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R.I.P. Willy

Kater Willy (11.04.2003-27.11.2019)

Sir William natürlich, der Kater, der mit einem Pfiff durch die Nacht angerannt kam. Auch wenn in der letzten Zeit nicht mehr viel mit rennen war. Selbst die Treppen nach oben in die 1. oder 2. Etage mussten wir dich im Karton tragen. Im Oktober war klar, dass du nicht mehr lange sein wirst. Das gute Wetter schenkte uns noch ein wenig Zeit und du warst voller Adrenalin, weil du A. und mich gesehen hast. Voll der Macker mit dem eingerissenem Ohr, wie eh und je. Seit wann lässt du dir von uns eigentlich die Krallen verschneiden? Hast du, aber… Genau.

Bei Linchen bis du geboren, der einzige schwarze Kater in einem Wurf mit vier weiteren gelben Katzen. Man wollte dich nicht, wir dich um so mehr. Im Alter kam dann vor allem an den Keulen der Vorder- und Hinterbeine dein gelbes Fell hervor. Der zugelaufene und teilverwilderte „Rewe-Willy“ war dein Vater, daher auch dein Name. Oder seiner? Ich weiß es nicht mehr.

Die Narbe in meinem Dekolleté wird immer an dich erinnern. Du auf meinem Arm und plötzlich steht der Schornsteinfeger mit der dröhnenden Stimme vor uns. Deine Teufelskralle tief in meinem Fleisch versenkt und ab über meine Schulter. Aua!

„Das letzte Kind trägt Fell.“ So geht dieses eine Sprichwort, dem ich zu gern zustimme. Zuletzt hast du Mutti und Paps den Alltag strukturiert. Fleisch einkaufen, den Kater rauslassen, den Kater reinlassen, Fressen geben, Leckerli geben. Mit rohem Rinderhack ging die nervigste Tablette glatt durch. Am Telefon kurz schnurren lassen. Dann vielleicht wieder raus durch den Laden – wo es nur Herbert geschafft hat, dich je anzufassen, wieder hoch ins Wohnzimmer oder nach ganz oben in unsere Wohnung, wo du in den letzten Jahren über Nacht meistens drinnen bliebst. Immer jaulend und quietschend im Kommandoton. Ich sagte immer, dass das wie bei einem Kleinkind wäre; ein leises Wimmern gegen 5 Uhr, war gern mal mein Wecker.

Weißt du noch, wie du fast die eine Klausur meines ersten schriftlichen (Vor-)Abiturs in Biologie zerrissen hast, weil ich übermütig mit dem Lineal darunter wackelte? Oder wie wir Apps auf dem iPad ausprobiert haben, damit du Schmetterlinge oder Mäuse jagen konntest? Verrückt… Aber selbst darauf hattest du zuletzt keine Lust mehr. Ach, ach.

Ob man wegen einer Katze so trauern kann? Natürlich. Es werden doofe Weihnachten, weil du nicht die Geflügelknochen knacken wirst. Mach es gut, du Haudegen. Wir haben dich sehr geliebt.

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KW 4 (2019) // Halbjahresgewusel

Wettermäßig hatte diese Woche alles im Angebot: Schnee, Regen, Kälte, Glätte, Sonne. Weniger Regen im Januar hilft schon mal, den Monat ein bisschen mehr zu mögen. Heute beim Spaziergang zudem die ersten (männlichen) Haselnussblüten gesehen, bessere Vorfrühlingsboten gibt es dann doch nicht.

Was diese Woche bestimmt hat, war der neue Stundenplan für das 2. Halbjahr. Kollegin 1 geht in den Mutterschutz, einer der Refis verlässt uns – nach bestandenem Examen; eine Vertretungskraft geht in die Doppelbesetzung, da Kollegin 2 mit den Osterferien in den Mutterschutz geht. Die neue Direktorin übernimmt mehr Stunden, als ihr Vorgänger abgibt… Ich selbst gebe zwei Klassen in Geschichte ab, übernehme dafür zwei in Biologie: 55 neue Namen, neue Gesichter, neue Erwartungen. StevDirex und ich, wir haben wie immer in Untis erst die Klassenpläne von der Q2 runter, dann die Lehrerpläne geschoben, gemeinsam geflucht, wieder A- und B-Wochen eingeführt, aber am Ende dann ein vollständiges Tetris pünktlich abgeliefert. Langsam kommt etwas Wehmut bei uns auf, weil wir nach fast 4 Jahren ein yottamäßig eingespieltes Team sind. Ich komm ja wieder. Noch 153 Tage bis zu meinem Sabbatical.

Symbolbild Stundenplan

Freitag waren die Zeugnisse angesagt. Meine Neuner sind aktuell keine Überflieger und Hochleistungsbienchen, aber sie halten sich trotz pubertärem Umbau sehr tapfer im Notenbild. Dafür passt es umso besser im zwischenmenschlichen Bereich. Und das ist, was zählt! Wenn ich sie für schulische Termine anfrage, machen sie mit. Vorbild rules. In diesem Fall werden sie an einem der Elternsprechtage in der nächsten Woche, uns aufsuchende Eltern hilfreich durch die Gänge an der Schule geleiten.

Bereits im Oktober hatte ich begonnen Grünkohl für das Kollegium zu organisieren, vor Weihnachten war die Termindichte (meine OP!) zu straff, so dass ich auf den Januar umdisponiert hatte. Nach den Zeugnissen sind tatsächlich die Hälfte der KuKs geblieben, um gemütlich das Halbjahr ausklingen zu lassen. Ich mag norddeutsche Küche. Im Anschluss blieb ich noch ein bisschen im LeZi und schaute den Doppelkopfspielern über die Schultern. Ich raffe das Spiel einfach nicht. Irgendwas mit Augen, Trümpfen, Hochzeiten und Solo-Gängen. Aber einen Sieger gibt es immer.

Privat habe ich es zur Zahnreinigung geschafft, die mich im Nachgang mit ordentlichen Kopfweh bestraft hat. Rumgewurschtel am Kiefer ist eindeutig nicht eine meiner Lieblingsbeschäftigungen. Aber trotzdem immer wieder nett, dort die Mutter eines Ex-Schülers zu treffen. Wie schnell sie alle groß werden. Nein, mir ist das nicht unangenehm, dass dann eventuell mein Gebiss daheim besprochen werden könnte. „Frau L. könnte häufiger Zahnseide verwenden…“ ;)

Über den Kohleausstieg denke ich an anderer Stelle im längeren Gedankengang nach. Denn meine Heimat ist da sicher uneins mit der offiziellen politischen Vorwärts-Meinung. Auch ich habe mich mit Mom am Telefon auseinandersetzen müssen… Wieder Arbeitsplätze, die verloren gehen. Wieder wird vom Strukturwandel gesprochen, der angeblich schon seit 30 Jahren da ist. Wo sind die Perspektiven für eine Region, die 2030 kaum noch eine jugendliche Zielgruppe [1] wird ansprechen können? Man kann der (kulturellen) Evolution wahrlich nicht immer zuschauen.

[1] Bevölkerungsprognose des Landes Brandenburg, besonders S. 19!

2017 – Ein Rückblick

Innerlich: warten und hoffen auf die Zukunft, auf morgen, auf irgendwen. Nahezu meine Grundeinstellung 2017. Äußerlich: am Zappeln, Laufen, Machen. Bewegung aller Orten und nicht nur auf dem Papier. Das Niveau gehalten, trotzdem Stillstand. Das Gefälle kostete viel Kraft. Nein, ich bin nicht zufrieden mit dem Jahr.

Immerzu die Bestätigung, dass ich toll bin. Komplimente ob meiner Freundschaft, des Tochter- oder Schwester-Daseins, der phantastischen Arbeit an der Schule etc. pp. nehme ich dankbar an. Die Absender meinen es ja allesamt von Herzen ernst und echt. Aber ich fühle mich weiterhin unvollständig. Vielleicht ist es die nahende 4. Null in 2018. Midlife irgendwas. In mir wirklich wichtigen Dingen bin ich nämlich 0,0 mm vorangekommen. Alles nur belanglos verwaltet.

Zugenommen oder abgenommen?
Shame on me. Zugenommen. Wieder Referendarskampf- und -kummergewicht erreicht. [Was in der Konsequenz heißt: achte mehr auf dich, Andrea.]

Haare länger oder kürzer?
Die Ideallänge, der Idealschnitt, die Idealfarben sowie die ideale Friseurin sind gefunden – und werden 2018 konsequent beibehalten.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Ist u.a. manchmal von der Tagesform abhängig. Gern bin ich am WE ohne Brille unterwegs, aber ich habe mich sehr daran gewöhnt mein „Fahrrad“ als Schuloutfit zu tragen. Für den kommenden Sommer ist dann eingeplant, dass ich mir ein neues Gestell organisiere.

Mehr Kohle oder weniger?
Durch die Sabbatical-Pläne kommt seit August doch deutlich weniger in die Haushaltskasse hinein. Mein Konto murrt, die Zukunftsperspektive für 2019/20 gleicht den Unmut aber aus.

Mehr ausgegeben oder weniger?
In den Basics saniert, in den Ausgaben für das „gute Leben“ suche ich noch nach einem (Aus-)Weg. Aber bisher geht alles gut.

Mehr bewegt oder weniger?
Konsequent die beruflichen Bälle und Feuerfackeln beim Jonglieren oben belassen. Alle Projekte am Laufen zu halten, ist bei meinem Pensum schon ein dolles Ding, an dem andere verzweifeln würden. ;-) uiui, hier müffelt es aber nach Eigenlob

Der hirnrissigste Plan?
Bei Sixt ein Auto mit Selbstbehalt zu mieten.

Die gefährlichste Unternehmung?
Anfang August in ein Hagel-Unwetter im Italien-Urlaub zu geraten. Hagelkörner, größer als Golfbälle. [Jetzt schauen Sie bitte auf die vorangegangene Frage…]

Der beste Sex?
„Eigentlich findest du dich gut. Und das erste Wort könnte man auch weglassen, wenn es dann nicht so eingebildet klingen würde. […]

Trotz alledem fehlt etwas, fehlt jemand. Die Person, die dir das Gefühl gibt, dass all das für sie stimmt. Die dir bestätigt, was du eigentlich weißt. Und es müsste ein Er sein. Einer, den du liebst und der dich liebt. Auf Dauer wirst du so alleine unter Freunden nicht glücklich sein.“

[Herzlichen Dank für die passenden Worte, Gescheuchte Igel.]

Die teuerste Anschaffung?
Teil II meines Zaunprojektes. Abriss, halbherziges Mauern, Baustopp und Handwerkerwechsel, Geduuuuhuld, Management… Aber jetzt steht er in kompletter, neuer Schönheit für die nächste Generation. Und die finanzielle Belastung verteilte sich einfach über mehrere Jahre.

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vorher

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Desaster mittendrin

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Wunderschön – nach großem Kraft- und Finanzaufwand.

Das leckerste Essen?
Siehe ganz oben. Jaja. Grundsätzlich überzeugten mich in diesem Jahr Süßkartoffeln – rundum in allen Zubereitungsarten.

Das beeindruckendste Buch?
Wenig Belletristik, dafür viele unendliche (Blog-)Artikel gelesen (und rezipiert). So wird es 2018 absehbar weitergehen. Am meisten hat mich in den Sommerferien „Stasi-Kinder“ von Ruth Hoffmann gefesselt. Bitte lest das! Mein Geschenk vom #Histowichteln (2016) erfreute mein Biologenherz und animierte mich dazu, es gleich nochmal als Abschiedsgeschenk – und somit zugleich Pensionärslektüre – für den Kollegen C. zu besorgen.

Der ergreifendste Film?
Im Kino nur Action-Trash gesehen. War irgendwie ein schlechtes Independent-/Kino-Jahr. Ergriffen war ich vielleicht von einigen Tatort-Folgen im TV. Hmmm… Der Spreewald-Krimi nimmt mich eh immer mit. Heimatgefühle [Seit wann bin ich Krimi-Fan?] In den Guck-Sog hat mich z.B. der französische Mehrteiler „In fremden Körpern“ gezogen. Was für ein sexy Hauptdarsteller. Netflix is comming.

Die beste Musik?
London Grammar und Minni. Beide sehr geliebt und in Dauerschleife gehört.

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Kettcar lieferte Geschichte gebündelt in Songform.

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2Raumwohnung ging so oder so.

Das schönste Konzert?
Die Frage kann dann wohl bald/im nächsten Jahr weg. Oder?

Die tollste Ausstellung?
Bill Viola in den Deichtorhallen. Kunst trifft Reformation. Großartig!

Die meiste* Zeit verbracht mit …?
Mit dem Kollegen J.: Sitznachbar im LeZi, Biokollege, unser gemeinsames Kabinett, unsere Arbeit am Präventionskonzept, die gemeinsame Abirede und überhaupt. Herkunft verbindet.

Die schönste Zeit verbracht mit …?

Lieblingsmenschen A. und N.

Vorherrschendes Gefühl 2017?
Mein Samstag gefällt mir so richtig gut. Wann ist wieder Samstag?

2017 zum ersten Mal getan?
Prüfungsvorsitzende im mündlichen Abitur. Gutachten schreiben.

2017 nach langer Zeit wieder getan?
Ein SPIEGEL-Abo eingehen. Ganz analog. Freundschaften reaktivieren. Ganz unkompliziert und sehr wohltuend.

Drei (!?) Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?
Tod im engen Umfeld. Trump als Präsident und der Ewig-Diskurs darüber in den Netzwerken. Never-Ending-Stories bei sexueller Gewalt/Kommunikation die eigene Erinnerungen wecken. [#MeToo war, ist und bleibt notwendig.] Insektensterben. Akkuwechsel beim iPhone. Selbstbehalte jeder Art.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden* überzeugen wollte?
Das ich kein kleines Mädchen mehr bin und meine Karriereabsichten okay sind.

*mich selbst

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Gemeinsame Heimlichkeiten.

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Echte und totale Freude über ein Stipendium, zu dem ich das Gutachten geschrieben habe.

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
„Du brauchst DAS nicht zu verstecken. Ich sehe es eh in deinen Augen…“

„Mit dir fahre ich überall hin…“

2017 war mit einem Wort / in einem Satz …?
Verplemperte Zeit. Belanglosigkeit. Trotzdem sinnvoll.

[2016, 2015.]

KW 24 (2015) // Zwischendurchgefühl

Nach dem schriftlichen Abitur ist vor dem mündlichen Abitur… Am Montag noch die letzten Gutachten mit dem Kollegen durchgegangen und unterschrieben. Freitag war die große Ansammlung der 13er, um ihre Noten in Empfang zu nehmen. Zwischen Jubelschreien, unaufgeregter Teilnahme und Tränen „mit Sofortgesprächsbedarf“ war alles dabei. Abitur halt. 22./23. sind die mündlichen Prüfungen.

Urlaub mit der Liebsten geplant und gebucht. Es geht wieder nach Mallorca. Eine Woche Strand in ein Hotel, welches extra erst ab 17 Jahre buchbar ist. Der letzte Urlaub war uns eine Lehre.

Die ersten Schülerbewertungslisten liegen aus. Das Lern- und Sozialverhalten eröffnet wie immer den Reigen der Ergebnisfixierungen. Fünf komplette Schulwochen noch.

Angenehmen Nachmittag mit dem Lieblingskollegen gehabt, der zum neuen Schuljahr an eine deutsche Schule in Italien gehen wird. Kaffee bei mir, danach Elternabend des kleinen Bio-Profils (wo er noch KL ist, ich das eventuell werde, aber so richtig spruchreif ist das erst mit Beginn des neuen Schuljahres), im Nachgang noch ein Eis und private Plaudereien bei Mäces. R. wird mir im Schulalltag fehlen. Vor allem seine Art, interne Schulpolitik mit ironisch-gesundem Abstand zu bewerten.

Das WE daheim im Spreewald verbracht/verbringend. Entspannung für Leib und Seele. Spargel und Kirschen satt.

Auf dem Herweg beim Professor in Potsdam gewesen. Wir stecken natürlich noch immer mitten im Aushandlungsprozess zum eigentlichen Thema meiner möglichen Arbeit. Bedingt durch 150% Schule, komme ich nicht so recht dazu, hier meine Ideen weitläufiger zu strukturieren. Aber er lässt mir meine Zeit, kennt mich mittlerweile aber ja gut genug, um die entsprechenden [intellektuellen] Anreize zu setzen. Während ich mich noch im für mich überschaubaren Feld meiner Lynarschen Familie befinde, eröffnet er stetig das Feld der Diskursanalyse. Übereins sind wir, dass die Verbindung meiner beiden Fächer irgendwie sehr gewinnbringend wäre. Das biologische in der Geschichte. 

Zum Thema Bio: Bei Oma kämpfte sich eine Iltisfamilie durch den Hühnerstall. Alle 10 Hühner und der Hahn wurden gekillt, ein wüstes Schlachtfeld an Blut und Federn hinterlassen. Einige Tiere nur getötet, einige komplett abtransportiert. Der Hahn kämpfte wohl bis zum Schluss um seine Mädels, wurde dann aber an den Zaun gedrängt und hatte keine Chance mehr… Mutter Natur eben. Aber arme Omi, die echt unter Schock stand.