugnisnoten gab; im 2. Halbjahr dann für 211 Schüler*innen, denen ich 245 Zeugnisnoten gab
  • Klassenleitung (-sbeschäftigungstherapie in) einer 9. Klasse (Hauptthemen: „Erreiche ich die E-Phase?“ „Möchte ich in die E-Phase unserer Schulart?“ „Welches Profil nehme ich nur?“; quasi nebenbei lief das Betriebspraktikum und waren drei Austauschschüler*innen für mehrere Tage bzw. Monate zu integrieren; allein die herzlich-emotionale Sammlung an persönlichen Briefen und Erinnerungen für mich zum Ende des Schuljahres verdeutlichte mir erneut die Bedeutung einer Mittelstufen-Klassenlehrerin in dieser entscheidenden Phase der Schullaufbahn; richtig tolle Elternsprecher gehabt, die mir ein Mega-Feedback gegeben haben)
  • eine Klassenfahrt begleitet (Sylt mit zwei Fünften)
  • fünf Wandertagen beigewohnt (zwei davon selbst organisiert)
  • 15 Präventionsveranstaltungen/-teilnahmen für unsere Schulgemeinschaft organisiert/mitgemacht
  • 2 Schulkonferenzen, 2 Dienstbesprechungen, 2 Lehrerkonferenzen, 4 Fachschaftssitzungen, 20 Notenkonferenzen, 8 pädagogische Teambesprechungen, 1 Klassenkonferenz, (nur) 4 Elternabende, 2 Elternsprechtage, 2 Schulentwicklungstage (SE-Tage), 6 Termine des AK Projektwoche, 1 Einladung zum SEB, seit November 2018 1x wöchentlich SV-Sitzung sowie mindestens zwei Hände voll an weiteren terminierten Gesprächsanlässen mit Kolleg*innen und/oder Eltern und/oder Schüler*innen
  • 12 Prüflinge in Biologie als Vorsitzende oder via Protokoll durchs mündlichen Abitur begleitet
  • zwei Tage für ganztägige Fortbildungen frei bekommen, an sieben Terminen sechs weitere FoBis besucht
  • eine Projektwoche zusammen mit einem Schüler und einem weiteren Kollegen nahezu im Alleingang organisiert (administriert? delegiert?)
  • zehn Tage im 1. Halbjahr (u.a. der OP-Termin), zwei Tage im 2. Halbjahr (totale Erschöpfung) krank gemeldet

Bild von Sasin Tipchai auf Pixabay

Als hätte ich es bereits im Sommer erahnt und die FoBi zur  Gremienarbeit besucht, so sollte dieses Schuljahr ernsthaft umfänglich in der Arbeit im System werden. Bedingt durch eine Elternzeit war ich dieses Jahr Vorsitzende der Bio-Fachschaft, absehbar war, dass ich mich als Vertrauenslehrerin aufstellen lassen – allein der Zuspruch überraschte mich. Dritter Neubau: Personalrat. Im November wurde ich eher nebenbei Wahlvorstand, da ich bereits vor 4 Jahren die letzte Wahl begleitete, mir eh Verordnungen und Auswertungen liegen, da sich jedoch nur 5 mögliche Kandidaten für einen 5er-PR fanden, wollte ich natürlich auch eine ernsthafte Wahl ermöglichen, zack, ergänzten 2 weitere Kandidat*innen – inkl. meiner Person – den Wahlschein. Was soll ich viel schreiben? Seit Mai bin ich nun auch im Personalrat.

Mit Beginn des Schuljahres hatte ich angefangen die Vertretungsstunden akribischer aufzuschreiben, aber was bringt die Aufrechnung, wenn ich nicht weiß, wie viel mir durch schulorganisatorischer und nicht nur krankheitsbedingter Überschneidungen entfallen ist? Ersichtlich ist, dass ich mir wohl selbst in meiner Funktion als Stundenplanerassistenz sinnvollerweise häufig eine meiner drei Lieblingsklassen verpasst habe, damit sie nicht bei klassenfremden Kolleg*innen unnötige Vertretungen haben.

Untis und ich haben nach Ostern Abschied voneinander genommen. Nach vier Jahren Assistenz – und mit Aussicht meiner Abwesenheit im nächsten Schuljahr – war eine Nachfolge unabdingbar. Ja, im 1. Halbjahr gab es noch die ein oder andere Möglichkeit ganztägig den StevDirex zu vertreten, aber nun macht es halt jemand anderes. Vor allem jetzt in den ersten Sommerwochen hat mir die Stundenplanung für das neue Schuljahr aber bereits mächtig gefehlt. Ach, ach…

Hallo, Moin. Moin, Hallo. – Moin, Moin.

Worüber ich hier fast nie schreibe, ist mein Unterricht. Er ist und bleibt mein Dreh- und Angelpunkt. Mit gut geplanten Unterricht und einer ordentlichen Portion Humor möchte ich meine Schülerschaft von meinen Fächern, meiner Lebenseinstellung überzeugen können. Schüler*innen erwarten keine Mrs. Perfect, wenn sie mit mir zusammen neue Themenfelder erforschen, die ich z.T. ausdrücklich aussuche, sie aber dabei merken, dass sie sich einbringen müssen, dann wird es ein bleibendes Ergebnis geben.

Nunmehr also Ferien-Bergfest in SH und damit einhergehend die ewig ähnlichen Frames und Diskurse im Internet: 6 Wochen Ferien für Lehrer – warum; unterschiedliche Ferientermine in den Bundesländern – warum; Kündigung von in Zeitverträgen festhängenden Kolleg*innen – warum etc. pp. Die einen suchen noch nach Alternativen in ihren Feedback-Formaten, die anderen überlegen derweil, wie sie ihre neuen Sextaner begrüßen können. Danke, dass ihr mit mir auf mein Schuljahr zurückgeblickt habt. Für das nächste Schuljahr habe ich mir ein Stück Freizeit und Freiheit erarbeitet, ich werde ein Sabbatjahr einlegen. Vielleicht ergibt sich wieder mehr Zeit, dieses Blog zu befüllen. Schreiben werden ich auf jeden Fall viel, wenn nicht unmittelbar hier.

[2013/14 2014/15 2015/16 2016/17 2017/18 | Dies war mein 6. Schuljahr in Vollzeit nach dem Referendariat, womit ich mir meine 6 Wochen Ferien wohl in doppelter Hinsicht verdient habe.]

KW 5 (2019) // SET, Elternsprechtage, Wechsel in der Chefetage

Was alles hängen blieb. Da brauche ich mich über meinen schlechten Schlaf ab Mitte der Woche nicht wundern.

Montag
Beginn des 2. Halbjahres. Für das Kollegium zugleich SE-Tag (Schulentwicklungstag, einige Bundesländer sagen SchiLf dazu), unterrichtsfrei für unsere Schüler/innen. Langfristig wollen wir unser schulischen Leitbild verbessert nach außen präsentieren. G8/G9 hat so viel Ur-Vertrauen der Eltern in das Bildungssystem kaputt gemacht und verunsichert diese weiterhin derart, dass der Besuch eines Gymnasiums gerade von leistungsstarken Schüler/innen nicht mehr der Normalfall ist. Dabei vergessen die Eltern gern, dass nur am Gymnasium durchweg alle Natur- und Geisteswissenschaften bereits in der Orientierungs-/Mittelstufe als Einzelfächer unterrichtet werden. Im ersten Zeitfenster des SETs an der Darstellung unserer Berufs- und Studienvorbereitung gearbeitet. | Im zweiten Zeitfenster dann Fachschaftsarbeit – als Fachschaftsleitung habe ich unsere Biologen zur Grundreinigung unserer Sammlung motiviert bekommen. Yeah. | Zwei Kolleg/innen zu unterschiedlichen Themen angepfiffen, die sich mir gegenüber doch arg in der Wortwahl vergriffen. | Ab 14 Uhr Abschied des alten Chefs. Anderthalb doofe Reden, fünfeinhalb gute Reden gehört. | Die Rechauds zurückgebracht und das Kollegiums-Grünkohl bezahlt. | Zeit für Twinkle gefunden. | Ramen und delikate Sommerrollen genossen, einen Helium-Luftballon für H. gekauft. | Das Baby von N. ist da. OMG! Wie niedlich. Leider gleich mal Neugeborenengelbsucht erwischt. Aber alles wird gut.

Dienstag
Den neuen Perso abgeholt. Damit ist die letzte haptische Erinnerung an die Berliner Zeit ausgetauscht/verschwunden. Ich glaube, ich bin traurig. | Frau R. vom GA als Referentin für den GaBD gewonnen. | Sky heißt jetzt REWE. | Meine Neuner beim Beachhandball angefeuert. Den anderen Klassen mit schweren Tests gedroht, wenn nicht dann so und überhaupt… ;) Trotzdem nur 2x den 2. Platz belegt. Meine beste Handballerin war ja auch krank. Was solls. | Mail an den SEB-Vorsitz aufgrund seiner Rede vom Vortag. Jetzt haben wir Lehrer Redebedarf. | Geburtstags-Käffchen ohne Kuchen bei H.  | Viel Unterricht vorbereitet. | Anruf von Dr. H. zum Medienelternabend und zwecks Termin beim SEB. | Mit Wanderlust bei Netflix begonnen. Ein Wiedersehen mit Toni Collette. Wobei mir der Nebenstrang mit dem Sohn des Hauses besonders gut gefällt. | Sehr schlecht ein- und kaum durchgeschlafen.

Mittwoch
Mit dem Stundenplanwechsel habe ich nun mittwochs eine Doppelstunde Zeit für meine Vertretungsplanerassistenz, nächste Woche fehlen z.T. 5 KuKs. Clickbaiting in Untis. | Mich bei der Gelegenheit nochmal persönlich und gänzlich subjektiv vom Chef verabschiedet. Feuchte Augen hatte ich bisher nie bei ihm gesehen. Ich habe seiner undogmatischen Art, jedem seinen Freiraum zu belassen, sehr viel zu verdanken. Wer weiß, ob ich mich unter einem anderen Chef so hätte entwickeln können. Meine Ideen waren immer willkommen, ich konnte mich stets ausprobieren. | Die 7er neu in Bio übernommen. Systemebenen besprochen. | Mich mit der Praktikantin über Vorbilder im Lehrerberuf ausgetauscht. | Von 15 -18 Uhr acht Elterngespräche geführt. Eins halbstündig im Kontext der schriftlichen Missbilligung. Zwischendurch Zeit gefunden, Mails zur Projektwoche zu beantworten. | Noch anderthalb Stunden privat telefoniert.

Donnerstag
Den schlechten Schlaf der Nacht zuvor nachgeholt. Unterricht von 8 bis 16 Uhr. | Mein E-Kurs hat sich von 23 auf 15 SuS reduziert. Intensivst über die Motivation des Schulwechsels diskutiert. Was wir auch schon gemacht haben, als die Abgänger noch im Kurs saßen. Es hatte sich ja angedeutet. Meine Meinung: Das Gymnasium führt in erster Linie zum Abitur und bereitet auf ein Studium vor. Einige sind definitiv mit falschen Erwartungen in unsere Oberstufe gegangen, enttäuscht von der Zuteilung der Kolleg/innen in den Kursen, von den Leistungserwartungen an eine Oberstufenklasse. (Am Ende sind natürlich wir Lehrer/innen Schuld. Siehe SE-Tag, da ist viel zu tun…) Dankbar bin ich, dass diese Schüler/innen mir so vertrauen und offen kommunizieren.  | Eine eher entäuschende Klausurersatzleistung in Bio gehört. Was halb erwartbar war, da ich nicht wie vorgegeben, zwei Tage vorab Dokumentation, Handout und Präsentation zugeschickt bekam. | SV-Sitzung in der Mittagspause. Im neuen Raum. Ein neuer ambitionierte Plan der SuS ist, eventuell Fridays for Future in G-Town zu organisieren. Ich supporte, wo ich kann. | Ein richtig, richtig gutes Referat zur Revolution und Verfassung von 1848/49 ausgearbeitet bekommen. Spontanes Klatschen der Q1 nach dem Vortrag. So muss das sein. | Planung des Sextaner-Infotages. | Kurz mit R. und N. getextet.| Viel Unterricht vorbereitet. | Lange mit J. getextet. Gefühlsebenen auf beiden Seiten sortiert. | Später beim Bergdoktor erschöpft auf der Couch eingepennt.

Freitag
Dienstversammlung in der 1. Stunde, die neue Chefin hat sich vorgestellt. Sehr offene Vorstellung. Ich bin gespannt. | Alle Zeugnisse meiner Neuner ausgetauscht. Natürlich fanden die Zeugniskonferenzen erst 2019 statt, nicht schon 2018. | Zeit gefunden, mit dem Schulsozialarbeiter einige Brandherde zu besprechen. | Mit den Quintanern neu in die Wirbeltier-Systematik eingestiegen. Inklusive neuem Sitzplans, der für lange Gesichter sorgte. |  Von 14:30-18:30 vierzehn Elterngespräche geführt, davon zwei ca. halbstündig. Drei Elternteile für den GaBD gewonnen. | Abendessen beim Griechen in kollegialer Runde. Anti-Stress-Therapie von der besten Sorte. | Mit G. nach Hause gegangen und die Woche nachbesprochen. | Einsicht: Man hätte mir das Smartphone wegnehmen sollen. Unnötigerweise aus dem Erschöpfungsimpuls heraus getextet.

Samstag/Sonntag
Um 5 Uhr wach gewesen. Den Feedreader leer gelesen. | Gegen 10 Uhr wirklich aufgestanden. | Kein Frühstück, da Geburtstagsmittag bei H. und I. anstand. C. hatte ihre Hündin dabei, nettes Ding – Katzen finde ich trotzdem sinnvoller. ;) Die Enkelkinder mussten leider für die Prüfungen lernen. Über mein Sabbatjahr und die OP gesprochen. | Bundesligakonferenz gehört, nebenbei Hausputz und Wäsche. | Mit den Eltern, Frau P. und mit A. telefoniert. | Ich bin nicht das, aber mein eigenes Problem. | Mit R., F., J., F. und A. getextet. | Drei Folgen Discovery geschaut. | Wieder eine miese Nacht verbracht. | Lange gefrühstückt. Ein wenig Meal Prep für Montag/Dienstag vorgenommen. | Die Sonne trieb mich doch noch raus. Anderthalb Stunden spazieren gewesen, die Pferdemädchen besucht und Eis gegessen. Eine sehr gute Idee. | Mit I. die vortägliche Familienrunde bequatscht. | Wenig Unterricht vorbereiten müssen. | Viel gelesen. | Viel geplant. Dabei die To-Do-Listen bereinigt. | Gebloggt. | Nun einen Gang runterschalten und den Abend genießen aushalten.

KW 50/51 (2018) // Aus dem Krankenhaus delegiert

Als nach den Herbstferien immer häufiger Koliken einsetzten, war klar, dass ich um eine zeitnahe OP – meine allererste OP überhaupt – nicht mehr herum kommen würde. Die Galle musste raus, über die Jahre haben sich dann doch auch bei mir Gallensteine angesammelt – eine familiäre Häufung bei uns ist unbestritten. Die resolute Internistin setzte mich nach einem etwas krasseren Schub Mitte November kurzzeitig außer Gefecht. Zeit genug, um einen Termin im KH zu vereinbaren und vorab schon mal alle Eingangsuntersuchungen zu durchlaufen.

Hmmm… Wann passt eine OP eigentlich in einen vollen Lehrerkalender?! Gut, dass ich dieses Schuljahr kein schriftliches Abitur habe und sich so kein Korrektur-Stau (Vorabi!) ergeben würde. Also eine Woche vor dem regulären Ferienbeginn bei uns hier im Norden? Arbeitsmäßig Gas gegeben und über die Nahrungsaufnahme zu steuern versucht, weitere Koliken zu verhindern. Bisschen arg vollen Schreibtisch bis dahin gehabt, aber ich bin ja Profi im vorausschauenden Arbeiten. Leider musste ich selbst das Wichteln mit meiner Neunten an einen Kollegen übergeben. Die eigenverantwortlichen Arbeiten in der Oberstufe werden mich dafür erst im Januar glücklich machen. Schule! Schule! Schule? Wir Lehrer sind echt bekloppt, was unsere Gesundheit angeht… Ich sowieso.

Alles ging sehr gut in Reinbek und ich hatte einen echt tollen Narkosearzt. Danach der Aufenthalt auf der Station hielt sich recht kurzweilig, da meine Zimmernachbarin mit der selben OP am selben Tag dran war. Party! An Schlaf war trotzdem immer nur ein paar Stunden am Stück zu denken. Was schön war: Wer alles an mich gedacht hat. Kleiner Drei! Ich habe zum Glück viele sehr liebevolle und herzenswarme Menschen um mich herum.

Nebenbei war die Deadline der Projektvorschläge für unsere Projektwoche. Alles dazu sammelt sich bei mir im Account; wer zu früh im Arbeitskreis zuckt, muss halt ran. Aber alle möglichen Projektleiter haben es geschafft, mit meinem „Formularblatt“ zu arbeiten. Dank dem Entwicklermodus in Word gibt es eine ordentliche und kostenneutrale Möglichkeit Absätze im Dokument zu sperren bzw. Einträge abzuverlangen. Make your own PDF-Style. Grundsätzlicher Ansatz für die ProWo im Juni ist, dass SuS selbst Projekte anbieten. Das wurde ziemlich gut angenommen. Und im nächsten Durchgang wird es dann noch besser. Ein wenig werden wir nur für die 5./6. Klassen nachsteuern müssen, aber das war zu erwarten.

Der ehemals gefeierte Journalist vom SPIEGEL drüben, Claas Relotius, wird in ein/zwei Jahren als ein dann neu und anders gefeierter Romanautor von sich lesen bzw. hören lassen. Wir werden ihn in ein paar Talkshows wiedersehen. Alles wird wieder gut. Alles zu seiner Zeit. Alles ein Abbild unserer Zeit.

Durchatmen. Runterkommen. An mich denken. Jetzt heißt es Weihnachten in Familie. Vor allem mein Vater war erstaunlich nervös wegen meiner OP und freut sich auf mich. Ganz sicher werde ich in den nächsten Tagen lieb versorgt/umsorgt. Trotzdem merke ich meinen alljährlichen Widerwillen ob der gedrängten und erwartungsvollen Zeit daheim. Vielleicht würde ich gern woanders sein wollen? Die Tage anders arrangieren? Es ist dann doch kompliziert mit uns. Aber die Familie gibt es halt nur in dieser Konstellation. Meinen Beitrag zur Gemütlichkeit werde ich leisten.

Ich wünsche euch eine erholsame und schöne Zeit mit den richtigen Menschen. Kommt gut ins neue Jahr.

KW 21 (2018) // Abitreff, DSGVO, Fußball

Hui, da rauscht es im Wald. Seit 10 Wochen nix mehr gebloggt.

Aber dafür reichlich am Blog rummontiert. Alle Kommentare (damit aufgelaufene IP- und Mail-Adressen) gelöscht – theoretisch hätte ich wohl im Nachgang allen eine Datenverarbeitungs-Benachrichtigung schicken müssen; alle Widgets entfernt, die Cookies mit sich brachten, die eingebetteten YouTube-Videos durchgesehen und mit erweiterter Blabla neu eingebaut; das Anzeigen von Gravataren abgestellt, Social-Media-Teilen-Gedöns rausgeworfen (nutze ich bei anderen Blogs zumindest nie…), Emojis sollten ebenso nicht mehr angezeigt werden. Auch habe ich mich an einer für mich hier passenden Datenschutzerklärung versucht. Wer weiß, ob das alles so seine Richtigkeit hat. Dataskydd zeigt trotzdem komische Sachen an. Google-Fonts kann ich nunmal nicht wegzaubern. Ich weiß, es wird vielleicht Zeit, dass ich selbst hoste, um Plugins setzten zu können, aber dafür reicht mein Einarbeitungswille aktuell nicht aus. WordPress nutze ich nunmal nur als erweitertes Twitter. Ich habe keine Lust, das Blog als Herzensangelegenheit einzustellen bzw. auch nur einen Tag aus Panikmacherei abzustellen. Mit meinem Geschreibe hier will ich kein Geld verdienen, keine Werbung für mich machen (Visitenkarte! Haha… Dafür sucht mich bitte bei Xing.), keine Aufträge im digitalen oder pädagogischen Bereich an Land ziehen, einfach nur meine Gedanken ordnen und eventuell den einen oder anderen Leser aufregen unterhalten.

Gestern auf dem 1. Abitreffen meines Lebens als Lehrerin gewesen. Abitur 2016. Mein erstes Bio-Profil. Fein war es, auch wenn ich sicher nicht mit jeder oder jedem so reden konnte, wie es vielleicht gewünscht gewesen wäre. Bis auf fünf von den einundzwanzig waren alle da. (Drei „unentschuldigt”. Man denkt sich ja so seinen Teil, warum.) Groß und eigenverantwortlich sind sie geworden. Und alle machen irgendwas sehr Sinnvolles. Zwei studieren sogar Biologie auf Lehramt. :) Echt ein gutes Gefühl der Vervielfältigung und Wirksamkeit.

Randnotiz: Hostein Kiel hat es nicht geschafft, Energie Cottbus dafür ja: eine Liga weiter oben spielen. Frankfurt gönne ich aus kollegialer Stimmung heraus sehr den Pokal.

Lehrerarbeit im Wandel

Korrekturen am Nachmittag… Wann sonst?

Ohne Mitglied im Philologenverband zu sein, bin ich trotzdem dessen Aufforderung gefolgt und habe mich vier Wochen lang an der Erfassung der Arbeitszeit beteiligt. Die Studie wird von der Uni Rostock anonym durchgeführt und ausgewertet. Hier in Sch-H war der Korridor vom 15.01. bis zum 11.02.2018. Andere Bundesländer begannen und beginnen zeitlich versetzt dazu, NRW beginnt z.B. am 19.02. So mag ich der geäußerten Kritik eines Kollegen an meiner Schule nicht ganz folgen, dass „die tatsächliche Korrekturspitze bei arg belasteten Sprachlehrern nicht berücksichtigt wird“. Wenn die Präventivmediziner und Statistiker in Rostock nicht den Fehlschluss ziehen, einzelne Bundesländer vergleichen zu wollen, sollte im Mittel doch eine relevante Stundenzahl für alle Gymnasialkolleg*innen herauskommen. Gerade dann natürlich auch Belastungsspitzen sichtbar werden.

Die Studie besteht aus zwei voneinander getrennten Teilschritten: dem Arbeitsszeitprotokoll und einem Online-Fragebogen. Man kann an beiden oder nur an einem Schritt teilnehmen. Ich habe beides gemacht. Die angesprochene Anonymität ist durch TANs gesichert. Beide Schritte sind aber an der Uni miteinander korrelierbar, da man die Datenbank bei beiden Teilen anfangs mit individuellen Infos füttert. Leider gab es keine Möglichkeit die erfassten Daten auf dem eigenen Rechner per PDF-Druck zu speichern. Schade. Ich habe mir aber die Mühe gemacht und alle täglichen Zeiten am Ende noch einmal in Minuten auf einem Schmierzettel abgeschrieben. (Auch wenn ich jetzt wieder gerügt werde, dass ich zu persönliche Daten veröffentliche. Es ist mein Blog, meine Entscheidung.)

Arbeitszeitprotokoll LaiW-Studie

Was ihr gut erkennen könnt, den Samstag nehme ich mir immer, immer frei. Da kann sonstwas in der Schule los sein oder ich mir selbst mit Blick auf den Schreibtisch unanständigen Druck machen, an dem Tag nichts für die Schule zu tun, ist Gesetz. Ich bin Vollzeitstelleninhaberin mit einem Deputat von 25,5h, davon gehen 0,5h ab als Präventionskoordinatorin. Für meine Assistenz gibt es ein Dankeschön, jedoch keine Entlastung. (Der Lerneffekt und die Einblicke in die Schulorga gleicht den Aufwand intrinsisch aus…) In W2 gab es am Freitag Zeugnisse, in W3 war ich an dem Tag zu einer Fortbildung unterwegs bzw. war am Montag schulinterner SE-Tag. In den vier Wochen habe ich vier Test in der Orientierungs- und Mittelstufe schreiben lassen – einer parallel in der VI – und korrigiert. Eine Quellenanalyse der E in Geschichte lag noch aus W0 herum. Zudem war ich am neuen Stundenplan für das 2. Halbjahr beteiligt. Was in der Studie nicht gezählt wurde, sind tatsächlich genommene Pausen. Daher verfälscht m.E. ein 46,1h-Wochen-Schnitt bereits die Reputation bei der normal (?) arbeitenden Bevölkerung. Nein, in der Zeit ist keine einzige Essenpause inkludiert. Wenn wir Lehrer essen, dann meist nebenbei, wenn wir kopieren, Unterricht vorbereiten oder mit Kollegen einzelne Themen im LeZi besprechen. ich glaube sogar, unser Privatleben läuft nebenbei.

Genug geschwafelt. Nutzt die Gelegenheit und nehmt an der Studie teil. Vergesst aber nicht, dass wir immer mehr sind, als nur Lehrer*innen. Und nur, wenn wir ausgeglichen und ausgeschlafen sind, können wir unser Bestes im Alltag mit den Schülern zeigen.