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KW 13 und 14 (2015) // Sinnhaftigkeiten

Hätte ich mir zumindest Stichpunkte gemacht, würde ich hier jetzt nicht sitzen und im Gedächtnis nach Erinnerungen wühlen. 😜 

Die Klausur fürs große Bioprofil korrigiert. Immer wieder überraschend, wie sehr einige SuS schriftlich zu mündlich divergieren. Könnte und möchte mich in meiner Gesamtbewertung zu Lernleistungen daher nie nur auf das eine oder andere Ergebnis verlassen wollen. Trotzdem bleibt Benotung subjektiv, ist aber Teil des Jobs.

Mich über einen Kollegen geärgert, der mir eine Stunde in meiner Neun aus den Rippen leierte, um seinen Test nachschreiben zu können. Dann aber derart problematisch in der Raumwahl war, dass ich quer durch die Chemie-Physik-Bio getrieben wurde. Solche Menschen sind ein Chaos für ihr Umfeld.

Russland steht nun. Werden wohl sogar nach Moskau kommen. Visa für Weißrussland waren erstaunlich langwierig in der Formalia. Dabei fahren wir dort nur durch… Bin überrascht, wie besorgt Oma und Mom hier daheim auf diese Fahrt blicken. 

Das kleine Bioprofil als EVA mit dem Schulgarten betraut. Wir haben da so eine mittlerweile etwas verwucherte Fläche auf dem Schulhof. *hüstl* Schulgarten wäre wirklich zuviel gesagt, aber das Ding braucht ’nen Namen. Lasse Vorher-Nachher-Bilder machen, demnächst eventuell mehr.

Den Professor getroffen. Kann und könnte passen. Wie sagt er so schön, „er freut sich auf unser mehrdimensionales Projekt“. Wie wahr, wie wahr. ;) Jetzt heißt es, ein Thema suchen und eine konkrete Fragestellung auf die Spur bringen. Gut Ding und Weile.

Zusage für die Vertretungsplanerassistenz bekommen. Gab wohl mehrere Bewerber. Freue mich über die persönliche Bestätigung einerseits, anderseits bin ich jetzt mit Arbeit gut versorgt. Zusammenarbeit mit J. wird zumindest super. Kenne kaum einen gelasseneren Typen.

Geburtstag von K. in LG gefeiert, mit einigen KollegInnen letzten Dienstag sanft in die Ferien geglitten. Hans Moskau (Wodka, Ginger Ale, Gurke, Limette, Eis) als neue Cocktailvariation kennen und lieben gelernt. Steuer erledigt. Herzensmenschen getroffen. Osterferien bis zum 19. April. \o/

Liebesleben [out of context]

tl;dr: Man kann eine Beziehung nicht suchen, aber eine Begegnung zulassen.

In den Feuilletons der Zeitungen und in diversen Blogs ist es derzeit recht angesagt, über die Liebe bzw. über die Liebesfähigkeit der Generation Golf bzw. X – oder gar schon Y – zu fabulieren. Wobei ich selbst im soziologischen Sinne wohl bereits der Generation Y angehöre. Traummann? Feste Bindung? Zufriedenheit als Single? Projekt Kinder? Mal schauen, ob ich nach der kommentiert gearteten Linksammlung reflektierter auf mein Liebesleben schaue.

Eins vorneweg: Ich will ziemlich viel. Genau genommen alles und immer sofort. Geduld ist nicht meine Stärke – ich bin Widder. Und um es klar zustellen: Es muss mir nicht alles auf dem Silbertablett serviert werden. Ich bin durchaus gewillt zu kämpfen. Und wenn ich etwas nicht haben kann, dann will ich es erst recht.

So zu lesen von Themagnoliablossom bei Im Gegenteil. Neben der Veröffentlichung von schönen Texten, werden dort nett fotografierte Menschen aus Berlin, Hamburg und sonst wo präsentiert. Diese könnte ich dann sogar anschreiben, wenn ich mögen würden wollte. Aber ehrlich gesagt, interessieren mich die Texte mehr.

Mit wie vielen eurer Internetbekanntschaften oder Dates hattet ihr eigentlich eine echte Beziehung? Mehr als einen ONS? Vielleicht nehme ich die mir sich bietenden Möglichkeiten nur nicht ernst genug?

Vielleicht gibt es diese Beziehungssehnsucht mittlerweile aber gar nicht mehr bei uns allen? Dass wir Single-Menschen uns also wieder „verbinden“? Verbinden müssen. Pekuniär schon gar nicht mehr. Mein mir autarkes Leben habe ich hinlänglich bewiesen. Gemeinsam ist mehr als alleinsam. Alleinsam, nicht einsam. Weil ich es tatsächlich nicht bin. Wohl denn, ich würde mich trotzdem dann doch gern wieder mit jemandem binden. Aus Gründen. Was T. so sagt, trifft aber leider ganz gut auch meinen Kern.

Ich will einen Mann, der mich noch vor dem ersten Gespräch so umhaut, dass ich mich kaum mehr auf meinen Beinen halten kann. Dessen Charme mich wie eine flauschig weiche Wolke umhüllt bis mir schwindelig wird. Ich will, dass er mich auch an den tristesten Regentagen zum Lachen bringt und zwar so, dass ich Schmerzen im Bauch habe – vor lachen und vor lauter Schmetterlingen. Ich will, dass er klug ist und zu allen Themen, die mich interessieren, etwas zu sagen hat. Und auch eine Meinung hat zu Dingen, die mich nicht interessieren. Ich will, dass er stark ist. Ich will, dass er weich ist. Ich will, dass er laut ist und leise. Ich will, dass er all meine Launen (wie bereits erwähnt, ich bin Widder …) zu handeln weiß. Mich von Höhenflügen zurück auf den Boden (der Tatsachen) bringt. Meine Inspirationsquelle ist und Nächte lang mit mir reden kann, aber auch mit mir schweigen.

Ich möchte so viel. Kann ich den aber ähnliches bieten? Spiele ich altersmäßig, optisch oder intellektuell eigentlich in der selben Liga, in der ich „meine Fans“ erwarte? Aber vielleicht muss ich nur einmal gemütlich ausrechnen, welche Altersspanne denn so zu mir passen könnte? Vielleicht wird es dann klarer?

Aha. Zwischen 25 und 58 sollte er sein, der Zukünftige. Mir fällt gerade höchstens mein Vermieter ein, der damit nicht zur Zielgruppe zählt. Älter werden sie tatsächlich immer – so wie ich. Jüngere Herren habe ich noch nicht…, ähm…, probiert. ;)

Und was sagt der Fachmann? Der Psychoanalytiker Wolfgang Schmidbauer beantwortet wöchentlich im Zeit-Magazin „Die Großen Fragen der Liebe“. Nachdenkenswert war seine Kolumne Warum kann [man] sich nicht mehr verlieben?

Der einsame Segler findet eine Insel, sie ist schön, aber nicht schön genug. Er segelt weiter. Die nächste Insel ist längst nicht so schön wie die erste – er ankert nicht, das wäre ja ein Rückschritt. Es ist schmerzlich, Verzicht zu lernen. Um in der Realität weiterzukommen und Entwicklungschancen wahrzunehmen, müssen wir die Illusion aufgeben, hinter dem Horizont werde es besser.

In ähnlichem Fahrwasser wird drüben im Elbsalon gefahren.

Auch bei der Liebesbereitschaft gibt es eine Komfortzone, so wie beim Joggen, man scheut die Anstrengung, bleibt lieber auf dem Sofa liegen und weist bedauernd auf die  Regentropfen draußen: Tja, man würde ja gern, aber. Genauso mit dem Verlieben: Ich will ja, aber da ist  keiner. Keiner, der mich will. Keiner, den ich will.  Keine Zeit, neue Leute kennenzulernen, zu erschöpft, rauszugehen, die Antennen hochzufahren. Zu nervig das Ganze.

Und zu guter Letzt noch die FAZ, die mir die Liebe als moderne Ersatzreligion nahe bringt.

Jene Art von Liebe, ohne die kein Popsong und kein Film auskommt, diese eine große, wahnsinnig romantische Liebe, bei der zwei Menschen sich unsterblich ineinander verlieben, vor Lust und Freude fast den Verstand verlieren, wie im Rausch übereinander herfallen und ab dann einfach nur noch glücklich, glücklich, glücklich sind. Yeah!!!

Und weiter. Bemerkenswert analytisch:

Eine Frage ist […] offen: Ist der Mythos Liebe nicht wenigstens dafür gut, den Menschen aus seinem Egoismus herauszuführen? Ist die Sehnsucht nach Partnerschaft nicht immer noch besser als die Selbstsucht? Die Antwort lautet: Diese Art der Liebe ist nur scheinbar eine Überwindung der eigenen Grenzen. In Wahrheit handelt es sich um eine Fortsetzung der Ich-Bezogenheit mit anderen Mitteln, denn die Triebkraft, die wirkt, ist ja, wenn man ehrlich ist, gar nicht der Wunsch zu lieben, sondern der, geliebt zu werden.

Um schlussendlich argumentativ gar Erich Fromm aus dem Buchregal zu ziehen.

„Die erotische Liebe ist die trügerischste Form der Liebe“, schrieb Erich Fromm, „diese Art der Liebe ist in Wirklichkeit ein Egoismus zu zweit.“ Die wichtigste Voraussetzung, einen anderen Menschen lieben zu können, meint Fromm, wird so gerade nicht geschaffen: die Überwindung des eigenen Narzissmus.

Aber vielleicht liegt der Grund genau hier… Bin ich zu sehr mit mir beschäftigt? Feste Bindung kenne ich nur aus den von und mit mir geführten Frauenfreundschaften. Affären als Kurzzeittherapie. Nicht den wollen, der einen will. Chancen gibt es immer wieder. Vielleicht lebt der Richtige auch zu weit weg und man hat keinen Mut, es darauf ankommen zu lassen. Wer weiß. Dabei liegt die Lösung so nah. Ich muss es einfach nur mal wieder probieren. Es bringt ja nix, irgendeiner verlorenen Liebe aus den Zwanzigern nachzutrauern. Die gefühlt romantische Liebe von damals war nicht mehr als das, was es war: eine Jugendliebe der Hormone. Und egal wie viele Ideen und Vorstellungen ich von einem Partner habe, man entwickelt sich immer zu zweit. Wer weiß, was mir entgeht oder bisher entgangen ist. Also, kommen Sie rum und heiraten Sie mich vom Fleck weg. Die Liebe mag keine Zweifler. Vergessen Sie aber nicht dieses Lied hier am Ende zu summen.

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Privatcoaching

„Auch die Lehrerin benötigt einmal Unterricht“ war eine der Einsichten, die ich aus 2013 mit ins neue Jahr genommen habe.

Regelmäßiges Auspowern (Schwimmen, Volleyball, Drachenboot oder so) ist eine Art der Entspannung für mich. Klar ist mir nun mit Mitte Dreißig, dass alleine körperliche Betätigung meinen unruhigen Geist nicht wirklich die ersehnte Ruhe bringt. Manchmal stand ich noch so unter dem besagten Strom, dass ich hundemüde und vollkommen fertig trotzdem nicht einschlafen konnte. Der Kopf arbeitete und bearbeitete seine Dinge einfach weiter… Gern dann bis zur nächtlich-frühmorgentlichen Zeit von Sonntag auf Montag. Schlaf? Wozu? Warum?

In den Jahren 2009 bis 2013 bin ich ernsthaft über meine gesundheitlichen Grenzen gegangen. In meiner Suche auf langfristige Beständigkeit im Beruf habe ich mich selbst durch 5 Umzüge und 4 berufliche Stationen getrieben, um irgendwann einmal die verlorenen Jahre zwischen 2001 und 2006 aufzuholen. Der Geist entscheidet über das schwache Herz. Das Herz gehört zum Körper – also ignorieren wir nunmehr die Bedürfnisse des Körpers. Menschen, die den Dingen da drin zu nah kamen, wurden (unbewusst) davon gejagt. Oder besser: Gleich nur Menschen akzeptieren, bei denen ich wusste, das geht eh schief. Durchsetzungswille in Kombination mit Perfektionswahn sind nicht die besten Begleiter für ein zufriedenstellendes Privatleben.

Es gab diese Zeit während meines Studiums und der vielen hauptberuflichen Nebenjobs, da habe ich es auf mein schlechtes Gewissen geschoben, dieses Examen endlich fertig zu machen. Dann die Immophase in Berlin: Natürlich haben die Umstände Schuld, dass ich kein Ref mache und und. Im Ref dann die Ausrede, dass ich unter Leistungsdruck stehe. Aber nie die tatsächliche Einsicht, aktiv etwas gegen den selbst produzierten und mentalen Stress zu tun.

Gesundheitlich gab es erst im September und dann im Dezember mächtig ein paar auf den Deckel. Die Sache aus dem September hat sich durch intensive Krankengymnastik auskurieren lassen. Das ärztliche Ergebnis vom 27. Dezember wird mich den Rest meines Lebens begleiten, lässt sich jedoch mit Medikamenten ganz gut in den Griff bekommen.

Irgendwas mit Entspannung musste her. Yoga an der Schule? Mit den KollegInnen? Nö. Ein Kurs an der VHS? Was und wie? Nerv.

Auf dem letzten Elternsprechtag bin ich zufällig einer Mutter begegnet, die genau das Richtige für mich anbot. Autogenes Training im privaten Umfeld. Morgen ist mein dritter Termin. Alleine hätte ich mir diese Technik nicht angelesen. Doch so wirkt es bzw. lasse ich es zu, dass es wirkt. Ich bin über mich selbst erstaunt. Irgendwie ist alles ein Prozess, man muss nur den Mut haben, an bestimmten Stellen den Weg selbst zu bestimmen. Gut dabei ist, es ist immer an der richtigen Stelle, wenn man sich für die eigene Gesundheit entscheidet.

Grenzenlos

Mal den Dampf über diesen Typ Mensch ablassen, dessen Verhalten für mich einfach unerträglich ist.

Grenzenlos in dem, wir er nach außen auftritt und sich ausdauernd in alles einmischt, an allem beteiligt, zu jedem privaten und beruflichen Kommentar, welchen er aufschnappt, auch definitiv eine eigene Meinung abgeben muss. Er kann sich nicht zurücknehmen. Natürlich drängt sich dieser Mensch gern ungefragt in laufende Gespräche auf. Klar. Immer mit roher und voller verbaler Kraft voraus. Natürlich achtet dieser Mensch auch nicht auf räumliche Grenzen. Man nimmt sich nicht ungefragt Dinge/Materialien vom Platz des anderen. Und nein, ich stelle nicht meine von unten dreckige Schultasche auf den Sitz meines Nachbarn. Und nein, ich setze mich ebenso nicht auf den Sitzplatz eines Kollegen, der das Lehrerzimmer betritt und dort lediglich 10 Minuten seiner eigentlich 20-Minuten-Pause in Ruhe bei einem Pot Kaffee verbringen will, weil ich vorgeblich nur dann und ausgerechnet mit dessen Sitznachbarn ein Gespräch führen muss, obwohl Mensch und ebensolcher Nachbar im Anschluss eine gemeinsame Freistunde hätten.

Entgegengesetzt zu seinem Verhalten anderen gegenüber, kann dieser Mensch aber ganz sicher nicht damit leben, wenn man ihm mit einer eigenen und (auweia!) anderen Meinung, Ansicht bzw. Herangehensweise entgegentritt. Nicht einmal „entgegen“ im Sinne des Wortes, es reicht schon, wenn man „über“ ein an sich gemeinsames Thema spricht… Hier fühlt sich dieser Mensch dann gern umgehend direkt angegriffen oder reagiert mit einer nicht einschätzbaren Abwehrreaktion, die weder thematisch noch persönlich in einem tatsächlich zur Situation angemessenen Rahmen steht. Kombiniert wird diese verbale Ebene dann noch mit einer missverständlicher Körpersprache, dem anderen z.B. einen Zettel entgegenreichen, dann aber wütend reagieren, wenn dieser nach dem Zettel greift.

Bitte, was erwarten diese Leute? Was wollen sie von mir?

Nun gut, kollegial werde ich mit solch einem Typen von Mensch umgehen lernen – kann es sicherlich schon jetzt. Was ich jedoch überhaupt nicht verstehe, wenn dieser Mensch versucht einen permanent als privaten Kontakt zu buchen, nur weil man die gleiche Stadt bewohnt.

Als Biologe interpretiere ich mal überzogenes Revierverhalten inkl. permanenten sich beweisen der Geilste/Tollste/Stärkste zu sein.

Danke für euer Leserohr.

OSL steht auf jeden Fall für…

OSL

OSL

… nein, nicht für Oschersleben, sondern für meinen Heimatkreis Oberspreewald-Lausitz im Land Brandenburg. Kreisstadt ist Senftenberg, bekannter ist Lübbenau/Spreewald. Dort wo man sich mit dem Kahn entspannt auf den Verzweigungen (Fließen und Kanälen) der Spree durch – Sie ahnen es! – den Spreewald staken lassen kann. Und bei dieser Gelegenheit auch auf mich treffen könnte.

Und nein, OSL stand auch nie für Oschersleben. Diese mir vollkommen unbekannte wunderbare Stadt in Sachsen-Anhalt hatte bis zur Reform OC, heute zugelassene PKWs bekommen zumeist ein montiert – neuerdings ist wohl auch wieder OC möglich. Da aber Oschersleben auf dem Weg nach Berlin vor Magdeburg eine eigene Autobahnaus-/auffahrt von/zur A2 hat, kann es durchaus sein, dass hier die Crux der benennenden/bezeichnenden Überschneidung liegt.

Wofür OSL jedoch trotzdem stehen kann:
„Oberschlauer Lübbenauer“ oder „Oberstudienrätin L.“*

*Bei Bekanntheit meines Nachnamen, diesen hier einsetzen, dann Daumen drückend – ob des langfristigen Karriereziels – schmunzeln.